15.01.2013, 13:12

Zagreb versinkt im Schnee - Wien-Chaos folgt wohl

Bild: EPA (ANTONIO BAT)

In Zagreb schneit es ununterbrochen. Meteorologen erwarten heftigte Schneefälle demnächst auch in Ostösterreich.

Zagreb/Wien. Die Bewohner von Zagreb kämpfen gegen den tiefsten Schnee seit mehr als 80 Jahren. In der kroatischen Hauptstadt liege eine 67 Zentimeter hohe Schneeschicht, teilte am Dienstag eine Sprecherin des Wetterdienstes mit. "Das ist der höchste Wert seit 1929, als in den Aufzeichnungen 80 Zentimeter Schnee vermerkt sind."

   Der Schnee fiel seit Sonntagabend ununterbrochen, das öffentliche Leben in der 800.000-Einwohner-Stadt ist inzwischen zum Stillstand gekommen. Etwa 1.000 Freiwillige halfen Feuerwehr und Rettungskräften bei dem Versuch, wenigstens die wichtigsten Straßen freizuhalten. Entwarnung gab es keine: Ab Mittwoch soll neuer Schnee fallen.

Richtig winterlich wird es demnächst in grossen Teilen Österreichs.  Zuerst zieht ein Adria-Tief über Österreich und bringt bis zu einem halben Meter Schnee, anschließend sinken die Temperaturen bis in zweistellige Minusbereiche. Davon dürfte laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) vor allem der Süden und Osten des Landes betroffen sein, hieß es am Dienstag auf Anfrage der APA.

   Am Dienstagabend sollte sich im Golf von Genua ein Tief bilden, das dann Richtung Adria zieht und von dort weiter nach Norden. In Kärnten trifft die feuchtwarme Luft auf bodennahe Kaltluft - die Folge sind ausgiebige Schneefälle. Lediglich der Westen Österreichs darf sich am Mittwoch voraussichtlich nicht über größere Neuschneemengen freuen. Doch auch in Vorarlberg und Tirol dürften es wohl "mindestens zehn Zentimeter" werden, so ein ZAMG-Meteorologe.

   Von Unterkärnten über die Steiermark und das Burgenland, bis nach Niederösterreich und Wien - die Wetterexperten von der Hohen Warte prognostizieren 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee, vereinzelt (Wienerwald, Weinviertel, Waldviertel) ist bis zu einem halben Meter möglich. Für die Ballungsräume im Osten Österreichs dürfte somit der Donnerstag verkehrstechnisch eher problematisch werden, zumal sich zu den Schneemassen allmählich auch lebhafter Wind - also Schneeverwehungen - hinzugesellen könnten.

   Während sich die Temperaturen bis Freitag knapp um den Gefrierpunkt bewegen, wird es am Samstag - und auch da wiederum vor allem im Osten und Süden - so richtig kalt. Denn das Tiefdruckgebiet zieht nach Osteuropa ab, von Norden her sickert Kaltluft nach Österreich. Das Quecksilber in den Thermometern setzt dann zum Sturzflug an, die Temperaturen sinken bis in den zweistelligen Minusgradbereich.

 

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