08.03.2016, 18:03

ATX kann sich trotz Gegenwind halten

WIENER BÖRSE / Bild: (c) PEROUTKA Günther / WB (PEROUTKA Guenther / WB)

Während international die Börsen mit Verlusten zu kämpfen haben, konnte sich der ATX gerade noch in der Gewinnzone halten. Das hat er vor allem den Bankwerten zu verdanken.

Die Wiener Börse hat am Dienstag moderat im Plus geschlossen. Der ATX stieg um 4,25 Punkte oder 0,19 Prozent auf 2.236,97 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund zwölf Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.225,00 Punkten.

Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,54 Prozent, DAX/Frankfurt -1,05 Prozent, FTSE/London -0,99 Prozent und CAC-40/Paris -1,09 Prozent.

Entgegen dem europäischen Trend konnte der ATX damit ein kleines Plus aus dem Handel mitnehmen. Schwache Außenhandelsdaten aus China sowie Zurückhaltung im Vorfeld der am Donnerstag anstehenden Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) haben an den europäischen Leitbörsen dagegen für trübe Stimmung gesorgt.

Öl wieder unter 40 Dollar

Zudem ist der Kurs für die Ölsorte Brent am Nachmittag wieder unter 40 Dollar gerutscht, nachdem er zuvor noch über 41 Dollar klettern konnte. Am Markt wurde auf die jüngsten Aussagen des Ölministers von Kuwait verwiesen. Dieser sagte, dass sein Land einer Deckelung der Ölproduktion nur dann zustimmen werde, wenn alle anderen großen Ölproduzenten mit an Bord wären, hieß es aus dem Handel.

Gestützt wurde der Wiener Leitindex von den Kursgewinnen in Bankwerten. Erste Group zogen bis Handelsschluss um 2,41 Prozent auf 23,98 Euro an und Raiffeisen gewannen 1,67 Prozent auf 12,77 Euro. An der Spitze der Kurstafel rangierten indessen Lenzing mit plus 3,72 Prozent auf 61,00 Euro.

Verbund-Aktien stiegen um 0,65 Prozent auf 10,84 Euro. Der Versorger zieht sich als 50-Prozent-Partner der Energie Steiermark beim Murkraftwerk in Graz-Puntigam zurück. Grund sei das schwierige Marktumfeld, bestätigte der Konzern einen Bericht der "Kleinen Zeitung". Das Investitionsklima sei mit den niedrigen Börsen-Strompreisen angespannt.

Im Zuge wieder sinkender Ölpreise büßten dagegen die Aktien der OMV ihre im Tagesverlauf eroberten Kursgewinne bis zur Schlussglocke wieder zur Gänze ein. Die Titel schlossen um 0,57 Prozent leichter bei 25,15 Euro. Wie ein Sprecher am Dienstag bekanntgab, plant die OMV im April eine routinemäßige Wartung in der Raffinerie Schwechat. Die Treibstoffproduktion in der nahe Wien liegenden Raffinerie werde dafür vollständig heruntergefahren. Auch Schoeller-Bleckmann Oilfield (SBO) ermäßigten sich um 0,11 Prozent auf 55,66 Euro.

Buwog-Zukauf missfällt Anlegern

Weit unten auf der Kursliste waren außerdem BUWOG mit minus 1,91 Prozent auf 18,76 Euro zu finden. Der Wohnungskonzern hat in Berlin-Neukölln eine über 56.000 m2 große Liegenschaft erworben, auf der 560 freifinanzierte Miet- und Eigentumswohnungen entstehen sollen. Das Gesamtinvestment für das Wohnprojekt beträgt rund 183 Mio. Euro.

Im Fokus stand zudem die conwert, nachdem die Übernahmekommission von Amts wegen am 7. März ein Nachprüfungsverfahren eingeleitet hat. Untersucht werden soll, ob Adler Real Estate, Cevdet Caner, Petrus Advisers gemeinsam vorgehende Rechtsträger sind und ob die Angebotspflicht verletzt wurde. Bereits seit Wochen drängt die deutsche Immobilienfirma Adler, die 22,37 Prozent an der conwert hält, massiv auf einen Austausch von drei der vier Aufsichtsräte und eine stärker auf Wachstum orientierte Firmenstrategie.

Im Reaktion darauf betonten Petrus Advisers am späten Nachmittag, dass es "keinerlei Absprachen mit Adler und kein intendiertes oder faktisches gemeinsames Vorgehen mit Adler oder deren Aktionären gibt". conwert-Titel gingen um 0,74 Prozent leichter bei 12,76 Euro aus dem Handel.

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