16.08.2012, 16:32  von (dpa)

New Yorker lieben Kunst - und zahlen gern dafür

Für 50.000 bis 70.000 US-Dollar geht das Kate Moss-Porträt von Banksy aus dem Jahr 2005 in eine artnet-Auktion. / Bild: (c) Artnet AG Berlin (Artnet AG Berlin)

Kunsthandel. New York gehört zu den Metropolen der Kunst und des Kunsthandels. Auktionen erzielen Rekorterlöse, aber auch junge Künstler profitieren.

New York. Für die New Yorker Straßenkünstler ist James Rizzi noch lange nicht tot. Der international gefeierte Star, vor ein paar Jahrzehnten noch ein unbekannter Maler auf den Straßen Manhattans, starb zwar im Dezember völlig überraschend. Doch die jungen und manchmal auch nicht mehr ganz so jungen Maler vor dem Metropolitan Museum of Art eifern ihrem Idol weiter nach: Bunt, kantig, witzig sind ihre Bilder - genau wie New York. Etwas weiter wird moderne Kunst für Millionen Dollar verkauft. Die Metropole ist weiter die Hauptstadt der Kunst - und des Kunsthandels.

Kunst als Geldanlage

"Kunst ist cool!", sagt Alexander Gilkes. Der Mitbegründer der Onlinegalerie "Paddle8" sieht das Interesse für Bilder und Plastiken, Installationen und Fotos als ungebrochen. "Die großen Stars sind eine sichere Sache. Wer die nur als Geldanlage will, kann kaum etwas falschmachen", sagt der Engländer. "Aber Kunst ist ja eben nicht nur Investition, es ist dazu noch ein wunderbarer Bestandteil unseres Lebens." So könnten die fast 120 Millionen Dollar, für die im Mai Edvard Munchs Bild "Der Schrei" verkauft wurden, rational erklärt werden: "Das Geld ist als Kunstwert noch da und macht dabei auch noch Freude."

Junge Künstler am Vormarsch

Aber was hat die Szene davon, erst recht die kleinen Künstler? "Es ist ein Sogeffekt", erklärt Gilkes. "Die Superstars ziehen die Aufmerksamkeit auf die Kunst, und das sorgt für ein breites Interesse." Die Galerien würden helfen und seien ständig auf der Suche nach neuen Künstlern und frischer Ware - schließlich sei das ihr Geschäft. Und sie stoßen auf offene Ohren, sagt er: "Die Leute sagen sich: Hey, einen Van Gogh kann ich mir nicht leisten, aber ein Original über der Couch sollte es schon sein. Davon profitieren dann auch die kleinen Künstler, die Bilder für ein paar Hundert Dollar oder sogar noch weniger verkaufen."

Rekordpreise bei Versteigerungen

Dabei ist das große Geld da, ist Tobias Meyer überzeugt. Der Chefauktionator von Sotheby's hatte den "Schrei" für den Rekordwert verkauft - trotz Gerede über Krise und Sparhaushalte. "Der Kunstmarkt ist von der übrigen wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt. Die Sammler haben das Geld und warten oft nur auf eine passende Gelegenheit." Zudem gebe es ganz neue Käuferschichten, etwa aus Indien und China, Brasilien und Mexiko.

Bleibt zu fragen, ob mit virtuellen Welten aufgewachsene Menschen noch ein Interesse an Originalen haben. Wird die Generation Facebook noch Bilder oder Plastiken kaufen? Für Aditya Julka, mit Gilkes Gründer von "Paddle8", ist die Frage keine Frage: "Wir sehen gerade bei jüngeren Leuten einen Hang zur Kunst. Wer den ganzen Tag auf den Bildschirm starrt, will offenbar dann wenigstens abends unter etwas sitzen, was er ein Original nennen kann."

 

 

 

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

23.07.2014, 21:56

GM beordert erneut Hunderttausende Autos in die Werkstätten

23.07.2014, 21:50

Verschlucken von Goldfischen kommt jungen Briten teuer zu stehen

23.07.2014, 18:56

Politiker vor laufender Kamera bestohlen + Video

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    23.07.2014, 15:38

    Ukraine – Fußball-Meister Schachtar Donezk übersiedelt nach Lemberg

    Nach Flug MH 17: Weil die Sicherheit in der Ost-Ukraine nicht mehr gewährleistet ist, trägt der ukrainische Meister Schachtar Donezk seine Heimspiele bis auf weiteres in Lemberg (Lwiw) aus. Einige Profis verweigern trotzdem den Dienstantritt.

    23.07.2014, 14:23

    Handgepäck und die Regeln: Kleine Koffer, schwere Enttäuschung

    Vor allem bei Billig-Airlines vermag der geforderte Aufpreis für zu schweres oder Handgepäck im allgemeinen schnell jenen des Fluges zu übertreffen, haben die Konsumentenschützer des VKI herausgefunden.

    23.07.2014, 09:26

    Formel 1: McLaren und Ferrari haben "Scheißautos" - Niki Lauda entschuldigt sich

    Nicht ganz Gentleman-Like hat Formel 1-Legende Niki Lauda die derzeitige Schwäche der Mercedes-Konkurrenten Ferrari und Mclaren kommentiert.

    22.07.2014, 23:18

    U20-Team fix für WM qualifiziert – und fürs EM-Halbfinale auch

    Mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel der U20-Europameisterschaft in Ungarn hat das österreichische Team schon die Tickets für die WM in Neuseeland in der Tasche. Und im Halbfinale der EM wartet vielleicht Deutschland.

    22.07.2014, 17:37

    Hotel-Coup in Paris: "Zahlen Sie so viel Sie wollen"

    Mit einer ungewöhnlichen Kampagne versuchen einige Hoteliers in Paris derzeit neue Gäste anzulocken: Gäste können bei Abreise selbst den Preis bestimmen - oder auch nichts bezahlen.

    Die Redaktion empfiehlt

    Umfrage

    • Soll das Binnen-I in der Rechtschreibung erhalten bleiben?
    • Ja
    • Beides vollständig ausschreiben
    • Abschaffen
    • Nur weibliche Schreibung - inkludiert Maskulinum