07.10.2012, 14:24  von Evelin Past

Red Bull: Wenn Markenimage zum Mythos wird

Extremsportler Felix Baumgartner im freien Fall / Bild: EPA

Marketing. Der Energy-Drink-Hersteller ist ein fixer Bestanteil im Extremsport. Mit dem Sprung aus dem Weltall setzt das Unternehmen neue Maßstäbe.

Red Bull hat es geschafft sein Markenimage als festen Begriff für Extrem- und Leistungssport in den Köpfen der Konsumenten zu etablieren. Mit dem waghalsigen Sprung von Felix Baumgartner aus dem Weltall könnte aus diesem Status ein Mythos werden.

Red Bull Stratos nennt sich das jüngste und wahrscheinlich spektakulärste Projekt des Getränkeriesen mit Hauptsitz in Fuschl am See. Extremsportler Felix Baumgartner soll am Dienstag, den 9. Oktober 2012, als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrechen.


Zentrales Ziel der Mission "Red Bull Stratos" sei es, wichtige Daten für die Wissenschaft zu sammeln, die in Zukunft die Sicherheit in der Raumfahrt erhöhen. Ganz nebenbei ist Red Bull jede Menge Promotion garantiert. Neben internationalen Fernsehstationen werden auch der ORF sowie der hauseigene Sender Servus TV live über den Weltrekordversuch berichten.

Red Bull Flugtag

Erst vor einer Woche sorgte Red Bull mit seinem Flugtag für Schlagzeilen. 100.000 Zuschauer waren in Wien dabei. 38 mutige Teams stürzten sich mit selbst gebastelten Fluggeräten in die Brigittenauer Bucht. Prominente Augenzeugen waren unter anderem die Trackshittaz, Thomas Morgenstern und DJ Ötzi.

Als „härtester Teambewerb der Welt" ist der Red Bull Dolomitenmann bekannt. 110 Teams messen sich auf einer 60 km Strecke in den Disziplinen Berglauf, Paragleiten, Wildwasser Kajak und Mountainbiking. Die verrückte Idee wiederholte sich heuer bereits zum 25. Mal.

Formel-1 und Fußball

Das Marketingbudget von Red Bull scheint unerschöpflich. Rund ein Drittel des Konzernumsatzes fließt in diesen Posten. Finanziert werden dadurch auch große Flugevents, wie die Red Bull Air Race Series und die Red Bull X-Fighters. In der Formel-1 engagiert sich Red Bull seit 1994, zuerst als Sponsor von Sauber inzwischen mit einem eigenen Rennstall - Red Bull Racing. Zusätzlich wurde 2005 das Formel-1-Team Minardi übernommen und auf Scuderia Toro Rosso getauft.

Auch dem Fußball will Red Bull Flügel verleihen. 2005 übernimmt Red-Bull-Boss Mateschitz den maroden Vorgängerklub Austria Salzburg. 2006 schlägt er in den USA zu, die New York Red Bulls entstehen. Das Unternehmen investiert Millionen, um eigene Stars zu produzieren. In Salzburg, in Leipzig, in Brasilien und in Ghana betreibt der Konzern Akademien - der Output ist bisher allerdings eher mäßig.

Ballspiele in Alcatraz

Im einst berüchtigten Gefängnis von Alcatraz gibt es nur einen einzigen offiziellen Sportevent: Red Bull King of the Rock. Und nur wenige auserwählte Streetballer können dabei sein, um bei der spektakulären „One-on-One"-Basketball-Action mitzumachen.

Laut der Markenwertstudie des Marktforschungsunternehmens Millward Brown liegt Red Bull übrigens auf Platz 80 der wertvollsten Marken der Welt. Der Markenwert liegt bei rund 10 Milliarden Dollar, 2011 um acht Prozent höher als vor einem Jahr. Da kann sich das Unternehmen auch leisten Sponsoring-Partner der Adrenalingeladenen Super-Stunt-Show Nitro Circus zu sein.

Base-Jumping, Downhill, Kitesurfen

Red Bull Crashed Ice stieg in der Saison 2012 zu neuen Höhen auf. Mehr als 200.000 Zuschauer haben bei vier Ice-Cross-Downhill-Rennen in Europa und Nordamerika mitgefiebert. Der Erste Stopp der Weltmeisterschaft 2012/2013 findet am 1. Dezember in Niagara Falls (USA) statt. Der Wettkampf wird auf fünf Rennen aufgestockt.

Eines steht fest: Der Getränkeriese macht vor keiner Sportart halt. Ob Skatboarden, Base-Jumping, Kitesurfen, Wellenreiten, Snowboarden, Skateboarden, Wildwasserkajak oder Mountainbiking. Mateschitz hat in allen Disziplinen seine Finger im Spiel. Mehr als 600 Athleten stehen weltweit bei Red Bull unter Vertrag.

 

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