23.03.2016, 13:28  von APA/schu

Palfinger hält an Europa-Werken fest – und bisher auch an Umsatzzielen

Bild: PEROUTKA Guenther / WB

Der börsennotierte Kranhersteller Palfinger hat 23 Werke in Westeuropa. Mittelfristig soll je ein Drittel des Umsatzes aus Europa, Amerika und Asien kommen. An den europäischen Standorten hält der Vorstand weiter fest.

Auch das Ziel, den weltweiten Umsatz von 2012 bis 2017 auf 1,8 Mrd. Euro verdoppelt zu haben, ist aufrecht - wenngleich ehrgeizig, wie Vorstandschef Herbert Ortner einräumt.

Der Stahlkonzern voestalpine musste vor wenigen Wochen wegen der Konjunkturschwäche sein Umsatzziel kräftig revidieren. Im "Kurier"-Interview wurde Ortner nun befragt, ob bei Palfinger ähnliches zu befürchten sei. "Wir hatten vor vier Jahren das Ziel, den Umsatz in einem Fünfjahreszeitraum zu verdoppeln. Das ist uns gelungen. Deswegen haben wir uns 2013 gesagt, das wollen wir wieder erreichen, also von 2012 bis 2017 den Umsatz auf 1,8 Milliarden Euro zu verdoppeln", so Ortner. Es sei "ehrgeizig, aber ich sehe nach wie vor die Möglichkeit, dass wir es erreichen. Ob das ein Jahr früher oder später ist, ist nicht kriegsentscheidend."

Rechne man die Joint Ventures in China und Russland dazu, "sind wir schon über 1,3 Milliarden Euro Umsatz. Also braucht es noch 400 bis 500 Millionen Euro", rechnete Ortner vor. Entwickle sich der Markt weiter so wie 2015 und wenn es gelinge, den Marinebereich strategisch so auszubauen wie man das vorhabe, "können wir ganz in die Nähe dieses strategischen Zieles kommen."

Palfinger will in neue Geschäftsfelder. Bis vor ein paar Jahren war das Unternehmen aufs Land fokussiert, baute also Krane und Aufbauten für Bahnen und Lkw. Jetzt werde verstärkt im Marinebereich ausgebaut, also für Schiffe oder Ölplattformen. Ortner nimmt weitere Zukäufe ins Visier. Zu den möglichen Expansions-Regionen verwies er darauf, die Werften seien alle Weltmarkt-Player, die großen Reeder ließen ihre Schiffe in Südkorea oder in China bauen. "Das heißt, man muss als Equipment-Hersteller weltweit vertreten sein, idealerweise auch mit eigenen Produktionsstätten."

Was die europäischen Standorte betrifft, so seien die Werke in Westeuropa kleinere Montagewerke, "die brauchen wir vor Ort". Die größeren Werke seien in Osteuropa. Die brauche man für die Belieferung der anderen europäischen Werke, aber auch für Komponentenlieferungen nach Nord- und Südamerika. "Daher sind wir gut ausgelastet. Und der Markt in Europa beginnt sich erst wieder zu erholen. Ich sehe daher keinen Bedarf für Werksschließungen in Europa", sagte der Palfinger-Boss in der Zeitung.

Nachsatz: "Wenn es eine zweite Krise wie 2008/09 gibt und die Märkte sich noch einmal halbieren, müssen wir wie alle anderen Kapazitäten anpassen." Aber durch das starke Wachstum sei Palfinger gut ausgelastet. Für den Standort Österreich wünscht er sich "extrem flexible" Arbeitszeitmodelle.

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