19.01.2013, 09:56

Lance Armstrong: "Ich schäme mich"

Trotz Dopingkontrolle nicht überführt: Lance Armstrong / Bild: dpa Gero Breloer (Gero Breloer)

Radelnde Apotheke. Die einstige Ikone und Großverdiener des Radrennsports gibt sich zwar demütig und gesteht die Einnahme von unerlaubten Medikamenten. Aber Kritiker vermissen Details. Armstrong spricht im zweiten Teil eines TV-Interviews, der Rücktritt von der Stiftung sei "erniedrigendster Moment" gewesen.

Austin. Der gefallene Radstar Lance Armstrong hat im zweiten Teil seines Interviews mit US-Talkmasterin Oprah Winfrey betont, dass sein Rücktritt als Vorsitzender seiner Krebsstiftung der "erniedrigendste Moment" seiner Karriere gewesen sei. Der Texaner hatte "Livestrong" 1997 in seiner Heimatstadt Austin gegründet. Nachdem die US-Anti-Doping-Agentur (USADA) umfangreiches Beweismaterial gegen ihn gesammelt hatte, gab er seinen Posten im Herbst des Vorjahres auf.

Livestrong "war wie mein sechstes Kind. Und die Entscheidung zu treffen, sich zurückzuziehen, war eine große Sache", sagte Armstrong in dem am Freitag (Ortszeit) gezeigten zweiten Teil des Gesprächs. "Es war das Beste für die Stiftung, aber es tat weh wie die Hölle." Ob er sich entehrt fühle, fragte ihn Winfrey. "Natürlich. Ich fühle mich gedemütigt. Ich schäme mich", antwortete Armstrong.

Der 41-Jährige gab zudem an, dass er sich zu dem Interview im US-Fernsehsender OWN entschieden habe, damit seine fünf Kinder nicht länger unter der Sache leiden müssten.

Armstong muss nun damit rechnen, dass die Sponsoren aus seiner aktiven Zeit und danach nun Millionenforderungen an ihn richten.

Forderung: Aussage unter Eid

Für Kritiker sind die Einblicke und Geständnisse von Armstrong nicht genug. Der deutsche IOC-Vizepräsident Thomas Bach erklärte Freitagnacht im Zweiten Deutschen Fernsehen, dass die Dopinbeichte zu spät kommt und Armstrong zu wenig Details Preis gegeben habe.

"Es enthält keine neuen Fakten, die nicht schon bekannt waren aus dem Bericht der amerikanischen Anti-Doping-Agentur", sagt Bach. Die Ermittleungen müssten auf jedenfall nun weiter gehen. Armstrong müsse außerdem unter Eid vor den relevanten Anti-Doping-Organisationen aussagen.

Sieben Jahre Fahrt mit Doping

In dem am Donnerstag (Ortszeit) ausgestrahlten ersten Teil des TV-Interviews mit Winfrey hatte der frühere Radprofi nach über 13-jährigem Leugnen eingestanden, in seiner Karriere in großem Stil gedopt zu haben. Armstrong gab zu, bei all seinen sieben Tour-de-France-Erfolgen zwischen 1999 und 2005 gedopt gewesen zu sein.

 

 

(APA/jake)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

07:55

Citroen Picasso C4: Der eigenwillige Franzose

27.07.2014, 15:18

Riesige Staubwolke begräbt Phoenix + Video

27.07.2014, 10:49

Erfolgsserie kehrt zurück: Fünfte Staffel von "The Walking Dead" als globale Premiere + Video

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    27.07.2014, 17:42

    Formel 1: Ricciardo gewann Spektakel auf dem Hungaroring – Hamilton sensationell Dritter

    Die Formel 1-Fans auf dem Hungaroring sind am Sonntag voll auf ihre Rechnung gekommen. Die 70 Runden in Ungarn, wo normalerweise meist "Überholverbot" gilt, arteten zum Spektakel aus.

    26.07.2014, 16:57

    Formel 1: Rosberg holte Ungarn-Pole – Rivale Hamilton stinksauer: "Jungs, ich brenne"

    Nico Rosberg hat am Samstag in einem turbulenten Qualifying die Pole Position für den Formel 1-Grand-Prix von Ungarn erobert. Der WM-Leader aus Deutschland legte damit die Basis für seinen ersten Sieg auf dem Hungaroring.

    26.07.2014, 14:41

    Fußball – Tavecchio: "In England spielen Profis – in Italien bekommen wir Opti Poba, der vorher Bananen gegessen hat"

    Carlo Tavecchio, Favorit auf den Posten des italienischen Fußball-Verbandspräsidenten, hat mit einer rassistischen Äußerung negativ von sich reden gemacht. Italien solle sich ein Beispiel an England nehmen...

    26.07.2014, 12:58

    Vespa Sprint 125 im Test: Schick, sicher und unkompliziert + Video

    Basierend auf der ebenfalls neu aufgelegten Primavera entwickelt Piaggio mit der Vespa Sprint 125 einen Klassiker der Neuzeit.

    25.07.2014, 22:09

    U19-Fußball-EM: Im Halbfinale warten die Deutschen

    Im letzten Gruppenspiel gegen Portugal setzte es knapp die erste Niederlage für die österreichischen Youngsters. Aber dafür geht’s jetzt im Halbfinale gegen unseren Lieblingsgegner Deutschland.

    Die Redaktion empfiehlt

    Umfrage

    • Finanzskandal in der Bundestheater-Holding: Wie soll es mit den Theatern weitergehen?
    • Ja, wichtig für Kultur und Tourismus
    • Radikalreform mit Einsparungen
    • Zusperren, zur Touristensaison ohnehin geschlossen
    • Weiß nicht