05.04.2012, 16:44  von Evelin Past

Krieg der Phaser: Lasertag erobert Österreich

Bild: Lazerfun

Freizeit. In den USA und England ist Lasertag seit Jahren ein Hit. Jetzt bieten auch in Österreich immer mehr Unterhaltungszentren das High-Tech-Ballerspiel an.

Lasertag heißt der Trend, der aus den USA seinen Weg nach Europa gefunden hat. Ursprünglich von der US-Armee zu Ausbildungszwecken genutzt, erfreut sich der Freizeitsport mit elektronischen Phasern nun auch in Österreich immer größerer Beliebtheit.

Ziel bei dem Strategiespiel ist, die Sensor-Westen oder die Basis-Station der Gegenspieler zu treffen und so möglichst viele Punkte zu sammeln. Das Prinzip ähnelt Paintball, dort wird die gegnerische Mannschaft allerdings mit Farbkugeln markiert. Der Vorteil von Lasertag: Riesige Blutergüsse oder blaue Flecken an unangenehmen Stellen gibt es beim Ballern mit den Infrarotstrahlen nicht. Dafür bewegen sich die Teams in abgedunkelten und vernebelten Hallen, durch Schwarzlicht werden nur die Barrikaden und die Ausrüstung beleuchtet.

Lichterkrieg hat viele Fans

Obwohl das Spiel mit Laserwaffen aus ethischen Gründen nicht ganz unumstritten ist - schon 2004 beschäftigte es den Europäischen Gerichtshof - wurde vor zwei Jahren die erste Laser-Arena in Niederösterreich eröffnet. Inzwischen bieten drei weitere Freizeithallen den futuristischen Adrenalin-Kick an. Dabei setzten die Veranstalter auf unterschiedliche Hersteller, die unterschiedliche technische Finessen mit sich bringen.

„Mit der Auslastung sind wir sehr zufrieden. Das Potential ist aber bei Weitem nicht ausgeschöpft", sagt Michael Müllner, Geschäftsführer von Lasertron in St. Pölten. Inzwischen zählt die Eventhalle, die im Design auf Science-Fiction setzt, 15.395 registrierte Spieler in ihrem Computersystem. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es erst 4.400. Auf klassische Werbung wurde seit Beginn an verzichtet, dafür war das Budget zu knapp. Neue Medien werden hingegen erfolgreich genutzt. „Facebook ist unser wichtigstes Kommunikationstool", erklärt Müllner.

Lasertagveranstalter

Doch die Konkurrenz schläft nicht. So öffnete 2011 auch im Fohren Center in Vorarlberg eine Lasertaghalle ihre Pforten. Ende März 2012 startete LaserMaxx im Wiener Bogi Park den Betrieb. Das neue Areal im 23. Wiener Bezirk bietet mit 2.500m2 reiner Spielfläche die größte europäische LaserMaxx-Arena. Doch auch in Niederösterreich drängt ein neuer Veranstalter auf den Markt. So wird die 1.000m2 große Lazerfun-Arena auf dem ehemaligen Inku-Gelände in Klosterneuburg ab Freitag, den 13. April, in Echtbetrieb gehen. „Ich organisiere den ganzen Tag", sagt Geschäftsführerin Doris Tragauer, die in ihrem Entertainment-Center auch eigene Räumlichkeiten für Firmenevents anbieten wird. Schon jetzt nimmt sie eifrig erste Buchungen für Teambuilding-Veranstaltungen entgegen.

Bürokratie und Finanzierung

Die Geschäftsidee brachte ihr Sohn aus dem Sprachurlaub in England mit. Die Umsetzung des Projekts war alles andere als leicht. „Als Jungunternehmer stehst du im Regen", so die dreifache Mutter im WirtschaftsBlatt-Gespräch. Nicht nur die Banken, auch die Behörden hatten Bedenken und keine Erfahrungswerte mit dem noch relativ unbekannten Freizeitspaß. Die Investitionssumme von rund 400.000 Euro stemmte Doris Tragauer schließlich aus eigener Kraft und mit Unterstützung eines Bürgen. Für die Gestaltung ihrer Lasertag-Halle engagierte sie lokale Graffiti-Künstler, auch eine Kooperation mit Red Bull konnte die Projektmanagerin bereits an Land ziehen. Ihre Zukunftspläne sind ambitioniert. So möchte sie Lasertag als Teamsportart forcieren. In Österreich soll man bald gegen internationale Teams antreten können. Der Mitbewerb stört sie indes wenig. „Jeder hat sein eigenes Konzept, ich will vor allem Familien ansprechen und mit individuellen Spielvarianten punkten", sagt sie.

Auch Österreich-Pionier Lasertron kann der neuen Dynamik am Markt viel Positives abgewinnen. „Neue Anbieter helfen, das Spiel bei der breiten Masse bekannt zu machen. Welches Hersteller-System am besten beim Publikum ankommt, wird sich zeigen", sagt Michael Müllner.

Ein Spiel dauert übrigens rund 30 Minuten und kostet im Durchschnitt 15 Euro - Ausschüttung von Adrenalin und Endorphinen inklusive.

 

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Lasertron, Helge Wöll/images/uploads/c/f/9/1215737/laser20120405163558.jpgDas Hinderniss-Labyrinth in der Lasertron-Halle in St. Pölten.Grafik224Grafik Lazerfun/images/uploads/c/f/9/1215737/grafitti20120405162844.jpgÖsterreichische Graffiti-Künstler gestalteten die Lazerfun-Arena in Klosterneuburg.Grafik224Grafik

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