18.01.2013, 09:40  von Andre Exner

Der Exodus der Banken belebt die Wiener City

Die frühere CPB in der Bankgasse / Bild: WB/Peroutka

Die Zeiten, als bei Österreichs größten Geldinstituten die Postleitzahl 1010 im Briefkopf stand, sind vorbei. Banken werden zu Hotels, Wohnungen und Luxusbüros.

In London und New York prägen die Wolkenkratzer der Finanzbranche die Skyline, auch in Frankfurt beherrschen Banken-Türme das Stadtbild. Wien ist wieder mal anders:

Der Verkauf der Bawag-Zentrale an Rene Benkos Signa 2007 war erst der Beginn. Seitdem findet ein wahrer Banken-Exodus statt. Weitere Bawag-PSK-Immobilien (etwa das von Karl Wlascheks Amisola erworbene Haus am Fleischmarkt), der Bank-Austria-Palast Am Hof, die Constantia-Privatbank-Zentrale in der Bankgasse, die an Siwacht-Gründer Christian Knobloch ging: Neben dem Staat gehören die meisten Prunkimmobilien in der Innenstadt nun einmal den Banken - und dass die ihre Immobilienportfolios bereinigen, ist in Zeiten von Basel III ein steter Trend. Allein die Erste Bank hält am Gebäude am Graben fest, hat allerdings 2012 andere Prunkimmobilien in der Innenstadt verkauft, darunter das Haus Ecke Schottenring/Börsegasse an Jamal Kaddaj, Eigentümer des Hotel Radisson.

Doch nur wenige frühere Banken eignen sich für Hotels, Wohnen und Shopping - auch wenn das die höchsten Quadratmeterpreise bzw. - Mieten und damit die höchsten Renditen für Entwickler bringt. Meistens werden die alten Flächen herausgeputzt und als Büro neu vermietet. "Die Nachfrage nach hochwertigen, sanierten Büroflächen ist im ersten Bezirk anhaltend hoch", sagt Michael Ehlmaier, Geschäftsführer des Maklers EHL Immobilien. "Für entsprechende Objekte können Quadratmetermieten über 20 € im Monat erzielt werden." Ehlmaier ist überzeugt, dass beispielsweise die 3500 Quadratmeter, die heuer in der früheren CPB-Zentrale in der Bankgasse fertig werden, leicht zu solchen Spitzenpreisen vermietet werden können. Sogar die 30-€-Grenze könnte in der Wiener Innenstadt bald fallen.

Neuer Megadeal

Mit dem Verkauf der Bank-Austria-Zentrale steht erneut ein Millionendeal an. "Es gibt mehrere Interessenten", sagt Bank-Austria-Vorstand Willibald Cernko. Der Deal wird im ersten Quartal abgeschlossen.

Angeblich hat Conwert die besten Chancen und errichtet ein Harrod's-Luxuskaufhaus - Conwert kommentiert das nicht. Die Bank hat 2012 eine Million € in Renovierungsarbeiten investiert und mietet das Gebäude bis 2016 zurück.

(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2013-01-18)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

30.07.2015, 15:22

Soravia-Gruppe will weitere Immo-Millionen nach Belgrad lenken

29.07.2015, 12:19

So teuer ist wohnen an der Wiener U-Bahn

29.07.2015, 12:03

Wer kauft den Wiener Donauturm?

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    1 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    So ein Blödsinn , Büromarkt ist fast tot im ersten ,....

    verfasst am 22.01.2013, 10:14

    28.07.2015, 16:16

    Großbritannien will Geldwäsche mit Luxusimmobilien stoppen

    Es geht um enorme Summen in der Höhe von mehr als 170 Milliarden Euro, und London will selber Immobilien los werden.

    24.07.2015, 14:12

    Zimmer mit Designermöbeln und Papstblick zu vermieten

    Der Papst kommt in die USA. Die Bewohner von Philadelphia schlagen aus dem Weltfamilientag Profit.

    23.07.2015, 12:24

    "Das Ziel muss die 700-Euro-Mietwohnung sein"

    Eine Flaute im Wohnbau ortet s-Bausparkasse-Chef Josef Schmidinger. Das Ziel müsse die 700-Euro-Mietwohnung, die für den Durchschnittsverdiener noch leistbar sei.

    22.07.2015, 13:53

    Expansion: Conwert streckt Fühler nach deutschem BGP-Portfolio aus

    Die österreichische Wohnungsgesellschaft Conwert steht vor dem Kauf von rund 16.000 Wohnungen in Berlin und Nordrhein-Westfalen.

    21.07.2015, 16:05

    Britische Regierung versilbert Immo-Potfolio

    Die britische Regierung will zum Zweck der Haushaltskonsolidierung weitere staatliche Ländereien zu Geld machen. Darauf sollen dann Wohnungen entstehen.

    Umfrage

    • Würden Sie privat Flüchtlinge bei sich aufnehmen?
    • Ja, sofort
    • Ja, mit staatlichen Zuschüssen
    • Nein, ist Staatsaufgabe
    • Nein, Österreich sollte keine Flüchtlinge aufnehmen
    • Weiß nicht

    Die Redaktion empfiehlt