06.01.2013, 13:28  von APA/dpa/Stefan Mey

VW baut Billig-Auto für China und Indien

Der Tata Nano in Barcelona - Warten auf die Inder / Bild: (c) EPA (XAVIER BERTRAL)

Automotive. Frühestens 2016 wollen die deutschen "Basismobilität zum geringsten Preis" bieten. Die Inder selbst haben dies bereits versucht - und sind auf Probleme gestoßen.

Wolfsburg/Peking/Neu-Delhi. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn setzt große Erwartungen in das geplante Billigauto, das frühestens 2016 auf den Markt kommen soll. Es sei "ein wichtiges Projekt", sagte Winterkorn dem Nachrichtenmagazin "Focus" zufolge kürzlich vor Führungskräften des Konzerns in Dresden. In Ländern wie Indien und China sei "Basismobilität zum geringsten Preis" gefragt. Man peile deshalb für solche Märkte eine Reihe von Modellen zu Preisen zwischen 6000 und 7000 Euro an. Ein VW-Sprecher wollte den Bericht am Samstag nicht weiter kommentieren.

Das intern "Budget-Car" genannte Projekt unter der Leitung von Ex-Opel-Chef Hans Demant ist noch in einer sehr frühen Planungsphase. Volkswagen taxiert laut "Focus" den weltweiten Markt in der Preisklasse bis 8000 Euro auf acht Millionen Autos. 3,5 Millionen davon kommen demnach internen Analysen zufolge in China auf den Markt.

Billig made in India

Dabei hat Indien selbst bereits Erfahrungen mit preiswerten Autos gesammelt: Der vom indischen Mischkonzern Tata seit 2009 produzierte "Tata Nano" ist ab rund 1400 Euro erhältlich und gilt somit als das billigste Auto der Welt. Mitte 2009 wurde ein Modell für den europäischen Markt in Barcelona präsentiert, das damaligen Medienberichten zufolge im Vorjahr um 5000 Euro auf den Markt hätte kommen sollen. Geschehen ist dies aber noch nicht.

Allerdings musste selbst der ansonsten in seinem Heimmarkt so erfolgreiche Tata-Konzern bei diesem Projekt mit Rückschlägen kämpfen: Das Vertriebsnetz wurde zu Beginn nicht optimal genutzt; hinzu kamen Sicherheitsbedenken, da einige Exemplare des Autos in Flammen aufgegangen waren.

Ein Marketing-Fehler war schließlich die Positionierung als "Billig-Auto": Die Mitglieder von Indiens aufstrebender Mittelklasse haben nun ein höheres Einkommen und möchten dies auch durch Statussymbole präsentieren - ein Auto, das von Haus aus als "billig" gilt, kann dieses Bedürfnis nicht befriedigen. In diesem Punkt zumindest ist VW aber klar im Vorteil; denn deutsche Ingenieurskunst ist im südasiatischen Wachstumsmarkt hoch angesehen.

 

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