16.03.2016, 20:05

Immofinanz nach drei Quartalen in roten Zahlen

Operativ verdiente die Immofinanz 82,6 Millionen Euro / Bild: (c) FOLTIN Jindrich / WB (FOLTIN Jindrich / WB)

Vor allem Abwertungen russischer Immobilien in Höhe von 400 Millionen Euro wegen des Rubel-Wertverlustes belasten das Ergebnis der Immofinanz. Nach drei Quartalen weist sie einen Konzernverlust von 146 Millionen Euro aus.

Der börsenotierte Immobilienkonzern Immofinanz hat nach den ersten drei Quartalen 2015/16 aufgrund von Immobilienabwertungen in Russland einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe erlitten. Das Konzernergebnis lag bei minus 146,1 Mio. Euro, nach plus 123,8 Mio. Euro in der Vorjahresperiode.

Der Verlust sei "primär eine Folge negativer Effekte aus der währungsbereinigten Immobilienbewertung für das russische Portfolio im Ausmaß von rund 400 Mio. Euro", teilte die Immofinanz am Mittwochabend ad hoc mit. Die Immofinanz hatte Anfang Februar bereits eine Immobilien-Abwertung in Russland in dieser Höhe angekündigt. Der Gutachter CBRE hatte eine Sonderbewertung der fünf Moskauer Einzelhandels-Immobilien der Immofinanz zum Stichtag 31. Jänner 2016 durchgeführt.

Die Mieterlöse des Immobilienkonzerns sanken nach drei Quartalen deutlich auf 238,3 Mio. (313,5 Mio.) Euro. , einerseits durch temporärer Mietreduktionen in Moskau und andererseits durch Immobilienverkäufe. Das operative Ergebnis belief sich auf 82,6 Mio. (221,1 Mio.) Euro.

"Politisch und wirtschaftlich angespannte Lage in Russland"

"Im Ergebnis für die ersten drei Quartale 2015/16 spiegelt sich weiterhin die politisch und wirtschaftlich angespannte Lage in Russland wider. Diese schlägt sich einerseits in niedrigeren Mieterlösen und andererseits im Bewertungsergebnis nieder", kommentierte Immofinanz-Chef Oliver Schumy die Bilanzzahlen in einer Aussendung. Die Immofinanz will nun die Positionierung der Einkaufszentren in Russland weiter verbessern und Kosten senken. Beim Einkaufszentrum Golden Babylon Rostokino ist der österreichische Immobilienkonzern eine Kooperation mit ECE eingegangen. Die Immofinanz erwartet sich aus dieser Partnerschaft bis Ende 2016 eine positive Auswirkung auf den Vermietungsgrad.

Positive Nachrichten vermeldete die Immofinanz von den ausständigen Anlegervergleichen. Insgesamt habe man bisher 75 Mio. Euro an Anleger ausbezahlt. Auf die restlichen Verfahren würde noch ein Streitwert von ca. 10 Mio. Euro entfallen, die "zeitnah" abgeschlossen werden sollen.

Die Immofinanz erwartet im vierten Quartal in den Kernmärkten Bedingungen, die "dem Geschäftsverlauf förderlich" sind. "Die Einschätzung der künftigen wirtschaftlichen Lage in Russland ist hingegen unverändert mit einem hohen Maß an Ungewissheit behaftet, die keine verlässlichen Prognosen zulässt", hieß es in der Mitteilung.

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