20.01.2016, 14:10  von APA

OMV-Chef Seele: "Der Markt ist brutal"

OMV-Chef Rainer Seele / Bild: APA/HANS KLAUS TECHT

"Nur wer die Kosten unter Kontrolle hat, wird überleben", sagt OMV-Chef Rainer Seele.

Der Preisverfall bei Öl und Gas auf historische Tiefststände ist nach Ansicht von OMV-Chef Rainer Seele für etliche Unternehmen existenzbedrohend. "Nur jene, die ständig an ihrer Profitabilität arbeiten, ihre Kosten unter Kontrolle haben und flexibel agieren, werden überleben", sagte Seele am Mittwoch bei der "European Gas Conference" in Wien.

"Unsere Branche hat ihre Investitionen um rund 400 Mrd. Dollar (368 Millionen Euro) reduziert", sagte Seele. Das werde mit einer zeitlichen Verzögerung zu einem neuen Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage führen. "Der Markt ist konsequent und manchmal brutal." Versuche der Politik, den Markt zu regulieren und zu beschränken, hätten die Preise nicht sehr beeindruckt, ebenso wenig die Krise zwischen Saudi-Arabien und dem Iran.

Der Weltklimagipfel könnte zwar ein Signal für die ferne Zukunft sein, "aber auch 2050 werden Öl, Gas und Kohle noch immer eine substanzielle Rolle im Energiemix spielen", zeigte sich der OMV-Chef überzeugt. Die Energiewende habe vor allem zu einer dramatischen Verschiebung im Energiemix hin zur Kohle geführt. Den Preis dafür würden vor allem die Verbraucher in Form von Subventionen für die Erneuerbaren bezahlen, während die energieintensive Industrie leide.

Neuerlich verteidigte Seele die Beteiligung der OMV am Pipeline-Projekt Nord Stream 2. "Versorgungssicherheit bedeutet Diversifizierung von Quellen und Transitrouten", so Seele, "aber die EU-Kommission will vor allem einen Ersatz für russisches Gas finden. Diese Einstellung kann man nur als paradox bezeichnen, wenn man bedenkt, dass russisches Gas gut 25 Prozent des europäischen Bedarfs deckt". Nord Stream 2 sei mit einer Beteiligung von Österreich, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden "so europäisch, wie es nur sein kann". Die Gasproduktion in Großbritannien und den Niederlanden sei stark rückläufig, "Europa gehen die Optionen aus", sagte Seele.

Auch der russische Gazprom-Konzern hob bei der Wiener Gaskonferenz die Bedeutung von Nord Stream hervor. "Europas eigene Gasproduktion sinkt weiter", sagte die Generaldirektorin von Gazprom Export, Elena Burmistrova. "Europas wachsender Bedarf nach Erdgas wurde im vergangenen Jahr vor allem durch Importe gedeckt." Gazprom habe 2015 fast 159 Mrd. Kubikmeter Gas nach Europa exportiert, deutlich mehr als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Nord Stream versorge nicht nur Nordeuropa mit Gas, sondern über Baumgarten auch viele Länder in Zentral- und Südeuropa, sagte Burmistrova. "Und vergessen wir nicht die Kosten für die europäischen Steuerzahler: Nord Stream 2 wird sie keinen Cent kosten."

Gazprom-Aufsichtsratschef Viktor Zubkov (Subkow) warnte davor, dass wegen der derzeit niedrigen Preise notwendige Infrastruktur-Investitionen ausbleiben würden. Das könnte in Zukunft zu großen Problemen auf den Öl- und Gasmärkten führen, warnte Zubkov.

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

12:20

Marketmail: Das Wiener Parkett baut das Plus leicht aus

10:06

Update: ATX macht Frühhandel etwas Boden gut

08:25

Ein Fünftel weniger Gewinn für die Vienna Insurance Group

Kommentare

0 Kommentare

23.05.2016, 13:22

Neue Chefs der Börse Wien kommen aus Stuttgart und Prag

Die Wiener Börse bekommt mit Christoph Boschan einen neuen CEO und mit Petr Koblic einen neuen Finanzvorstand.

23.05.2016, 10:52

Porr öffnet britischen Markt mit Großauftrag

Gemeinsam mit Partner aus ganz Europa soll Porr eine Hochdruckgasleitung in einem Tunnel bauen: Das Auftragsvolumen beträgt knapp 200 Millionen Euro.

23.05.2016, 10:17

Update: Lustloser Wochenauftakt drückt ATX ins Minus

Marktbericht. Die Wiener Börse hat am Montag im Frühhandel Kursverluste verzeichnet. Während der Einkaufsmanagerindex für Deutschland positiv ausfällt, rutscht der Index für den Euroraum auf ein 16-Monatstief.

23.05.2016, 07:32

Börsenampel: Keine gute Basis für Zinserhöhungen

Ein drohender Brexit, schwache Wirtschaftsdaten aus China und die seit Mittwoch verstärkte Angst vor einer US-Leitzinsanhebung sorgen für schlechte Stimmung.

23.05.2016, 07:32

Börsenampel: Keine gute Basis für Zinserhöhungen

Ein drohender Brexit, schwache Wirtschaftsdaten aus China und die seit Mittwoch verstärkte Angst vor einer US-Leitzinsanhebung sorgen für schlechte Stimmung.

CA Immo Logo

Aktiensuche


Immofinanz Group Logo

Börsenkurse

Borsenkurse

Top 5

SCHOELLER-BL.56,834,70%chart

VOESTALPINE .29,262,61%chart

RHI AG16,642,40%chart

AT&S AUSTRIA.11,662,10%chart

ERSTE GROUP .23,541,55%chart

Flop 5

VIENNA INSUR.19,28-1,53%chart

IMMOFINANZ AG2,02-0,98%chart

RAIFFEISEN B.11,49-0,22%chart

CA IMMOBILIE.16,380,18%chart

ZUMTOBEL GRO.12,620,32%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

SCHOELLER-BL.56,834,70%chart

FACC AG4,703,16%chart

VOESTALPINE .29,262,61%chart

WARIMPEX FIN.0,592,61%chart

RHI AG16,642,40%chart

Flop 5

POLYTEC HOLD.7,40-5,12%chart

VIENNA INSUR.19,28-1,53%chart

CROSS INDUST.3,55-1,39%chart

PORR AG26,70-1,13%chart

IMMOFINANZ AG2,02-0,98%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

THYSSENKRUPP.18,692,55%chart

ALLIANZ SE V.140,382,11%chart

SAP SE INHAB.70,952,08%chart

MUENCHENER R.163,922,03%chart

FRESENIUS SE.66,271,95%chart

Flop 5

DT.T L.FANA .12,400,10%chart

RWE AG INHAB.11,360,26%chart

INFINEON TEC.12,740,38%chart

BEIERSDORF A.79,120,73%chart

HENKEL AG & .102,250,77%chart

Mehr
Borsenkurse

Top 5

E.I. DUPONT .67,001,90%chart

APPLE Inc96,431,27%chart

CATERPILLAR .70,400,76%chart

3M COMPANY166,110,67%chart

GOLDMAN SACH.155,450,61%chart

Flop 5

MICROSOFT CO.50,03-1,17%chart

VERIZON COMM.49,14-1,05%chart

NIKE Inc55,99-0,87%chart

THE WALT DIS.99,18-0,60%chart

VISA Inc77,21-0,59%chart

Mehr

Weltwährungen

USD
Mehr