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01.02.2013, 09:27 von Kathrin Gulnerits
Als "schwierig" gilt bald einmal ein Mitarbeiter bzw. Kollege - Querulanten etwa oder chronische Besserwisser, Störenfriede und Nörgler. Managementtrainerin und Psychologin Evelyn Summhammer warnt dennoch davor, diese vermeintlich unbequemen Mitarbeiter vorschnell in eine Schublade zu stecken. „Es ist die Kommunikationsbeziehung mit diesen Typen schwierig, der Mensch per se nicht." Summhammer beobachtet, dass in Zeiten wie diesen, wo in den Abteilungen jede Menge Druck herrscht, das Thema die Unternehmen besonders beschäftigt. „Bei Druck sinkt die Toleranz. Es gibt keinen Puffer mehr und entsprechend schnell gerät man in Konfliktsituationen." Ein Ausweg aus dem Dilemma ist intensives Selbstmanagement. Summhammer: „Ich muss bei mir anfangen. In die Persönlichkeit des anderen kann ich nicht eingreifen. Ich kann ihn vielleicht ein Stück weit manipulieren, aber da stoße ich schnell an meine Grenzen."
Eigene Erwartungen
In ihrem Seminar „Der Umgang mit schwierigen Zeitgenossen: Besserwisser, Querulanten und Nörgler fest im Griff" (19.-20. Juni 2013 in Wien und firmenintern; www.summhammer.at) lernen die Teilnehmer, wie sie mit den unterschiedlichen Persönlichkeiten im Team konstruktiv zusammenarbeiten. „Vielen fällt es schwer, anzuerkennen, dass sie selbst dafür verantwortlich sind, wie es mit den anderen läuft", weiß Summhammer. Oft sind es die eigenen Erwartungen an den Kollegen bzw. Mitarbeiter, die für miese Stimmung sorgen.
Summhammer rät, in solchen Situationen den Fokus wieder mehr auf sich selbst zu legen. „Oft ist es besser, zu sagen: Es passt so viel im Job - von dem einen Kollegen lasse ich mir das nicht vermiesen."
Ein Umdenken, das nicht von heute auf morgen funktioniert. „Ich muss diszipliniert an meiner Einstellung arbeiten", betont die Expertin. „Bei gewissen Typen muss ich mich bewusster einbringen. Da kommuniziere ich besser nicht mit dem Autopiloten, sondern übernehme als Pilot selbst das Steuer." Ein Beispiel: Beim Besserwisser-Kollegen sollte einem immer bewusst sein, dass hinter seinem Verhalten eine gewisse Prägung etwa aus der Kindheit steckt - er wurde nur dann geliebt, wenn er etwas besser wusste, besser konnte. Summhammer: „Meist wird die Besserwisserei als Angriff gesehen. Wichtig ist aber, dass man sich klar macht, dass das nichts mit mir zu tun hat."
Öfters Stopp sagen
Auch im Umgang mit chronischen Nörglern gilt: Emotionen rausnehmen, ruhig bleiben und daran denken: Das hat nichts mit mir zu tun! Selbstmanagement heißt aber auch, die eigenen Denkmuster zu hinterfragen, sich zu bemühen, Situationen neutral zu betrachten und regelmäßig Stopp zu sagen (siehe Kasten). „Die Situation ist so, wie sie ist. Viele unserer Denkmuster sind negativ. Wenn ich versuche, neutral zu bewerten, finde ich eine Lösung", sagt Summhammer und verspricht: „Wer das einmal beherrscht, spielt sich mit Besserwissern, Nörglern und Querulanten."
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Vorsicht, Denkmuster!
Erst die Bewertung der Situation erzeugt Blockaden und Sperren.
Kein Positionendenken
Kommunikation immer auf die jeweiligen Interessen und Möglichkeiten fokussieren.
Weiterarbeiten
Schwierigkeiten und Stolpersteine als Entwicklungsmöglichkeiten verstehen.
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