04.01.2013, 12:03  von Evelin Past

Berufliche Online-Profile sind selten wirklich kreativ

Häufig genutze Schlagwörter haben keine Aussagekraft / Bild: colourbox

Studie. Mit abgedroschenen Selbstbeschreibungen in Karriere-Netzwerken stechen Jobsuchende nicht aus der Masse hervor. LinkedIn hat ausgewertet welche Begriffe besonders überstrapaziert sind.

Wer im Netz nach beruflichen Kontakten, nach Geschäftspartner, nach Arbeitgebern und Fachkräften sucht, der will auffallen und sich mit seinem Online-Profil abheben. In der Realität sieht es aber meist anders aus. Eine Studie des Business-Netzwerks LinkedIn hat ergeben, dass sich die Selbstbeschreibungen der User oft ähneln.

Weltweit und in Deutschland ist das Schlagwort "kreativ" die Nummer eins der am häufigsten in den Mitgliederprofilen genutzten Begriffe. Für die Erhebung wurden über 187 Millionen LinkedIn -Nutzer-Profile analysiert. Das Karriere-Portal veröffentlichte die Rangliste der überstrapazierten Schlagwörter bereits zum dritten Mal. 2010, als die Studie zum ersten Mal durchgeführt wurde, stand "innovativ" an vorderster Stelle.

Hitliste der abgedroschensten Schlagwörter

In deutschen Profilen (für Österreich gibt es keine eigene Auswertung) werden neben „kreativ" folgende Eigenschaftswörter am häufigsten benutzt: Verantwortungsbewusst, analytisch, motiviert, innovativ, erfolgsorientiert, organisiert, kommunikativ, effektiv und international erfahren.

In Ägypten sehen sich die Jobanwärter häufig als „multinational". Brasilien glänzt mit „experimentell", in Frankreich und Italien gibt man sich „verantwortungsbewusst". Indien ist „effektiv", die Manager in Malaysia, Saudi-Arabien, Südafrika, Vereinigte Arabische Emirate, Großbritannien halten sich für „motiviert". In Spanien zeigt man sich „spezialisiert" und die Eidgenossen in der Schweiz sehen sich „analytisch".

Wirkliche Kreativität zählt

Fakt ist, dass sich im Netz viele Karriere-Profile ähneln und wie beim echten Lebenslauf Floskeln nur eine geringe Aussagekraft haben. Das sieht auch Alexander Zipp von LinkedIn ähnlich: „Wer hier auffallen will, sollte mit seinem Online-Profil aus der Masse hervorstechen. Millionen von Mitgliedern behaupten von sich, sie seien kreativ. Belege wie beispielsweise Verweise auf einzigartige, einfallsreiche, faszinierende Projekte sind eine Möglichkeit, sich abzuheben."

Hier noch weitere Tipps wie Sie ihr Profil überarbeiten können und am Ende wirklich innovativ sind:

Prüfen, was der Mitbewerb macht

Mit einer Personensuche können Mitglieder mit einer ähnlichen Berufsbezeichnung gefunden werden. Bei fremden Profilen fällt es häufig leichter zu erkennen, welche Aussagen und Beschreibungen positiv wirken. Die Erkenntnisse aus der Mitbe-werber-Analyse können für die Gestaltung des eigenen Profils genutzt werden.

Empfehlungen sammeln

Direkte Kontakte können die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten mit einer Empfehlung versehen. Insgesamt können Mitglieder bis zu 50 Kenntnisse und Fähigkeiten aus den unterschiedlichsten Feldern angeben. Die ideale Zahl sind um die zehn Fähigkeiten, die auch in Suchergebnissen einfach gefunden werden.

Richtigen Überschrift wählen

Die Positionsbeschreibung ist eine der ersten Informationen, die andere Mitglieder in den Suchergebnissen zu sehen bekommen. Empfehlenswert ist eine Art "berufliche Schlagzeile", die Interesse weckt und dafür sorgt, dass das vollständige Profil aufgerufen und gelesen wird.

 

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

31.07.2015, 09:27

Stress am Arbeitsplatz als Bumerang für Unternehmen

30.07.2015, 14:40

Weitere Hass-Postings mit Folgen – Kündigungen bei Spar und beim Roten Kreuz

30.07.2015, 08:57

"Ein Businessmann, der keine Angst hatte"

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    24.07.2015, 13:47

    Bald 15.000 neue Jobs bei BMW

    Der Autobauer BMW will seine Entwicklungsabteilung deutlich ausbauen.

    24.07.2015, 11:02

    Karriere als DJ: 20-jähriger Deutscher erobert US-Charts

    Der erst 20-Jährige Felix Jaehn belegt mit dem Song "Cheerleader" Platz eins der US-Charts. Eine Seltenheit.

    23.07.2015, 11:09

    Mit diesem Einstieg wird die Präsentation zum Erfolg

    Wer seine Zuhörer fesseln will, muss einen Start mit "Wow-Effekt" hinlegen. Denn bei einer Präsentation entscheiden schon die ersten Sekunden über den Gesamterfolg. Zwei Fallbeispiele.

    22.07.2015, 10:11

    Gehaltsverhandlungen erfordern Mut

    Kann man mit dem Chef über das Gehalt verhandeln? Eine aktuelle Umfrage zeigt: Wünschen ist erlaubt, Verhandeln schon weniger.

    20.07.2015, 16:52

    SPÖ-“Rebellin“ Ablinger legt sich bei Einkommensberichten quer

    "Ungerechtigkeiten überleben immer im Dunkeln“, so die streitbare Frauenrechtlerin Sonja Ablinger, die als neue Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings unter anderem die Wertigkeit von Branchen mit hohem Frauenbeschäftigungsanteil steigern will.

    Umfrage

    • Würden Sie privat Flüchtlinge bei sich aufnehmen?
    • Ja, sofort
    • Ja, mit staatlichen Zuschüssen
    • Nein, ist Staatsaufgabe
    • Nein, Österreich sollte keine Flüchtlinge aufnehmen
    • Weiß nicht

    Die Redaktion empfiehlt