10.02.2013, 12:05  von Leo Himmelbauer

Strabag muss erstmals um ATX-Platz zittern

Bild: WB/MAYR Elke

Laut jüngster Beobachtungsliste ist die Aktie des Baukonzerns Stragab nur noch bedingt reif für den Leitindex der Wiener Börse.

Wien. Je geringer der Streubesitz, desto geringer der Aktienumsatz. Genau dies könnte dem Papier des grössten österreichischen Baukonzerns zum Verhängnis werden. Infolge des Aktienrückkaufes ist der Streubesitzanteil bei der von Hans-Peter Haselsteiner, Oleg Deripaska und Raiffeisen kontrollierten Stragab auf magere 13,4 Prozent gesunken. Entsprechend dünn sind die Aktienumsätze geworden – und der Rauswurf der Strabag aus dem Leitindex der Wiener Börse zeichnet sich ab. Laut jüngster ATX-Beobachtungsliste, jener für Jänner 2013, rangiert Strabag erstmals nur noch auf Platz 21 der meistgehandelten Aktien im Prime Market. Gefährdet ist übrigens auch der ATX-Platz des Karton- und Verpackungskonzerns Mayr-Melnhof, dessen Aktie im Umsatzranking auf Platz 22 liegt.

Ob Strabag und/oder Mayr-Melnhof tatsächlich aus dem ATX genommen werden, entscheidet das ATX-Komitee Anfang März anhand der dann vorliegenden Beobachtungsliste Februar. Ausschlaggebend für den Verbleib im Leitindex, der sich aus 20 Titeln zusammen setzt, sind zwei Kriterien. Nebst dem wichtigen Umsatzranking fällt auch noch der Streubesitzwert ins Gewicht. Strabag liegt in diesem Ranking mit 456 Millionen Euro auf Platz 19, Mayr-Melnhof mit 873 Millionen Euro auf Platz 13. Beide Titel wären zumindest aus dieser Sicht weiterhin ATX-reif.

Berechtigte Chancen auf eine Aufnahme in den Leitindex der Wiener Börse dürfen sich Zumtobel und Kapsch TrafficCom ausrechnen. Die Aktie des Vorarlberger Lichtkonzerns liegt laut Jänner-Liste im Umsatzranking auf Platz 18, die Aktie des Mautsystemeanbieters auf Platz 19. Mit 323 Millionen Euro Streubesitzwert hält Zumtobel im zweiten ATX-Kriterium Platz 25, Kapsch bringt es mit mit 297 Millionen Euro auf Platz 26.

ATX-Beobachtungslisten beinhalten den durchschnittlichen täglichen Aktienumsatz in den vergangenen zwölf Monaten. Im Jänner 2013 lag Mayr-Melhof auf Platz 18, Kapsch folgte auf Platz 19, Zumtobel auf Platz 21, Strabag nur auf Platz 23.

Die zehn meistgehandelten in Wien waren im Jänner Erste Group (771 Millionen Euro in Doppelzählung), OMV (320 Millionen Euro), Voestalpine (298 Millionen Euro), Immofinanz (282 Millionen Euro), Andritz (203 Millionen Euro), Raiffeisen (191 Millionen Euro), Verbund (183 Millionen Euro), Telekom Austria (142 Millionen Euro), Vienna Insurance Group (131 Millionen Euro), Conwert (91 Millionen Euro).

Per Ende Jänner lag der Streubsitzwert der Erste Group bei 7,82 Milliarden Euro. Zu zehn schwersten Werten an der Wiener Börse zählten OMV (4,97 Milliarden Euro), Andritz (4,03 Milliarden Euro), Voestalpine (3,72 Milliarden Euro), Immofinanz (3,18 Milliarden Euro), Vienna Insurance (2,50 Milliarden Euro), Raiffeisen Bank International (1,94 Milliarden Euro), Telekom Austria (1,45 Milliarden Euro), Post (1,09 Milliarden Euro), Verbund (1,07 Milliarden Euro).

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