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07.12.2012, 10:04 von Andre Exner
Im Frühjahr die Wirtschaftskammer, im Herbst die Wiener Privatbank SE, jetzt Immobilien.net: Laufend werden neue Studien zum österreichischen Wohnimmobilienmarkt präsentiert, die vor Begriffen wie "Anstieg","Rally", und "Preisexplosion" nur so strotzen. Tatsächlich sind die Wohnungspreise und Mieten seit 2008 angezogen. Zwar übertraf die Entwicklung nicht überall die Inflationsrate, doch in ganz Österreich sind Preisniveaus erreicht, die Immobilien schwer leistbar machen.
Das große Jammern
"Die hohen Immobilienpreise sind wie der hohe Benzinpreis", sagt Walter Wittmann, Vorstand des Wohn-Immo-Spezialisten Premium AG, "wir jammern darüber, haben aber gelernt, damit zu leben." Er erklärt die aktuellen Preise nicht nur wie die eingangs erwähnten Experten mit der steigenden Nachfrage und dem knappen Angebot - wiewohl dies auch wichtige Faktoren seien: "Die Preise sind aber vor allem deswegen so hoch, weil die Gestehung kosten sehr hoch sind", sagt Wittmann: Für Entwickler wie die Premium AG bleibe nach Grundstücks-und Baukosten nicht mehr Gewinn über als vor zehn Jahren.
Während manche Akteure-Premium AG, SixB4Seven, Immowert, aber auch börsenotierte wie Conwert und UBM -auf den renditeträchtigeren deutschen Markt ausweichen, suchen andere Entwickler ihr Heil in den Bundesländern. In Graz, sagt etwa Helmut Hardt, Direktor der Wiener Privatbank SE, sind die Mieten ähnlich wie in Wien, die Gestehungskosten jedoch niedriger. Ähnliches gelte für Salzburg, wenn auch dort Genehmigungsverfahren etwas langwierig seien.
"Wir sind nicht Wien, aber auch hier wird es immer schwieriger, leistbares Wohnen anzubieten", sagt Jürgen Haidinger, Geschäftsführer der Salzburger Immobiliengruppe Kainz. Der Entwickler weicht vermehrt auf Gemeinden rund um Salzburg aus und sucht die Kooperation: Wenn die Gemeinde den Grund zur Verfügung stellt und Kainz Wohnungen bauen darf, bekommt der Ort kommunale Einrichtungen oder Geschäftsflächen. Somit entsteht leistbarer Wohnraum -und die Gemeinde freut's.
Günstige Regionen
Relativ günstig ist noch das Burgenland, auch Teile von Niederösterreich sind für Wohnungssuchende noch erschwinglich. Wer in einem der Ballungsräume arbeitet, dem hilft das jedoch wenig. Wie bereits vor Jahren ein Makler sagte: Im Waldviertel gibt es viele gute Gründe -aber keinen, dorthin zu ziehen.
(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2012-12-07)
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