18.09.2012, 17:46

Warnung vor Sicherheitslücke bei Internet Explorer

Bild: Microsoft

Browser. Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rät zu einem Umstieg auf andere Browser, Microsoft beruhigt die User.

Berlin. Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt Internet-Nutzer vor einer gefährlichen Schwachstelle in Microsofts Browser Internet Explorer. Die Experten empfehlen, vorerst auf eine andere Software zum Navigieren im Internet umzusteigen. Betroffen seien Computer, die den Internet Explorer in den Versionen 7 oder 8 unter dem Betriebssystem Microsoft Windows XP, sowie in den Versionen 8 und 9 unter Microsoft Windows 7 verwenden, erklärte das BSI am Montagabend.

Ein Microsoft-Sprecher betonte am Dienstag, die kürzlich entdeckte Sicherheitslücke werde derzeit nicht massenhaft ausgenutzt, sondern nur für wenige gezielte Angriffe. "Wir sehen im Feld kaum Aktivitäten." Sein Unternehmen arbeite mit Hochdruck daran, die Sicherheitslücke zu schließen.

Auch von Laien behebbar

Nach Microsoft-Angaben ist der neuere Internet Explorer 10 nicht von der Sicherheitslücke betroffen. Allerdings sind traditionell viele Internet-Nutzer mit früheren Software-Versionen unterwegs. In einem Blog-Eintrag erläuterte Microsoft, wie Fachkundige in der Zwischenzeit den Computer mit einer Änderung der Einstellungen und der Installation der Software-Komponente EMET (Enhanced Mitigation Experience Toolkit) absichern können. Ein kommender "Patch" zur Behebung des Software-Fehlers werde auch von technischen Laien ausgeführt werden können.

Das BSI wies darauf hin, für einen erfolgreichen Angriff reiche es, den Internet-Nutzer auf eine präparierte Webseite zu locken. Schon beim Anzeigen dieser Webseite könne durch Ausnutzen der Schwachstelle beliebiger Software-Code auf dem Computer mit den Rechten des Nutzers ausgeführt werden. Damit können die Angreifer nicht nur den Rechner ausspionieren, sondern beliebige Programme ausführen. Außerdem könnte der PC für Angriffe auf andere Rechner gekapert werden.

Die Sicherheitslücke sei bisher unbekannt gewesen und werde bereits in gezielten Angriffen ausgenutzt. "Daher empfiehlt das BSI allen Nutzern des Internet Explorers, so lange einen alternativen Browser für die Internetnutzung zu verwenden, bis der Hersteller ein Sicherheitsupdate zur Verfügung gestellt hat", hieß es in der BSI-Mitteilung.

Erste Hinweise auf die Sicherheitslücke und die Angriffe hatte es am Wochenende gegeben. Nach Erkenntnissen von IT-Sicherheitsexperten wurden bei den Attacken Trojaner auf die Computer geladen, Schadsoftware, die unbemerkt für den Nutzer agiert.

 

(APA/dpa)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

Empfehlungen von Microsoft

09:43

Sojus-Kapsel mit drei Raumfahrern an Bord erreichte die ISS

26.03.2015, 18:11

Deutsche Banken machen PayPal Konkurrenz

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    26.03.2015, 08:19

    Hacking: Ein Geschäft, das sich lohnt

    Cyberattacken haben sich für Unternehmen zu einem ernsten Problem entwickelt. Nun spitzt sich die Situation zu: Neue Geschäftsmodelle machen Hacking immer lukrativer.

    24.03.2015, 10:13

    Microsoft versucht, mit Software und Ausbildung Start-ups zu locken

    Um bei Entwicklern und künftigen Kunden Boden gut zu machen, will Microsoft Start-ups stärker unterstützen.

    24.03.2015, 10:11

    Sicherheit ist Abwägung von Chancen und Risken

    Statt um Kosten und Flexibilität geht es nun um Sicherheit und Mehrwert für Unternehmen. Bei Telefonlösungen gibt es so beispielsweise bessere Daten zur Optimierung des Service.

    24.03.2015, 10:06

    Mobile Brieftaschen sind immer stärker im Vormarsch

    Mit dem Smartphone lassen sich Zahlungsvorgänge leichter durchführen. Händler stellt diese Bezahlung aber auch vor neue Sicherheitsprobleme.

    23.03.2015, 14:43

    Selbstfahrendes Auto durchquert erstmals die USA + Video

    Autozulieferer Delphi lässt selbstfahrendes Fahrzeug USA durchqueren. Es geht um eine Strecke von rund 3.500 Meilen (rund 5.630 Kilometer).

    Umfrage

    • Sollen E-Zigaretten aus Nichtraucherlokalen & öffentlichen Gebäuden verbannt werden?
    • Ja, defintiv.
    • Nein - Dampfen ist nicht Rauchen.
    • Weiß nicht.

    Die Redaktion empfiehlt