21.12.2012, 15:15  von Stefan Mey

Dramen, Prozesse und Innovationen

Facebooks CEO Mark Zuckberg mit bitterem Börse-Debut / Bild: Bloomberg

Rückblick. Das Jahr 2012 wurde beherrscht von Jobabbau bei den Urgesteinen und Jubel im Mobilfunk-Markt. Ein Studentenprojekt ging an die Börse, und Microsoft wurde bunter.

Wien. Ein ereignisreiches Jahr nähert sich dem Ende: Dominiert wurde 2012 von neuen Produkten und Innovationen, aufsteigenden Sternen und ­einem boomenden Mobile-Markt - sowie von Jobabbau, strauchelnden Riesen und Patentprozessen.

Zu den Verlierern der IT-Welt gehört das alte Eisen der PCs und Laptops: Beim einstigen Branchenprimus HP müssen insgesamt 29.000 Jobs gestrichen werden, davon 104 in Österreich. Und auch bei Sony macht der Kahlschlag vor Österreich nicht halt: Im November wurden an den Standorten Anif und Thalgau 120 betriebliche Mitarbeiter beim Frühwarnsystem des AMS Salzburg angemeldet. Größen wie Sharp, Ericsson und Nokia sparen ebenfalls.

Apple, Google und Samsung gewinnen

Zu den Gewinnern hingegen zählen Apple und Google. Die Erfinder des iPhones präsentierten im September die Version fünf ihres Handy-Flaggschiffs; es folgte eine Mini-Version des iPad, um der wachsenden Konkurrenz die Stirn bieten zu können. Denn Google schläft nicht: Zwar macht der Suchmaschinen-Gigant 77 Prozent des Umsatzes mit Suchmaschinenwerbung, 18 Prozent entfallen aber auf den zugekauften Handy-Pionier Motorola, mit dessen Patenten der Siegeszug im Handy-Segment erreicht werden soll.

Stärkster Partner Googles ist hier, mithilfe des offenen Betriebs­systems Android, der koreanische Elektronik-Konzern Samsung, der sich 2012 zum Marktführer bei Smartphones und herkömmlichen Handys mauserte. Das schmeckt Apple überhaupt nicht - und im vorläufigen Highlight eines Patentprozesses wurden die Koreaner zu über einer Milliarde Dollar Strafe verurteilt.

Aktien fahren Achterbahn


Die Aktie Samsungs hat seit Jahresbeginn um 42 Prozent an Wert gewonnen. Apple hat zwar seit der Präsentation des iPhone 5 um ein Viertel an Wert eingebüßt, seit Jahresbeginn wurde aber dennoch ein Aktienplus von rund 25 Prozent erzielt. Das spektakulärste Börsen-Drama der Branche brachte aber Facebook; nach überzogenen IPO-Erwartungen legte die Aktie eine Talfahrt hin, fing sich aber halbwegs im November.


Der Branchenriese Microsoft brachte die Software des Jahres: Mit Windows 8 veröffentlichte Steve Ballmer ein System, mit dem auch Handys und Tablets erobert werden sollen. Ob das gelingt, das wird sich 2013 weisen. Es bleibt also spannend.

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Drei IT-Trends

Trend 1: Samsung beherrscht den Smartphone-Markt

Laut Samsung Österreich Handy-Chef Martin Wallner haben die Koreaner in Österreich die Marktführerschaft übernommen: Jedes zweite verkaufte Smartphone soll von Samsung sein, das Flaggschiff Galaxy S3 ist angeblich Verkaufs-Spitzenreiter. Auch auf globaler Ebene ist der Elektronik-Riese mit 31,3 Prozent unangefochtener Spitzenreiter. Apple rangiert mit 15 Prozent des Marktes auf Platz zwei. Die chinesische ZTE hält laut Marktforscher IDC 4,2 Prozent, die Blackberrys kommen auf 4,3 Prozent und HTC auf 4,0 Prozent.

Trend 2: Apple gerät bei Tablet-PCs unter Druck

Seit der Vorstellung des iPad im Sommer 2010 beherrscht Apple den Markt der Tablet-PCs. In naher Zukunft könnte der Pionier aber Marktanteil einbüßen; dafür sorgt eine mächtige Konkurrenz mit Googles Betriebssystem Android, die von Unternehmen wie Amazon, Samsung und Sony angeführt wird. Und auch Microsoft will mit Windows 8 in den Markt dringen –das heuer vorgestellte System ist mit Maus ebenso wie mit dem Finger bedienbar. Laut IDC wird Apples Marktanteil noch heuer von 56,3 auf 53,8 Prozent sinken.

Trend 3: Laptops und PCs sind zum Arbeiten da

Laut Marktforscher IHS iSuppli wird der Absatz von Desktop-PCs 2012 erstmals seit elf Jahren sinken, und zwar um 1,2 Prozent auf weltweit 348,7 Millionen Geräte. Hintergrund ist vor allem die schwache Nachfrage bei Endkonsumenten, die lieber in ein Handy oder einen Tablet-PC investieren. Das bringt Größen wie HP ins Straucheln – Lenovo hingegen konnte den Absatz im dritten Quartal um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern und ist nun weltweiter Marktführer. Geräte wie das „Thinkpad“ sind vor allem im B2B-Bereich beliebt.

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