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02.01.2013, 11:02
Saarbrücken. Deutschlands Handwerk will angesichts des Nachwuchsmangels verstärkt um frustrierte Studenten buhlen. "Die Handwerkskammern haben begonnen, gezielt um diese enttäuschten Studenten zu werben", sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZdH), Otto Kentzler, der "Saarbrücker Zeitung" in der Mittwochsausgabe. Der "Trend zur Akademisierung" im deutschen Bildungswesen sei "fatal". An Universitäten gebe rund ein Drittel der Studierenden frühzeitig auf.
Orientierung nach oben
"In naturwissenschaftlichen Fächern werden mit jeder Zwischenprüfung Leistungsschwächere in großer Zahl ausgesiebt", sagte Kentzler. Demgegenüber bekämen Studenten im Handwerk "eine klare Orientierung - und zwar nach oben".
Zugleich bekräftigte Kentzler seine Kritik an der mangelnden Ausbildungsreife vieler Schulabgänger. "Viele Handwerksmeister nehmen das mittlerweile in ihrer Not selbst in die Hand und verpassen ihren Azubis Nachhilfestunden", sagte der Handwerkspräsident. Außerdem werde versucht, mit externen Betreuern zu verhindern, dass Lehrlinge ihre Ausbildungen abbrächen. Für seine Zunft sei ausschlaggebend, "dass auch die nächste Bundesregierung erkennt, wie wichtig für die Stabilität in Wirtschaft und Gesellschaft ein stabiles Handwerk ist", sagte Kentzler.
(APA/AFP)
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