01.12.2012, 22:06  von Evelin Past

Wie Führungskräfte delegieren lernen

Viele Führungskräfte fühlen sich für alles verantwortlich. /

Zeitmanagement. Die meisten Chefs neigen dazu, alles selbst machen zu wollen. Gleichzeitig fühlen sie sich von der Arbeitslast erdrückt. Richtiges und effektives delegieren kann helfen.

Warum Aufgaben abgeben, wenn ich doch selbst alles am besten kann? So denken viele Vorgesetzte. Sie tun sich schwer Verantwortlichkeiten aus der Hand zu geben. Dabei ist delegieren ein starkes Führungsinstrument: Mitarbeiter können mit neuen Tätigkeiten wachsen und mehr Kompetenzen entwickelten. Den Managern hingegen bleibt endlich Zeit für strategische Aktivitäten.

Arbeitstagebuch

"Wenn sie Führungskräfte fragen, mit welchen Aufgaben sie ihren Tag verbracht haben, können die meisten keine klare Antwort geben", sagt Jeffrey Pfeffer, Professor an wirtschaftsblatt.at-Desktopder US-Eliteschmiede Stanford, im Gespräch mit dem Magazin "Harvard Business Review". Er rät den Spitzenkräften tägliche Notizen über ihre erledigten Tasks zu machen, eine Art Arbeitstagebuch. Nach einer Woche lässt sich ein Muster erkennen, hier zeigen sich auch Routinearbeiten, die dann delegiert werden können. „Die wichtigste Aufgabe als Führungskraft ist es seinen Mitarbeitern beizubringen wie man denkt und wie man die richtigen Fragen stellt, damit die Welt nicht zusammenbricht, wenn man einmal einen Tag nicht da ist", so Pfeffer.

Wie delegiert man richtig?

Wie aber delegiert man nun richtig? Laut Annette Eckes, promovierte Medizinerin, Coach und Autorin eines Praxishandbuchs zur Mitarbeiterführung, sollten Führungsaufgaben von Sachaufgaben getrennt werden. Führungsaufgaben sind nicht delegierbar. Die Sachaufgaben hingegen können auf Mitarbeiter übertragen werden, die entweder die notwendigen Kenntnisse besitzen oder motiviert sind, sich diese anzueignen."Delegieren kann Teil der Mitarbeiterentwicklung sein", bestätigt auch Carol Walker, Geschäftsführerin der Beratungsfirma "Prepared to lead" im Interview mit dem "Harvard Business Review".

Leistungspotenzial der Mitarbeiter steigern

Entscheidend sei, dass die Mitarbeiter verstehen, welche Verantwortung und welche Aufgaben ihnen mit der Delegation übertragen werden. Bei der Übergabe sollten Führungskräfte betonen, dass nicht nur die Erledigung wichtig ist, sondern auch, dass die Verantwortung nun beim Mitarbeiter liegt.

Ist ein Bereich übergeben, sollten sich die Chefs in eine Beobachtungsposition zurückziehen. "Wenn Mitarbeiter etwas lernen sollen, muss man ihnen die Chance geben Fehler zu machen", sagt StanfordProfessor Pfeffer. Unterstützung ist aber trotzdem erlaubt - die Verwantwortung bleibt aber beim Mitarbeiter.

Mehr Motivation

Nachdem die Aufgabe erledigt wurde, ist Zeit für ein Feedback des Chefs. Ein offener Erfahrungsaustausch steigert nicht nur die Erfolgsquote des abgegebenen Projekts sondern in der Regel auch die Motivation der Mitarbeiter.

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

30.04.2015, 11:33

Der blutige Aufstieg der jüngsten Selfmade-Milliardärin Amerikas

30.04.2015, 09:06

Karrieretipps: Einfach tun und bloß keine Hemmungen haben

30.04.2015, 06:57

Das unglaubliche Leben der reichsten Frau Großbritanniens

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    29.04.2015, 15:56

    Problematischer Trend: Leistung im Beruf zahlt sich nicht mehr aus

    80 Prozent der Österreicher sind der Ansicht, dass die Belastung am Arbeitsplatz in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat, nur 9 Prozent sind anderer Meinung.

    29.04.2015, 12:22

    "Mit Geld kann man eine Uhr kaufen, aber keine Zeit – ich bin anderer Ansicht"

    Ihren sicheren Job bei Novartis hat die 36-Jährige Kärtnerin gekündigt, um sich mit einer besonderen Geschäftsidee selbstständig zu machen. Ihr Leitmotiv: Anderen mehr Zeit verschaffen.

    28.04.2015, 15:13

    Finanzspritze für Medizinstudenten: Wien zahlt 650 Euro monatlich

    Der Konkurrenzdruck um angehende Spitalsärzte ist hoch: Wien will Medizinstudenten nun mit einer Finanzspritze umwerben.

    28.04.2015, 10:41

    Aldi-Mitarbeiter wird ungewollt zum Botschafter der Nächstenliebe

    Für den 18-Jährigen war es ein ganz normaler Arbeitstag. Doch plötzlich ist er eine Berühmtheit im Netz. Dabei hat er nur getan, was er für selbstverständlich hielt.

    24.04.2015, 19:40

    Managementfehler: Gescheiterte Titanen

    Welcher Manager hat rückblickend seine Ziele erreicht, wer nicht? Gibt es ein Muster, das sich wiederholt, eine Strategie des Scheiterns? Antworten liefert das Buch "Gescheiterte Titanen".

    Umfrage

    • Wie beeinflusst die Germanwings-Tragödie ihr persönliches Flugverhalten?
    • Gar nicht. Fliegen ist immer noch die sicherste Art zu reisen.
    • Ich bevorzuge nun andere Fluggesellschaften.
    • In nächster Zeit werde ich auf andere Verkehrsmittel umsteigen.
    • Fliege aus Prinzip nicht.

    Die Redaktion empfiehlt