01.01.2013, 09:11  von Leo Himmelbauer

Das Wiener Top-Trio: Erste Group, OMV, Andritz

Erste-Chef Andreas Treichl / Bild: WB/FOLTIN Jindrich

Börseschluss. Der Wiener Leitindex beendete 2012 mit 2401,21 Punkten. Topperformer war die Erste-Aktie. Auf Fünfjahressicht ist Andritz klare Nummer eins.

Wien. Am letzten Handelstag des Jahres 2012 hat der Leitindex der Wiener Börse mit 2401,21 Punkten geschlossen. Das macht  gegenüber Jahresbeginn einen Aufschlag von 26,59 Prozent und ist eine beachtliche Performance. Getrieben wurde die Wiener Börse - wie weltweit die Märkte - von Bankaktien.

Erste Group, die schwerste Aktie in Wien, konnte 76,85 Prozent zulegen. Die Feuerfestaktie RHI verteuerte sich um 64,90 Prozent. Raiffeisen Bank International folgt im Performanceranking mit 56,77 Prozent vor  Andritz mit Plus 51,45 Prozent, Amag mit plus 47,05 Prozent, Immofinanz mit plus 36,9 Prozent, Post mit plus 33,91 Prozent und Vienna Insurance Group mit plus 31,86 Prozent.

Dagegen büsste die Telekom Austria-Aktie 37,87 Prozent ihres Werts ein und rangierte damit ganz unten auf der Kurstafel. Weiters waren die Papiere von Strabag (minus 7,62 Prozent) und Verbund (minus 9,52 Prozent) verstärkt auf den Verkaufslisten der Anleger zu finden.

Performance ist bekanntlich auch eine Frage des Beobachtungszeitraums. So gut sich der ATX 2012 geschlagen hat, so schlecht sind die minus 46,79 Prozent, die der Wiener Leitindex im Fünfjahreszeitraum verbucht hat. Die Aktie der Erste Group hat von 2008 bis 2012  sogar 50,46 Prozent eingebüsst, Immofinanz 54,3 Prozent, Raiffeisen 69,64 Prozent. Die Post-Aktie konnte sich seit Anfang 2008 hingegen um 30,05 Prozent verteuern. Die Andritiz-Aktie glänzt mit einer Fünfjahresperformance von plus 134,21 Prozent.

Andritz zählt zu den fünf wichtigsten Aktien der Wiener Börse. Im Top-Index ATX five ist Andritz per Jahresende 2012 mit 17,53 Prozent gewichtet, liegt damit vor Voestalpine (16,56 Prozent) und Immofinanz (13,58 Prozent). "Schwerer" als Andritz sind OMV (19,43 Prozent) und natürlich Erste Group, deren Anteil am ATX five bereits bei 32,91 Prozent angelangt ist.

Die Aktienumsätze an der Wiener Börse waren 2012 alles andere als erfreulich. Im Dezember lagen sie nach vorläufigen Berechnungen bei 2,2 Milliarden Euro. Das wäre gegenüber Dezember 2011, der gegenüber 2010 einen Rückschlag um mehr als 50 Prozent gebracht  hatte, ein Rückgang um 28,1 Prozent bzw. 860 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2012 sind  Aktienumsätze von 35,2 Milliarden Euro zu erwarten. Das sind um 24,2 Milliarden Euro bzw. 40,8 Prozent weniger als im Jahr 2011, das einen Rückschlag um 18 Prozent gebracht hatte. Niedriger waren die Aktienumsätze an der Wiener Börse zuletzt 2003.

Für 2013  erwarten Experten einen moderat positiven Trend für die Wiener Börse. Vor allem unter Renditegesichtspunkten infolge niedrigster Zinsen für Staatsanleihen sei Wien nach wie vor ein attraktiver Handelsplatz, hieß es. Allerdings wird die Schulden-Thematik mit all ihren noch ungelösten Problemen auch im kommenden Jahr ein marktbeherrschendes Thema bleiben - ein ruhiges Börsenjahr 2013 wird daher von Aktienexperten nicht erwartet.

 

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