15.11.2012, 17:07

Murano-Glas von China-Kopien bedroht

Echtes Murano-Glas / Bild: colourbox

Glaskultur. In der Lagune von Venedig gehen die Wogen hoch. Die Produzent von Murano-Glas wappnen sich gegen Billigkonkurrenz aus China.

Venedig. Die Insel Murano hat eine große Anziehungskraft - sowohl als Touristenattraktion wie auch als Inbegriff für bunte Glaserzeugnisse. Auf der kleinen Insel in der Lagune von Venedig rühmt man sich der 700 Jahre langen Erfahrung in der Herstellung von Glas. Zwischen Tradition und modernem Design werden in den Glasmanufakturen auf der Insel Vasen, Lampen, Gläser und Schalen entworfen. Doch die Jahrhunderte alte Produktion ist jetzt von der Konkurrenz von Billigplagiaten aus China gefährdet. Daher startet das Konsortium "Promovetro", das die Gasmanufakturen der Insel vereint, eine Kampagne zum Schutz des Murano-Glases.

"Tausend Jahre Geschichte: Wollen wir sie wegwerfen?" lautet der Slogan der Kampagne, mit dem man Touristen und Bürger auffordert, Geschäfte zu boykottieren, die Plagiate von Murano-Glas und Ramschsouvenirs verkaufen. "Eine Handwerkproduktion von Qualität ist eine Garantie für ein positiveres Image Venedigs und zieht auch einen qualitätsreichen Tourismus an. Würde man lediglich Glas aus Murano verkaufen, würde die Wirtschaft der Lagunenstadt davon stark profitieren", meinte der Präsident des Konsortiums, Luciano Gambaro.

306 Unternehmen

306 Glasunternehmen sind auf Murano aktiv. Sie beschäftigen circa 2000 Personen, bekommen jedoch immer stärker die Konkurrenz von Plagiaten aus China zu spüren. Sie drängen, dass Murano-Glas von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt werde. Damit soll die lange Handwerkertradition besser geschützt werden. Die Stadt Venedig selbst, die aus 150 Inseln besteht, die durch 400 Brücken verbunden sind, wurde 1987 in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen.

In den 20er- und 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden neue Betriebe auf Murano, die überlieferte Techniken mit innovativem Design kombinierten und der italienischen Glasindustrie nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer weiteren Blüte verhalfen. Doch die Konkurrenz von Ramschprodukten aus China wird immer schärfer. "Wer chinesisches Glas verkauft, zerstört unsere Tradition", warnen die Glasproduzenten Muranos.

(apa/mit)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

23.11.2014, 19:27

Auf allen Vieren: Allrad als neues „Must-have“

23.11.2014, 15:54

Formel 1: Hamilton holt sich mit einem Sieg in Abu Dhabi den Weltmeistertitel

23.11.2014, 08:56

Initial an Kolosseum kostet 20.000 € Buße

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    23.11.2014, 08:49

    Tesla plant Batteriefabrik in Deutschland

    Der US-Elektroautobauer Tesla will "auf lange Sicht" auch in Deutschland Batteriezellen herstellen.

    22.11.2014, 11:28

    "Der heilige Gral": Sport aus der Flasche

    Nestlé forscht aktuell an einem Produkt, das dem Körper vorgaukelt, er würde Sport betreiben.

    22.11.2014, 08:53

    Was weiß Google über mich? Viel, sehr viel...

    Google speichert jede Suchanfrage, weiß immer genau wo Sie sind - sechs Links verdeutlichen, welche Daten Google sammelt.

    21.11.2014, 20:27

    Ikeas Kardashian-Werbung wird zum Internet-Hit

    Eine witzige Persiflage auf das berühmte Kardashian-Cover des Paper-Magazins amüsiert das Netz. Ob tatsächlich die australische Marketingabteilung des schwedischen Möbelhauses für die Anzeige verantwortlich ist, ist noch unklar.

    21.11.2014, 15:29

    Heimeliges Baustellen-WC

    Bauarbeiter in Deutschland können sich in diesem Winter erstmals über beheizte Baustellen-Toiletten freuen.

    Video des Tages