07.12.2012, 10:14  von Kathrin Gulnerits

Hin und wieder loben - aber richtig

Nur jeder vierte Mitarbeiter erhält für gute Arbeit ein Lob / Bild: colourbox

Nicht geschimpft ist gelobt genug, denken sich viele Chefs und vergessen regelmäßig, anerkennendes Feedback zu geben. Die Folge: jede Menge Frust bei den Mitarbeitern.

Die einen wollen nicht, die anderen können nicht. Fakt ist: Chefs knausern in der Regel mit Lob und interessieren sich nur mäßig für die Arbeit ihrer Mitarbeiter. Wohin das führt, zeigt der jährliche Engagement-Index von Gallup: nämlich zu jeder Menge Frust und innerlicher Kündigung. Nur jeder vierte befragte Mitarbeiter erhält laut der Studie für gute Arbeit Lob vom Vorgesetzten, jeder Dritte wird nach seiner Meinung gefragt. "Am Führungsverhalten hat sich in den vergangenen zehn Jahren wenig geändert", kritisiert Studienautor Marco Nink.

Doch woran liegt es, dass Chefs so selten lobende Worte über die Lippen bringen? Robert Korp, Geschäftsführer des Trainingsinstituts Dale Carnegie in Wien, sieht viele Gründe: Die einen vergessen es einfach, andere legen diesbezüglich eine gewisse Scheu an den Tag. Wieder andere denken: "Das ist eh selbstverständlich." Korp: "Oft ist es auch die Einstellung ,Nicht geschimpft ist gelobt genug.'"

Immer begründen

Wie Führungskräfte Lob, Anerkennung und Wertschätzung geben, ohne dass das plump, steif oder wie ein bewusst eingesetztes Stilmittel wirkt, können sie u. a. im Dale-Carnegie-Seminar "Kommunikation und Menschenführung"(ab 23. Jänner 2013,9:00 bis 12:30 Uhr; 2100 € exkl. MwSt.) lernen. "Wichtig ist, dass das Lob authentisch ist und begründet wird", nennt Korp eine entscheidende Grundregel. "Eine gute Führungskraft lobt ja vor allem, weil sie will, dass sich der Mitarbeiter weiterentwickelt." Ein "Super gemacht!" hat laut Korp mit echter Anerkennung nichts zu tun. Er warnt auch davor, Anerkennung nur zu geben, damit Mitarbeiter künftig "besser spuren". Korp: "Das ist durchschaubar."

 

(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2012-12-07)

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Individuell statt Gießkannenprinzip: Nicht jeder Mitarbeiter will vor versammelter Mannschaft gelobt werden. Andere wünschen sich aber genau das.

Nicht mit "Zuckerbrot und Peitsche": Vermischen Sie Anerkennung nicht mit Kritik.

Bloß keine Floskeln à la "Das haben Sie toll hinbekommen".

Zeit nehmen: Flüchtige anerkennende Worte zwischen Tür und Angel verlieren ihre Wirkung.

Übertreiben Sie nicht: Auch inflationäres Lob kommt nicht gut an.

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