15.01.2013, 12:44  von Evelin Past

Die schräge Personalpolitik von Abercrombie & Fitch

Nackte Waschbrettbäuche sind Teil der "Look Policy" / Bild: Dpa, Vennenbernd

Karriere. Sie sind jung, schön und immer gut drauf. Die Mitarbeiter der US-Modekette Abercrombie & Fitch sollen das lockere Surferimage vermitteln. Hinter den Kulissen sieht es allerdings anders aus.

Der Hype um die Marke, die für sportlichen College-Stil steht, ist ungebremst. Das zeigte die jüngste Eröffnung eines Abercrombie & Fitch-Ablegers in München. Es ist die dritte Filiale der In-Marke in Deutschland und die zweitgrößte Europas.

Der Besucheransturm bei der Eröffnung Ende Oktober war riesig. Dabei stand nicht nur die Mode, sondern vor allem die Mitarbeiter im Mittelpunkt. Denn üblicherweise arbeiten in den Stores von Abercrombie & Fitch durchtrainierte Models, die in den abgedunkelten, nach Parfum duftenden Geschäften zu lauter Musik tanzen und die Kunden mit ihrem Waschbrettbauch begrüßen.

Chef als Kontrollfreak

Doch der schöne Schein trügt: Hinter den Kulissen geht es mitunter zu wie in einer Kaserne, denn Michael Jeffries, Chef der Kultmarke, ist ein Kontrollfreak, wie der Spiegel Online berichtet. Die Mitarbeiter müssen sich einem strikten Regelwerk („Look Policy") unterordnen, das neben Verhaltensregeln auch ihr Aussehen penibel vorschreibt. Die Münchner "Abendzeitung" veröffentlichte Auszüge aus dem "Internen Handbuch für Store-Mitarbeiter". Eine Ex-Mitarbeiterin verriet die "Geheimregeln".

Die interenen Regeln für A&F-Mitarbeiter

Die "Girls" dürfen sich nicht schminken, nur leichter Lidschatten ist erlaubt. Tabu sind künstliche Fingernägel, ebenso Nagellack, sofern er nicht zartrosa ist. Alles muss möglichst "natürlich" aussehen.Kleidung darf nur blau, grau oder weiß sein. Ans Telefon geht nur der Store-Manager. Wer auf die Toilette will, muss sich vorher beim Store-Manager abmelden. Der Verdienst liegt bei zwölf Euro brutto pro Stunde an Werktagen und 21 Euro an Sonn- und Feiertagen. Nicht wirklich schlecht - von den seltsamen Arbeitsregeln einmal abgesehen.

Mitarbeiter werden gefilzt

Nicht nur das Aussehen unterliegt einer strikten Kontrolle, auch die Taschen und Jacken der Mitarbeiter müssen jeden Tag an der Vordertür überprüft werden, wie die "Schadenverhütungs-Store-Richtlinie" vorschreibt. Das gilt auch für den Müll: "Ein Mitglied des Managements muss jeden Müllcontainer persönlich nach wertvollem Firmeneigenturm durchsuchen", steht da. Die Müllbeutel müssen transparent sein.

You're in the army now

Vor rund einem Jahr berichtet die britische "Daily Mail" von militärischen Verhältnissen bei A&F in Italien. So wurden die Angestellten vom Storemanager gezwungen, Liegestütze oder Sit-ups zu machen, wenn sie etwa vergessen haben einen Kunden zu begrüßen. Die Informationen stammen aus dem konzerninternen E-Mail-Verkehr.

A&F bald in Österreich?

Der schlechte Ruf als Arbeitgeber wirkt sich nicht auf die Expansion des amerikanischen Modelabels aus. Derzeit gibt es 279 A&F-Geschäfte weltweit, lediglich 15 befinden sich außerhalb der USA. Demnächst soll A&F auch seinen ersten Österreich-Standort eröffnen. Die Marke soll in die neue Shoppingmeile des Tiroler Immobilienunternehmers Rene Benko in der Wiener Innenstadt einziehen. Ein genauer Termin ist noch nicht bekannt.

 

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Kommentare

5 Kommentare

Fanny meint

belle, je l'ai vraiment intérêt à ce blog .. certainement je vais revenir, keep it up!
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verfasst am 18.08.2015, 10:06

Gast: Nina meint

So ist das nun mal, wenn man arbeiten geht, überall gibt es Regeln. Ich darf meine Tätowierungen auch nicht zeigen, andere müssen stempeln gehen für eine Rauchpause, in den Supermärkten haben sie Kittelvorschrift ... was ist daran jetzt so dramatisch? Das ist mir x-mal lieber, als die immer mehr werdenden lumpigen Verkäuferinnen, die einem mit mieser Laune begegnen, wenn man sie beim privaten Tratsch stört. Ich finde diesen Artikel völlig unnötig.

verfasst am 19.04.2013, 09:29

Gourmet meint

letztens erklärte mir mein Bruder, Apple sei sch....! Weil es nur eine Modemarke, ein EgoBooster ist. Während dessen stellte er die voll gefüllte A&F-Tasche auf den Parkett. Natürlich versuchte ich seine Gedanken zu verstehen und bediente den Automater meines Computers mit einem Arbeitsauftrag. Hat er denn überhaupt schon mal mit einem Apple gearbeitet, fragte ich mich? Ich sah auf die homoerotische Werbung der A&F Tasche und dachte mir nur "ohne aktive Ecken und magic Trackpad sähe die Welt noch besch....... aus.

verfasst am 16.01.2013, 07:28

Demnächst soll A&F auch seinen ersten Österreich-Standort eröffnen? Dann steht es schlecht um die Aktualität des Artikels, wo doch in Salzburg, Pasching und Graz schon solche Hollister-Shops in Betrieb ist! ...

verfasst am 15.01.2013, 14:49

evelin meint

Hollister ist ein Tochterunternehmen von A&F und eine eigene Marke. Einen A&F-Store gibt es in Österreich noch nicht. Der größte Unterschied liegt wahrscheinlich in der Zielgruppe. Hier hat es Hollister vor allem auf Teenager abgesehen, während die Kunden bei A&F zwischen 18 und 22 Jahre alt sind. Lg aus der Online-Redaktion

verfasst am 15.01.2013, 15:12

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