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10.12.2012, 09:49 von Evelin Past
In den USA ist es schon Gang und Gäbe - nun schwappt der Trend auch nach Österreich. Immer mehr Menschen vermieten ihre eigene Wohnung auf Zeit. Als der Unterkunftsvermittler Airbnb im Jahr 2008 im Silicon Valley online ging, wurden die drei Gründer noch belächelt.
Heute dagegen, mehr als 10 Millionen vermittelte Übernachtungen später, gilt Airbnb als Wegbereiter des Konzepts der Vermietung von Wohnungen auf Zeit zwischen Privatpersonen.
Boomender Nischenmarkt
Und der Bedarf steigt: Viele Unternehmen schicken Angestellte für zeitlich begrenzte Projekte in eine andere Stadt. Vor allem bei monatelangen Aufenthalten, gestalten sich die Preise einer möblierten Wohnung erheblich günstiger als die Nächtigungen in einem Hotel. Profitieren können vor allem die Immobilienbesitzer. Wer sein Objekt als Ferien- oder Montagewohnung vermarktet, kann locker doppelt so viel einnehmen wie bei einer langfristigen Vermietung. Klingt gut, birgt aber auch ein Risiko: Leerstand. Ist die Immobilie nicht mindestens sechs Monate im Jahr vermietet, lohnt das Modell nicht.
Salzburger Start-up
Hier kommt ein Jungunternehmen aus Salzburg ins Spiel. Das Start-up hat sich auf den lukrativen Nischenmarkt spezialisiert und betreibt seit März 2012 die Online-Plattform kurzzeitmiete.at. Im Internet bringt das Unternehmen zusammen, was zusammen gehört: Mieter, die auf der Suche nach einer Wohnung zur Zwischenmiete sind und Vermieter, die auf Zeit vermieten wollen. "Der Vorteil an unserer Online-Plattform ist, dass sie sehr bedienerfreundlich ist. Wer Internet-Basiskenntnisse besitzt kann innerhalb von 30 Minuten ein Objekt mieten oder vermieten", erklärt David Auer, einer der drei Geschäftsführer von kurzzeitmiete.at.
Rechtsschutz inklusive
Auch für die rechtliche Absicherung ist gesorgt: So bekommen die Vermieter einen speziell auf die Kurzmiete zugeschnittenen Mietvertrag gleich mitgeliefert. Ausgearbeitet wurde der Vertrag von der Salzburger Rechtsanwaltskanzlei EAG. Von dem Konzept überzeugt sind Unternehmen wie der der Reiseveranstalter Tui, der Lebensmittelkette Lidl oder der Automobilhersteller VW, sie zählen bereits zur Kundenliste der Webfirma. "In einer schnelllebigen Zeit wie der heutigen, ist Mobilität am Arbeitsplatz gefragt, wir passen die Immobilienangebote diesem Trend an", so Auer.
Expansion geplant
Auf der Website werden Objekte angeboten, die von vier Wochen bis zu sechs Monaten gemietet werden können. "Die höchste Auslastung haben möblierte Garconnieren, sie werden vor allem von Businessreisenden bevorzugt", weiß er. Noch werden hauptsächlich Wohnungen im Raum Salzburg, Graz und Wien angeboten. Doch das soll sich Anfang nächsten Jahres ändern, auch der Schritt in Ausland ist für Mitte 2013 geplant.
Erfolgreiches Geschäftsmodell
Mit Kostentransparenz (bei jeder Sucheingabe wird der endgültige Preis, inklusive aller Zusatzkosten angezeigt) und Zusatzangeboten wie Reinigungsservice oder Gebäudeverwaltung will sich das Unternehmen von der Masse abheben. Verdient wird an der Vermittlungsgebühr, Prozentuelle Beteiligung am Gesamtumsatz der einzelnen Vermieter und an einer Servicepauschale, die allerdings der Mieter trägt.
Obwohl das Unternehmen noch lange nicht mit den Rekordzahlen des amerikanischen Vorreiters Airbnb mithalten kann, scheint das Geschäftsmodell auch hierzulande aufzugehen: Schon jetzt sind mehr als 200 Wohnungen auf der Website registriert - Tendenz steigend.
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