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DONNERSTAG, 20. JUNI 2013 11:15
05.01.2013, 00:25
Wien. Viel Aufmerksamkeit für eine kleine Raika aus einer 4.900-Einwohner-Stadt im Salzburger Pongau: Das Video „Die Raiffeisenbank Radstadt stellt sich vor..." ist der neue unfreiwillige Internet-Hit. Knapp über 88.000 Mal (Stand: Nacht von Freitag auf Samstag) wurde das Video auf YouTube bereits angesehen, von der Homepage der Bank ist es mittlerweile verschwunden. Mit einer Gesangseinlage - einem Cover des bekannten Schlagersongs „Marmor, Stein und Eisen bricht" - sorgen die Mitarbeiter der Bank aber mehr für Belustigung als Bewunderung.
"Weine nicht, wenn der Zinssatz fällt", tönt eine Mitarbeiterin im Dirndl eingangs in die Kamera.
Besungen wird die Verlässlichkeit einer kleinen Genossenschaftsbank in Zeiten der Krise, die Reime sind ab und zu etwas holprig. Sogar die neuen Eigenkapitalrichtlinien kommen vor: „Ob Basel III, Liquidität - dam dam, dam dam - Eigenmittel sind Priorität - dam dam, dam dam..."
Banken als Youtube-Stars
Die Raiffeisenbank Radstadt ist nicht das erste Institut dieser Art, das im Internet unfreiwillige Berühmtheit erlangt. Im vergangenen Jahr machte etwa ein Recruting-Video der Sparda Bank auf sich aufmerksam, in dem Schulabgänger mit Bässen und Beats von den Vorteilen einer Karriere als Bankkaufmann überzeugt werden sollen: Die Azubis nimmt man an die Hand, und entführt sie "ins Bankenwunderland".
Peinlichkeit ist allerdings kein Privileg der Geldinstitute. Auch die Handelskette Edeka lässt etwa die Praktikanten rappen - inklusive Gesangseinlage im hoch-pitchigen Stil Xavier Naidoos und Choreographie zwischen den Regalen. „Einbildung ist ätzend, Ausbildung ist cool", ist eine der zahlreichen Weisheiten, die die Marketing-Abteilung der Jugend mit auf den Weg geht.
Deutlich professioneller produziert ist das Video des angeschlagenen Blackberry-Herstellers RIM, in dem um die Gunst der Partner und App-Entwickler geworben wird: „These are challenging times, baby, because we're in transition", gesteht man sich eingangs die schlechte Marktposition ein, wirbt dann aber im Refrain um die Liebe der Community: „We're gonna keep on loving you, our updated SDK is really cool."
Sexismus made in Austria
Kult-Charakter durch ein ungewöhnliches Frauenbild erlangten wiederum die „ÖVP Tirol Frauen" und das Bundesheer. In der Tiroler Partei entsteht das Selbstbild einer Frau, die mehrere Rollen gleichzeitig einnimmt und kompromisslos für Ehemann und Familie gerade steht - inklusive metaphorischer Bierflasche bei der Beschreibung der Frau als Liebhaberin.
Das Bundesheer wiederum reduziert Frauen auf Wesen, die auf fette Gefährte abfahren - in diesem Fall sticht ein Panzer den Spotwagen aus. „Alles andere ist Alltag", resümiert die Stimme aus dem Off, während die Damen dem Fahrzeug nachlaufen. Die Diskussion um das Berufsheer ist mit diesem Video um eine farbige Facette reicher.
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Kommentare
2 Kommentare
Gast: Gast.someone meint
http://www.radstadt.raiffeisen.at/eBusiness/01_template1/79542231410213588-79543154559747084_872725955963692916-872725955963692916-NA-30-NA.html
verfasst am 08:20 07.01.2013
Gast: ökono-mist meint
Lieber aus dem Leben gegriffen als weit hergeholt!
Immerhin werden hier alte Börsenweisheiten unters Volk gebracht. Endlich lernen die Leute, daß hohe Spar- und Kreditzinsen kein Segen, sondern ein volkswirtschaftliches Alarmsignal sind. Man darf nämlich davon ausgehen, daß ein finanzwirtschaftlicher PISA-Test unter den Sparbuchbesitzern Österreichs erhebliche Wissenslücken an den Tag bringen würde.
Daher: Singt ruhig weiter , liebe Radstädter Raika-Angestellte. Ihr erfüllt damit sowas wie einen finanzpolitischen Bildungsauftrag!
verfasst am 04:08 05.01.2013