07.12.2012, 10:25  von Melanie Manner

"Weil wir Russen sind, ist alles teurer"

Immobilienmaklerin Vera Skala / Bild: WB/Peroutka

Immobilien. Maklerin Vera Skala hat sich mit ihrer neuen Agentur Avstria Real auf Kunden aus Russland spezialisiert. Sie spricht über Sicherheitsbedürfnis und Stereotypen.

WirtschaftsBlatt: Sie vermitteln österreichische Immobilien an Kunden aus Russland, der Ukraine und Kasachstan. Wo suchen Ihre Kunden?

Vera Skala: Am interessantesten sind Immobilien in Wien und Umgebung sowie Skigebiete in Tirol, Salzburg oder Oberösterreich. Die Steiermark ist interessant, weil es am wenigsten Beschränkungen für Käufer gibt.

Warum wählen die Leute Wien statt zum Beispiel London?

Hierher kommen Familien mit Kindern. Sie suchen Sicherheit und Ruhe. Sie wissen, dass man hier auf der Straße ohne Bodyguards gehen und die Kinder alleine zur Schule gehen lassen kann. Das ist zum Beispiel in London nicht immer der Fall. Außerdem sind die Preise hier nicht so hoch.

In Österreich stellt man sich den russischen Oligarchen mit goldenen Wasserhähnen vor. Welchen Komfort erwarten Ihre Kunden wirklich?

Es ist schon so, dass sich die Kunden oft etwas Schöneres vorstellen, als dann tatsächlich da ist. Wenn ein Bauträger im 19. Bezirk in Wien Wohnungen hinbaut, dann sind sie durchaus gut ausgestattet, aber nicht unbedingt luxuriös. Sie kaufen aber dann trotzdem. Aber natürlich wäre eine Wohnung mit drei WCs bei drei Schlafzimmern gerne gesehen. Das wäre vielleicht eine Marktlücke.

Was ist Ihr teuerstes Objekt und wie lange brauchen Sie, um es loszuwerden?

Ein Fünf-Sterne-Hotel um 150 Millionen €. Wenn es fertig ist, wird es schnell Käufer finden. Bei Objekten in dieser Größenordnung kann das zwei Jahre dauern. Aber den Investoren fehlt oft das Vertrauen, dass Bauprojekte tatsächlich fertig werden, weil das in ihren Ländern nicht immer so ist.

Was sollte man beachten, wenn man an Russen verkauft?

(lacht) Bei jeder Besichtigung sagt einer "Russen trinken gerne Wodka" oder erzählt, dass Russen ihre Gläser zerbrechen. Ich persönlich habe das noch nie gesehen und würde von solchen Sprüchen abraten. Es gibt auch keine Bären auf dem Roten Platz. Außerdem hören manche Leute, dass Russen kommen, und heben den Preis um zehn bis zwanzig Prozent an. Die Käufer sind dann wütend und sagen "weil wir Russen sind, ist alles teurer". Die benutzen nämlich auch das Internet und vergleichen Preise.

(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2012-12-07)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

23.07.2014, 20:56

Ministerium bringt Immo-Indizes

21.07.2014, 17:13

Conwert: „Wir verkaufen in Wien keine Zinshäuser mehr"

20.07.2014, 19:44

Immowerte in Italien brechen zweistellig ein

426,5 Millionen €

Luxusimmobilien im Wert von 426,5 Millionen € wechselten innerhalb von zwei Jahren in Österreich den Besitzer; die große Mehrheit davon, Immobilien im Wert von 303 Millionen €, ging aber an Österreicher. Das ergab die Master Thesis von Evelyn Hendrich, Geschäftsführerin von Hendrich Real Estate, an der TU Wien. Nur sieben Prozent der Immobilien wurden von Russen erstanden, die damit hinter den Deutschen auf Platz drei der Nationenliste liegen.

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    1 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    rolli1950 meint

    anders rum gefragt - warum ist für einen westtouristen in russland alles teurer ?
    beginnt schon in unseren nachbarländern wie H, CZ, SK ?? wird wohl der selbe hintergrund sein - abzocken !!

    verfasst am 09.12.2012, 09:44

    17.07.2014, 16:44

    Die Grenzen von Eigentum

    Ob Wimdu, 9flat oder Airbnb: Wer entgeltlich Gäste aus aller Herren Länder in der eigenen Wohnung willkommen heißen will, sollte sich unbedingt vorab mit den rechtlichen Vorgaben vertraut machen.

    16.07.2014, 17:49

    Kroatien: Eine Villa für Mats Hummels

    Der deutsche Nationalspieler Mats Hummels weiß offenbar schon, dass er an der kroatischen Küste urlauben will. Immobilien in Kroatien werden immer beliebter.

    14.07.2014, 12:16

    Immofinanz steht bei CA Immo schon Gewehr bei Fuß

    Der Immobilienkonzern Immofinanz hat Interesse an einem Einstieg beim Konkurrenten CA Immo.

    14.07.2014, 10:45

    Unternehmer kauft ehemaliges Zollamt in Laa a.d. Thaya

    Es war eine der ungewöhnlichsten Immobilien Österreichs und die BIG erzielt einen ordentlichen Mehrerlös aus dem Verkauf des ehemaligen Zollamts in Laa a.d. Thaya

    11.07.2014, 15:59

    René Benko: Zwischen Karstadt-Retter & Immobilien-Tycoon

    Vom Schulabbrecher zu einem der erfolgreichsten Unternehmer Österreichs. René Benko mischt den Immobilienmarkt auf und könnte nach der Übernahme der Karstadt-Spitzenhäuser nun 83 traditionelle Warenhäuser des deutschen Konzerns übernehmen.

    Umfrage

    • Soll das Binnen-I in der Rechtschreibung erhalten bleiben?
    • Ja
    • Beides vollständig ausschreiben
    • Abschaffen
    • Nur weibliche Schreibung - inkludiert Maskulinum

    Die Redaktion empfiehlt