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27.12.2012, 18:02
Wien. Die Wiener Börse hat am heutigen Donnerstag bei schwachem Volumen mit freundlicher Tendenz geschlossen. Der heimische Leitindex ATX stieg gegenüber dem Freitag-Schluss (2.404,37) um 12,37 Punkte oder 0,51 Prozent auf 2.416,74 Zähler. Gegenüber Ultimo 2011 liegt der ATX per heute 525,06 Punkte oder 27,76 Prozent im Plus. Der ATX Prime schloss mit einem Plus von 0,46 Prozent oder 5,43 Punkten bei 1.183,36 Einheiten.
Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 17 Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.400 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,55 Prozent, DAX/Frankfurt +0,25 Prozent, FTSE/London +0,00 Prozent und CAC-40/Paris +0,59 Prozent.
Im Fokus standen am Berichtstag nach wie vor die US-Budgetverhandlungen. Vor dem Hintergrund der nicht unüblichen "Jahresend-Bewegungen", wie ein Wiener Händler formulierte, sei die Liquidität nicht gegeben. Viele Investoren ziehen sich zurück und bereits kleinste Schritte im US-Haushaltsstreit zwischen den Demokraten und den Republikanern könnten stärkere Kursschwankungen auslösen. Nachdem bis zum Mittagshandel noch die Hoffnungen der Investoren überwogen hatten, dämmte sich im Verlauf die Stimmung und damit die Risikofreude ein.
Auslöser für den allgemeinen Stimmungsumschwung seien die jüngsten Meldungen des demokratischen Mehrheitsführers im US-Senat Harry Reid gewesen, der an eine Unabwendbarkeit der sogenannten "Fiskalklippe" glaubt. Sollten Demokraten und Republikaner im Kongress bis Jahresende keine Einigung erreichen, treten Steuererhöhungen und automatische massive Ausgabenkürzungen in Kraft. Experten warnen vor einer dadurch ausgelösten US-Rezession und schweren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. US-Präsident Barack Obama hatte seinen Urlaub auf Hawaii abgebrochen um die Verhandlungen in dem erbittert geführten Haushaltsstreit wieder aufzunehmen.
Klare Gewinne der Erste Group
An der Wiener Börse stützten insbesondere die klaren Kursgewinne der Erste Group. Bei gutem Volumen konnte die Bankaktie ein Plus von 3,12 Prozent auf 24,33 Euro verzeichnen und machte damit die zweiprozentigen Kursverluste vom Freitag vor den Feiertagen mehr als wett. Raiffeisen schlossen mit einem Aufschlag von 1,49 Prozent auf 31,38 Euro.
Analystenmeldungen rückten die Immofinanz -Aktie ins Blickfeld. Die Analysten von Rabo Securities haben ihr Anlagevotum für die Immo-Aktie von "Hold" auf "Reduce" gesenkt. Ihr Kursziel haben sie ebenso gekürzt, von 3,00 auf 2,90 Euro. Grund dafür sei, dass die Immofinanz ihr geplantes operatives Ergebnis von 600 Mio. Euro heuer nicht erreichen können wird, hieß es. Immofinanz schwächten sich um 1,23 Prozent auf 3,21 Euro ab.
In einem europaweit gut gesuchten Ölsektor drehten OMV bis zum Börsenschluss in die Gewinnzone und gingen um 0,25 Prozent auf 27,53 Euro höher aus dem Handel. Unter den weiteren Schwergewichten tendierten voestalpine unterdessen um 0,52 Prozent leichter bei 27,62 Euro. Andritz sanken 0,78 Prozent auf 48,99 Euro.
Das Tageshoch erreichte der ATX gegen 16.15 Uhr mit 2.424,23 Zählern. Das Tagestief lag zu Sitzungsbeginn bei 2.389,73 Zählern. Im prime market zeigten sich am Ende der Sitzung 18 Titel mit höheren Kursen, 17 mit tieferen und zwei unverändert. In einer Aktie kam es zu keiner Kursbildung.
Gehandelt wurden im prime market 4.494.625 (Vortag: 17.664.221) Stück Aktien (Einfachzählung). Umsatzstärkste Aktie war Erste Group mit 479.420 Stück Aktien. Wertmäßig kam heute ein Umsatz im prime market (Doppelzählung) von 107,889 (460,268) Mio. Euro zu Stande, wovon 23,20 Mio. Euro allein auf Erste Group entfielen.
(apa)
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