30.11.2012, 12:36

Strauss-Kahn zahlt Zimmermädchen sechs Millionen Dollar

Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn / Bild: EPA

Gerichtsverfahren. Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat sich außergerichtlich mit dem New Yorker Zimmermädchen geeinigt, das ihn wegen mutmaßlicher Vergewaltigung auf Schadensersatz verklagt hat.

Paris. Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn zahlt dem Zimmermädchen Nafissatou Diallo in den USA laut einem Medienbericht sechs Millionen Dollar (4,6 Millionen Euro), um eine Einstellung des gegen ihn laufenden Zivilverfahrens zu erreichen. Eine entsprechende außergerichtliche Einigung solle am 7. Dezember vor einem Richter in New York unterzeichnet werden, berichtet die französische Tageszeitung "Le Monde" in ihrer Samstagsausgabe. Den Betrag von sechs Millionen Dollar nannte Strauss-Kahn demnach gegenüber Vertrauten.

Hintergrund

Die "New York Times" hatte am Donnerstagabend unter Berufung auf mit dem Fall vertraute Kreise berichtet, Strauss-Kahn habe mit dem Zimmermädchen Nafissatou Diallo eine außergerichtliche Einigung erzielt, die aber noch nicht unterzeichnet sei. Diallo wirft Strauss-Kahn vor, sie in einem Luxushotel in New York sexuell angegriffen und zum Oralsex gezwungen zu haben. Wegen der Vorwürfe wurde der damalige Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) Mitte Mai 2011 am New Yorker Flughafen John F. Kennedy festgenommen und später angeklagt.

Zivilverfahren

Das Strafverfahren wurde Ende August 2011 eingestellt, weil die Anklage an der Glaubwürdigkeit Diallos zweifelte. Sie hatte die Ermittler mehrfach belogen. Diallo strengte aber ein Zivilverfahren gegen den einstigen Hoffnungsträger von Frankreichs Sozialisten an und verlangte Schadenersatz. Strauss-Kahns Anwälte hatten öffentlich stets ausgeschlossen, mit Diallo einen finanziellen Deal auszuhandeln, um eine Einstellung des Zivilverfahrens zu erreichen.

Laut "Le Monde" will sich Strauss-Kahn drei Millionen Dollar bei einer Bank leihen, um das Geld überweisen zu können. Die andere Hälfte soll ihm demnach seine Frau Anne Sinclair borgen, von der Strauss-Kahn seit dem Sommer getrennt lebt.

(APA/AFP)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

20.08.2014, 15:28

Gribkowskys Weinkeller soll 38.000 Euro bringen

20.08.2014, 10:38

Eine Milliarde für chinesisches Mega-Luxusresort in der Karibik

19.08.2014, 18:37

Mallorca: Der "Ballermann" soll saniert werden

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    1 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    freigeld meint

    Der Ausgang war schon absehbar, nachdem der amerikanischen Hochfinanz das gelungen war was sie erreichen wollte. Kleiner Exkurs in den Frühling 2011 gefällig? Der arabische Frühling hatte gerade seine Hochblüte und Ben Ali und Mubarak waren durch die CIA mit Hilfe lokaler Menschenschwärme gestürzt worden um die Länder nachhaltig zu destabilisieren. Libyen war schon seit Jahresbeginn am Radar der Nato und sollte Gaddafi in Kürze gestürzt werden. Um sich Verbündete zu finden und um den Europäern eine Abkopplung von der Abhängigkeit zum US$ zu ermöglichen, bot Gaddafi der EU an, sein Öl künftig ausschließlich gegen Euro zu verkaufen! So war bereits von langer Hand ein Treffen zwischen dem IWF Chef DSK und Frau Merkel in Berlin am Tag nach dem "Vorfall" vereinbart, um das weitere Vorgehen mit Libyen zu vereinbaren. Einziges Pech für dieses Vorhaben war der Aufenthalt von DSK in New York und sein von jeher bekannter Hang zu ausserehelichem Sex, welchen sich die CIA nun zunutze machte...
    Sogleich wurde alles auf die bevorstehende Präsidentschaftswahl in Frankreich zentriert (4/2012 haha), um die Aufmerksamkeit von dem Thema der Hegemonie des US$ im internationalen Warenverkehr und vor allem im Rohölhandel abzuwenden, und die Medien waren begeistert von dem (Kom)Plott. Der Rest ist Geschichte und hat nun den Ausgang den er haben musste, nachdem das zu erreichende bereits erreicht wurde indem die angloamerikanische Agentin Christine Lagarde den Chefinnensessel im IWF eingenommen hat.

    verfasst am 30.11.2012, 11:36

    20.08.2014, 16:55

    FIFA bestätigte Transferverbot - FC Barcelona zieht vor CAS: "Die Strafe verletzt den Geist von La Masia"

    Nach der 143-Millionen-Offensive in diesem Sommer darf der FC Barcelona für ein Jahr keine neuen Spieler verpflichten. Die FIFA bestätigte am Mittwoch das spektakuläre Transferverbot für den spanischen Spitzenclub.

    19.08.2014, 11:10

    Kfz-Zulieferer: Sparprogramme bei Volkswagen & Co schlimmer als Russland-Boykott

    Die österreichische Kfz-Zulieferindustrie fürchtet die Sparprogramme der deutschen Autohersteller viel stärker als mögliche Auto-Importbeschränkungen nach Russland.

    18.08.2014, 12:56

    Chinesische Kartellbehörde lässt Daimler nicht vom Haken

    Nach Audi und BMW haben chinesische Kartellwächter auf der Suche nach Preismanipulationen auch die Daimler-Tochter Mercedes für schuldig befunden.

    18.08.2014, 08:03

    Test Kia Soul: Eine Seele von Auto

    Kia hat den neuen Soul zu einem vollwertigen Kompakt-SUV von solider Qualität veredelt. Fragt sich nur, ob da nicht auch der Witz auf der Strecke bleibt.

    18.08.2014, 07:34

    Riding the Icon – Vespa 946 im Test + Video

    Die Vespa 946 - ein Prachtstück aus Italien, das ein wenig zwischen den Welten, der Vergangenheit und Gegenwart, hängen bleibt.