04.01.2013, 13:00  von Ann Kathrin Hermes

"Mehr als ein 9-to-5-Job"

Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein Dauerthema / Bild: Colourbox

Unternehmen. Ein Drittel aller Unternehmen wird hierzulande von Frauen geführt. Was ändert sich bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie?

Wien. Unternehmertum ist ein wichtiger Motor der österreichischen Wirtschaft. Bereits ein Drittel aller Unternehmen wird hierzulande von Frauen geführt. Und die weibliche Antriebskraft wächst stetig - so lag der Frauenanteil bei Neugründungen österreichweit im vergangenen Jahr bei 41 Prozent.
„Das ist ein Spitzenwert im europäischen Vergleich", stellt Adelheid Fürntrath-Moretti, Bundesvorsitzende von "Frau in der Wirtschaft" fest.

Wie so oft, wenn von Frauen in der Wirtschaft die Rede ist, stellt sich die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Unter dem Motto „Unternehmen und Familie" arbeiten die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft (SVA) und die Interessensvertretung „Frau in der Wirtschaft" an einem Unterstützungskonzept. „Dahinter verbirgt sich eine bessere Vereinbarkeit des Unternehmens und der Familie", fasst der stellvertretende SVA-Obmann Peter McDonald zusammen.
„Wir kämpfen für eine wesentliche Verbesserung der Situation von berufstätigen Müttern", sagte McDonald in einem Pressegespräch am Freitag. Schließlich sei es für die österreichischen Unternehmerinnen "mehr als ein 9-to-5-Job".

Mehr Wochengeld

Wesentliches Ergebnis dieses Kampfes ist im sozialen Bereich zu finden. So wurde nach rund 30 Jahren das Wochengeld für Unternehmerinnen verdoppelt und nun dem Niveau der Unselbständigen angepasst. Es beträgt nun 50 Euro. „Eine gelungene Errungenschaft", wie Fürntrath-Moretti betont. Zudem sei es „eine Sache der Fairness". Der bisherige Betrag lag bei rund 27 Euro.

„Mit aller Kraft, mit mehr Energie und relativ frei", so stellt sich die Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft weibliches Unternehmertum vor. Wenig Verständnis hat Adelheid Fürntrath-Moretti wenn es um die bisherige Nutzung der steuerlichen Absetzbarkeit des Kinderbetreuungsgeldes geht. „Wir hatten 165 Millionen Euro dafür bereitgestellt. Aufgrund des Ausbaus der Kindergärten blieben davon 129 Millionen Euro ungenutzt."

Forderung nach Teilzeitbeschäftigung

Aber auch die SVA sucht aktiv nach Verbesserungen. So soll bereits im 1. Quartal diesen Jahres eine Beitragsbefreiuung für Wochengeldbezieherinnen durchgesetzt werden. „Die Unterstützung des Ministers Mitterlehner und des Ministers Hundstorfer haben wir", betont der stellvertretende SVA-Obmann McDonald.
Zudem wird eine Förderung der Teilzeitbeschäftigung forciert. "Für unselbständige Frauen ist eine Teilzeitbeschäftigung etwas völlig normales - wir brauchen die Möglichkeit zur Teilzeitselbständigkeit für Frauen, die Unternehmerschaft und Kinder vereinbaren wollen und müssen. Wir brauchen flexiblere Formen für eine Unternehmerschaft, die Familie und Kinder möglich macht."

Selbständige sollten unbürokratisch während des Bezuges des Kinderbetreuungsgeldes ein Einkommen bis zu einer Obergrenze von 4.500 Euro bei einem Umsatz 30.000 Euro ermöglicht werden, so die Forderung McDonalds.

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

25.08.2014, 09:54

In Mitarbeiter investieren

25.08.2014, 09:20

Herbert Pliessnig: "Ich stelle Leute ein, die besser sind als ich"

19.08.2014, 14:57

Claus Hipp: "Mehr als satt kann man Kinder nicht kriegen"

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    16.08.2014, 10:41

    Shanghai-Uni-Ranking: Nur noch sechs heimische Hochschulen unter den Top 500

    Uni-Ranking: Die österreichischen Unis haben im neuen "Shanghai Academic Ranking of World Universities" gegenüber dem Vorjahr insgesamt leicht an Boden verloren.

    13.08.2014, 09:16

    Zeit-Verschwendung: "Wäre Zeit tatsächlich Geld, hätten viele Unternehmen riesige Verluste"

    Die Managementberater von Bain & Company haben das Zeitmanagement in 17 Konzernen untersucht. Mit teilweise haarsträubenden Ergebnissen.

    05.08.2014, 12:17

    Was man braucht, um Chef zu werden

    54 Jahre, männlich, ein Abschluss von Oxford, Cambridge oder Harvard - so sieht der durchschnittliche CEO eines internationalen Großunternehmens aus.

    31.07.2014, 16:29

    Gesundheit der Mitarbeiter wird Chefsache

    Mehr als zwei Drittel der befragten Führungskräfte sind davon überzeugt, dass sie das Gesundheitsverhalten der eigenen MitarbeiterInnen entscheidend beeinflussen können - auch negativ.

    31.07.2014, 14:32

    Jeder fünfte Deutsche rackert im Urlaub für den Boss

    Von wegen Freizeit: Sechs Millionen Deutsche arbeiten im Urlaub. Das bringt zwar zusätzliches Geld in die Unternehmenskassa, aber die Entspannung geht flöten.

    Umfrage

    • Schulbeginn: Wo kaufen Sie Schreibwaren und Büroartikel?
    • Papier-Fachgeschäft
    • Handelsketten
    • Online