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02.12.2012, 18:44 von Stefan Mey
Wien. Gerade fangen die User an, sich an das neue Windows 8 und seine großen, bunten Kacheln zu gewöhnen, da hat Microsoft schon den nächsten Relaunch vor Augen: Office 365 ist für Firmenkunden mit vielen Endgeräten und eigenen Servern schon heute erhältlich; als Cloud-Service kommt es im ersten Quartal 2013. Zeitgleich kommt für End-User Office 2013 auf den Markt.
Auffälligstes Merkmal an den neuen Office-Versionen ist, wie auch schon bei Windows 8, der stärkere Fokus auf die Bedienung per Touchscreen. Bei Outlook etwa befindet sich nun der Button zum Beantworten von Mails am rechten Bildschirmrand. Dadurch ist er mit dem Daumen beim Halten des Tablet-PCs leichter erreichbar.
In manchen Applikationen wurde zudem das Menü verändert: Statt am oberen Rand des Bildschirms Platz zu verschwenden, werden nun bei Bedarf nahe dem zu bearbeitenden Text die Menüpunkte als konzentrische Kreise angewählt. Die Textgröße lässt sich verstellen, indem um das Kreis-Menü an einer Art Tacho-Nadel gedreht wird. Praktisch ist Touch auch für Präsentationen, denn in Powerpoint-Folien kann nun mit zwei Fingern hineingezoomt und digitale Notizen hinzugefügt werden.
Dem Touch-Trend zum Trotz gilt aber: Wer länger Texte oder Tabellen bearbeiten möchte, wird weiter mit Tastatur und Maus arbeiten.
Weitere Vorteile von Office 2013 liegen in den Bereichen Cloud und Collaboration: Einstellungen werden nun auf Servern gespeichert und aktiviert, wenn der User sich auf einem fremden Computer mit seinem Nutzernamen anmeldet. Auch Dokumente werden nun statt auf der eigenen Festplatte auf Servern gespeichert - von dort sind sie überall abrufbar und können von mehreren Mitarbeitern bearbeitet werden.
Zudem trägt man dem Trend zu Social Media Rechnung: Nun können in einem in Share Point integrierten News-Feed Fragen gestellt werden, die von Kollegen innerhalb des Konzerns, über Landesgrenzen hinweg, beantwortet werden - neue Ideen können so durch die Mitarbeiter entstehen. Für die Collaboration mit externen Partnern gibt es "Yammer" - ein "Facebook für Unternehmen", das Microsoft für 1,2 Milliarden Dollar gekauft hat.
Admins an die Macht
Mehr Möglichkeiten gibt es in Office 2013 schließlich für Systemadministratoren. Mit der Option "Click to run" können End-User die wichtigsten Funktionen von Office weiter verwenden, während Updates im Hintergrund laufen. Mit der Option "Data Loss Prevention" kann der Admin Begriffe festlegen, bei deren Vorkommen in einer E-Mail diese das Unternehmen nicht verlassen darf - etwa bei Kreditkarten- oder Sozialversicherungsnummern. Während einer Unternehmensprüfung können Admins per "eDiscovery" die Server nach bestimmten Projekten durchsuchen, ohne dass der normale Betrieb gestört wird. Solche Dinge sparen Zeit - und erhöhen die Produktivität in der neuen Welt des Arbeitens.
(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2012-11-29)
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