17.02.2012, 14:26

"Gehen davon aus, dass Privatsektorbeteiligung ein Erfolg wird"

Bild: dpa

Schuldenkrise. Die deutsche Bundesregierung rechnet mit einem ausreichenden Beitrag privater Gläubiger zur Sanierung Griechenlands. Die Verhandlungen über einen Forderungsverzicht der privaten Anleihengläubiger über rund 70 Prozent sind nach Angaben der griechischen Regierung weit gediehen.

Sofern die Euro-Finanzminister am Montag mit Vereinbarungen zum zweiten Hilfspaket die Grundlagen dafür legten, "gehen wir davon aus, dass die Privatsektorbeteiligung (PSI) ein Erfolg wird", erfuhr Reuters am Freitag aus diesen Kreisen. Derzeit allerdings seien die Arbeiten, um die Voraussetzungen für die Hilfen zu schaffen, noch in vollem Gang.

Die Verhandlungen über einen Forderungsverzicht der privaten Anleihengläubiger über rund 70 Prozent sind nach Angaben der griechischen Regierung weit gediehen. Sie können aber erst abgeschlossen werden, wenn das zweite Paket der Euro-Länder und des IWF steht. Dieses soll nach bisherigen Plänen einen Gesamtumfang von rund 130 Mrd. Euro haben. 30 Mrd. Euro davon sind für die Absicherung eines geplanten Anleihentausches vorgesehen, über den die privaten Gläubiger beteiligt werden sollen.

In den Regierungskreisen wurde bestritten, dass es Meinungsunterschiede zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble im Umgang mit Griechenland gebe. "Da gibt es keinen Dissens", hieß es. Beide arbeiteten vertrauensvoll Hand in Hand bei ihren Bemühungen, die Lage um Griechenland und weitere Problemländer im Euro-Raum zu stabilisieren. In anderen regierungsnahen Kreisen hieß es dagegen, zwischen Merkel und ihrem Finanzminister gebe es Differenzen, ob eine Staatspleite notfalls hingenommen werden solle und ob die Folgen davon beherrschbar seien. Auf einen Dissens deuteten auch Äußerungen von Frankreichs Ministerpräsident Francois Fillon hin. Der warnte in einem Rundfunkinterview vor einer Staatspleite Griechenlands und unterstrich, Merkel unterstütze diese Position seines Landes. Allerdings gebe es innerhalb der deutschen Regierung auch "andere Auffassungen" in dieser Frage.

(Reuters/ekh)

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