17.08.2012, 13:09  von Reuters/past

Miese Noten für Mercedes, Audi und Lexus im US-Crashtest

Premium-Autos scheitern / Bild: IIHS

Autoindustrie. Während VW mit "grenzwertig" davon kam, schnitten Mercedes und Audi bei dem neuen US-Sicherheitstest wirklich schlecht ab. Die Premium-Hersteller sind vor den Kopf gestoßen.

Das renommierte Insurance Institute For Highway Safety (IIHS) sorgt zurzeit bei vielen Autoherstellern für einen PR-Totalschaden. Beim neuen Crashtest schneiden nur Honda und Volvo mit der Note "gut" ab. Die übrigen Hersteller weisen Mängel auf. Eine ganze Branche ist in Aufruhr.

Vernichtende Ergebnisse

Der Test simuliert eine besonders häufige Unfallart, die bei den übrigen Simulationen bisher wenig Beachtung gefunden hat. So wurde bei dem neuen Crashtest erstmals ein Frontalzusammenstoß simuliert, bei dem ein Auto nur mit dem Scheinwerfer in ein Hindernis wie etwa einen Brückenpfeiler oder eine Hauswand kracht. Und nicht wie üblich komplett frontal oder von der Seite. Modelle von Mercedes-Benz und Audi hatten dabei vernichtende Ergebnisse erzielt.

"Grenzwertig" und "Mangelhaft"

Der in den USA ab 32.500 Dollar verkaufte Audi A4 und die für 35.350 Dollar aufwärts erhältliche Mercedes-Benz C 250 bekamen in dem Test die Noten "mangelhaft". Beim Audi öffnet sich bei dem Zusammenstoß die Tür, wodurch der Fahrer zusätzlich gefährdet wurde. Beim Mercedes wird der Fuß der Dummy-Puppe eingeklemmt, da sich durch die geringe Überlappung mit dem Hindernis ein großer Teil der Wucht des Aufpralls auf das Vorderrad überträgt und nicht von der Frontpartie abgefangen wird. Beim VW CC wird die Tür beim Crash komplett abgeschert und bekam allerding wie vier weitere Pkw in dem Crashtest - noch die Note "grenzwertig". Dafür schnitt die Toyota -Premiumtochter Lexus miserabel ab.

Der Test im Detail

Getestet wurden die 13 Kandidaten mit 25-prozentiger Überlappung bei 64 Stundenkilometer (40 US-Meilen) bei frontalem Aufprall. In der Realität sind derartige Kollisionen besonders häufig, etwa bei Unfällen mit dem Gegenverkehr oder beim Zusammenstoß mit Laternenpfählen.
Daimler ging mit der Unfallsimulation hart ins Gericht.

Reaktionen

"Der Test entspricht nicht dem realen Unfallgeschehen, ein Zusammenstoß auf Scheinwerfer-Breite ist statistisch nach unseren Daten nicht signifikant", sagte ein Mercedes-Sprecher in Stuttgart. "Wir trauen dem realen Unfallgeschehen mehr als Crashtests unter Laborbedingungen."


IIHS-Präsident Adrian Lund verteidigte den neuen Crashtest gegen Kritik. "Nahezu jeder Neuwagen verhält sich bei frontalen Crash-Tests gut, aber wir haben immer noch jährlich mehr als 10.000 Tote bei solchen Unfällen", sagte Lund.

 

 

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

18:56

Siemens-Knowhow für chinesische Elektroautos

14:49

Toyota baut neue Hybrid-Modelle komplett in China

09:01

Chinesischer Autobauer Qoros kommt 2015 „klein, dann größer" nach Europa

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    19.04.2014, 19:06

    VW-Billigauto: "Wir werden alle Komponenten in China fertigen"

    Volkswagen kommt bei der Entwicklung eines Billigautos für den boomenden chinesischen Markt in Trippelschritten voran. 7500 Euro soll er kosten.

    19.04.2014, 16:02

    VW startet Elektroauto-Offensive in China

    Volkswagenchef Martin Winterkorn hat die bisher "größte Initiative für Elektromobilität" auf dem chinesischen Automarkt angekündigt.

    15.04.2014, 17:35

    I3 wird Absatzhoffnung für BMW - Produktion weiter hochgefahren

    In der Hoffnung auf einen kräftigen Nachfrageschub aus den USA stockt BMW die Produktion seines Elektroautos i3 weiter auf.

    15.04.2014, 16:23

    Daimlers neues Elektroauto ist „Neuland" für den Konzern

    "Erstmals haben wir außerhalb von Sindelfingen ein Fahrzeug entwickelt." der mit BYD entwickelte Denza soll eine Reichweite bis zu 300 Kilometer haben.

    15.04.2014, 13:21

    EU-Parlament bremst Gigaliner aus

    Die Riesen-Lkw sollen zumindest nicht grenzüberschreitend zugelassen werden, die Ablehnung im EU-Parlament war massiv.

    Umfrage

    • Wo liegt Ihr Notgroschen?
    • Am Girokonto
    • Sparbuch
    • Andere Anlageformen
    • Unterm Kopfkissen

    Die Redaktion empfiehlt