09.03.2016, 09:45  von APA

Verbund knausert bei der Dividende

Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber / Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

Österreichs grösster Stromkonzern setzt den Sparstift an. Das bekommen auch Anleger zu spüren. Die Dividende wird nur minimal angehoben.

Der börsennotierte Stromkonzern Verbund wird bei der Hauptversammlung am 13. April für das Geschäftsjahr 2015 eine Dividende von 0,30 Euro je Aktie vorschlagen. Das hat der Verbund-Aufsichtsrat  am Dienstag in Abänderung des Dividendenvorschlags im Geschäftsbericht 2015 beschlossen.

Der neue Dividendenvorschlag entspreche einer Ausschüttungsquote von 50,2 Prozent bezogen auf das Konzernergebnis bzw. 38,8 Prozent bezogen auf das bereinigte Konzernergebnis, teilte der Verbund am Dienstagabend mit. Die Dividendenrendite aus Basis des Schlusskurses 2015 betrage 2,5 Prozent.

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Mit 30 Cent erfüllt der Konzern die Erwartungen nicht. Analysten hatten mit einer Anhebung der Dividende auf 38 Cent gerechnet.  Für 2014 hatte der Verbund  0,29 Euro je Aktie bezahlt. 2013 waren noch 1,00 Euro je Aktie ausgeschüttet worden, davon waren allerdings 0,45 Euro eine Sonderdividende, mit der der Verbund die Aktionäre am Verkauf der Türkei-Aktivitäten teilhaben ließ.

Aufgrund der in den letzten Wochen dramatisch gesunkenen Terminmarktpreise für Strom evaluiere man weitere Maßnahmen zur Stärkung des Free Cashflows, heißt es in der Mitteilung. Sparen will man insbesondere bei Wachstums- und Instandhaltungsinvestitionen, bei der künftigen Dividendenpolitik und durch Aufwandsreduktionen.

Ein seit 2013 laufende Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm wurde eben mit einer Gesamteinsparung in Höhe von 177 Millionen Euro und damit um 47 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant abgeschlossen.

Der Verbund präsentierte am Mittwoch seine Ergebniszahlen für das Geschäftsjahr 2015. Der Umsatz stieg um 3,1 Prozent auf 2,969 Milliarden Euro, das EBTIDA wurde um 9,9 Prozent auf 888,7 Millionen Euro verbessert, das EBIT erhöhte sich um 6,8 Prozent auf 410,6 Millionen Euro. Das Konzernergebnis stieg um 64,7 Prozent auf 207,7 Millionen Euro oder 60 Cent je Aktie. Das bereinigte Konzernergebnis konnte aufgrund eines verbesserten Finanzergebnisses und geringerer Ertragsteuern um 24,5 Prozent auf 268,9 Millionen Euro gesteigert werden.

Auf Basis einer durchschnittlichen Eigenerzeugung aus Wasserkraft wird für das Geschäftsjahr 2016 ein EBITDA von rund 750 Millionen Euro und ein Konzernergebnis von rund 230  Millionen Euo erwartet.

Die laufenden Vorstandsbezüge erhöhten sich 2015 auf insgesamt 4,144 (3,810) Millionen Euro. Darunter werden sie für CEO Wolfgang Anzengruber mit rund 1,187 Millionen Euro (nach 1,159 Millionen Euro 2014) angegeben, davon etwa 381.000 (367.000) Euro variabler Anteil. Bei Johann Sereinig waren es gesamt 1,136 Millionen (1,058) Millionen Euro (davon 365.000 nach 302.000 variabel), bei Günter Rabensteiner etwa 735.000 (738.000) Euro, davon 163.000 (176.000) Euro variabel, für CFO Peter Kollmann etwa 980.000 (750.000), erstmals 2015 mit 217.000 Euro variabel. Aufsichtsratschef Gilbert Frizberg bekam 65.000 Euro Aufwandsentschädigung bzw. 5.500 Euro Sitzungsgelder.

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