12.09.2012, 09:45  von APA

Startschuss für Vienna Fashion Week

Österreichische Designer stehen im Mittelpunkt / Bild: MQ Fashion Week

Textil. Mit Paris, Mailand, New York und London kann man die Wiener Modewoche im Museumsquartier noch nicht vergleichen. Dennoch soll das fünftägige Event rund 10.000 Besucher anlocken.

Wien. Junges Modedesign mit Fokus auf heimische Designer: Das erwartet ab heute die Besucherinnen und Besucher der MQ Vienna Fashion Week. Beim ersten Mal, im Jahr 2009, war das Zelt klein und auffallend dunkel: "Es passten 350 Leute rein, und innen war es schwarz. Wir dachten uns, wenn niemand kommt, sieht man es nicht so", blickt Zigi Mueller auf die Anfänge der von ihr mitbegründeten MQ Vienna Fashion Week zurück. Seitdem ist viel passiert. Die Veranstaltung, die es sich auf die Fahnen geheftet hat, österreichische Mode bekannter und beliebter zu machen, kann sich über mangelndes Publikumsinteresse nicht beklagen. Bei der vierten Ausgabe, die Dienstagabend mit einer Laufstegshow mehrerer heimischer Designer eröffnet wurde, fasst das Modezelt vor dem Museumsquartier (MQ) schon 650 Personen - und ist immer noch gut gefüllt.

Laufstegpräsentationen

Die Besucher wurden mit einem Querschnitt durch das Schaffen jener österreichischen Modeschöpfer empfangen, die bei der bis Sonntag laufenden Modewoche mit einer eigenen Laufstegpräsentation vertreten sein werden. Unter anderen zeigten die "local heroes" Callisti, Kayiko, Anelia Peschev, Elfenkleid, Elke Freytag, Pitour und Tiberius je eines ihrer Outfits.

In einem davon (vom Label Shakkei) steckte Marlon Schreyer-Dupuy, Münchner Schulbub, Neo-Model und Sohn der Wiener Männermodel-Legende Werner Schreyer. Der 17-Jährige, der erst kürzlich in Wien sein Laufstegdebüt gegeben hatte, meint freimütig, er wolle sich mit Modejobs das Geld für den Führerschein und vielleicht noch ein kleines Auto verdienen. Papa Werner konnte den Auftritt nicht mit professionellem Auge mitverfolgen - er war laut Zigi Mueller bei einem Shooting unabkömmlich.

Auch internationale Modeschöpfer mit dabei

Nach der Mode folgte die "Extravaganza"-Show von Stylist Sergej Benedetter mit beeindruckenden Make-up-Kreationen. MQ-Geschäftsführer Christian Strasser sprach von einem "krönenden Abschluss" des zu Ende gehenden "Summer of Fashion" im Museumsquartier.

Im Lauf der folgenden fünf Schauentage wird auch Mode aus Polen, Thailand, der Ukraine, Rumänien und Bulgarien zu sehen sein, sowie die Show des schon recht bekannten Deutschen Marcel Ostertag. Außerdem wird Christopher Ciccone erwartet, Schuhdesigner und vor allem einer der Brüder von Popkönigin Madonna. Er präsentiert seine sportlich-elegante Kollektion weltweit erstmals in einer Modeschau, wie Mueller betonte.

Anprobieren und gleich kaufen

Die Vienna Fashion Week versucht einen breiten Spagat. Zum einen schlägt sie den direkten Bogen vom Kreativen zum Endverbraucher: Auf Messeständen im Quartier 21 können Modeinteressierte die Designer und ihre Kreationen kennenlernen und auch gleich etwas kaufen. Das läuft für etliche der teilnehmenden knapp 80 Labels, mehr als die Hälfte davon aus dem Inland, offenbar sehr zufriedenstellend. "Viele sagen mir, da bekommen sie neue Kunden her", so Mueller.

Daneben versucht sich die Fashion Week als Plattform für Orderkollektionen zu etablieren. Bei den großen Schauen - "Vorbilder", mit denen sich die drei Organisatorinnen Mueller, Elvyra Geyer und Maria Oberfrank "noch nicht messen lassen" möchten - dreht sich fast alles um die Einkäufer auf der Suche nach den Looks für die nächste Saison. Privatbesucher werden abseits der Promiriege erst gar nicht vorgelassen. Aber auch in Wien werde "jedes Jahr etwas geordert. Durch Kontinuität muss man sich beweisen. Das fängt schon zu greifen an", gab sich Mueller im APA-Gespräch optimistisch. Deutsche, englische und vor allem auch österreichische Einkäufer trauten sich schön langsam zu kommen.

Vorbilder: Paris, Mailand, New York

Mit Paris, Mailand, New York und London könne man die Wiener Modewoche ohnehin nicht vergleichen, betonen die Veranstalterinnen. "So weit würden wir uns nie aus dem Fenster lehnen. Uns gibt es vier Jahre, die anderen 40 (und teilweise noch viel länger, Anm. der Redaktion). Die großen Schauen zeigen vor, wie's geht." Auch Vergleiche mit kleineren und jüngeren Events wie der Berliner Fashion Week greifen laut Mueller nicht: "Berlin ist toll, aber das Konzept ist ganz anders. In Deutschland gibt es viele Brands, das haben wir in Österreich kaum. Bei uns zeigen nur Designer."

Gesamtkosten im sechsstelligem Bereich

Im Herbst 2013 soll die MQ Vienna Fashion Week ihren 5. Geburtstag feiern. Der Übergang zu einer zweimal pro Jahr stattfindenden Veranstaltung, so wie international üblich, "das können wir uns bei hoch sechsstelligen Gesamtkosten nicht leisten", bedauerte Zigi Mueller. Eine Unterstützung durch die Stadt Wien und die Republik Österreich gehört zu den Zukunftswünschen. Das Publikum jedenfalls weiß die Bemühungen des Frauen-Trios wohl zu schätzen: 10.000 Besucher werden auch heuer wieder erwartet.

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