11.01.2011, 00:39  von Hans Pleininger

Kneissls Zeit ist abgelaufen

Bild: WB/Peroutka

Nach zwei Insolvenzen reisst Kneissl bald seinen dritten Stern. Das Problem: Keiner im Skigeschäft braucht den maroden Tiroler Skihersteller.

Mit Kneissl geht' s anscheinend jetzt wirklich zu Ende: Nach mehreren Konkursanträgen soll das Gericht noch diese Woche entscheiden, ob gegen den Tiroler Skihersteller ein Konkursverfahren eröffnet wird oder nicht. Jetzt nur keine Verzögerung mehr, wenn ich bitten darf. Genauso wenig sind wortreich klingende, aber nichts bringende Rettungsversuche angebracht. Keiner im Skigeschäft braucht Kneissl. Das ist hart, aber die Wahrheit.

Hätten die vielen Strippenzieher, die sich am Tiroler Skihersteller in schwierigen Jahren versucht haben, nur irgendwann ehrlich den Tatsachen ins Auge geschaut und wären konsequent gewesen, hätte Kneissl schon lange in Würde abschwingen können und würde heute als Stern im österreichischen Skihimmel leuchten.

So aber plagen sich Franz Kneissls "Erben" seit 30 Jahren mit einem Dauerpatienten über die Skipisten. 1980 war der erste Konkurs. Und obwohl Kneissl als Erfinder der Carving Ski gilt, hat man wenig gelernt: 2003 riss Kneissl seinen zweiten Stern. Heute droht die dritte Insolvenz.

Insolvenz mit Anlauf. Aller schlechten Dinge sind drei. Doch keiner soll sagen, man habe es nicht kommen gesehen. Mit nicht einmal 100. 000 Paar Kneissl-Ski im Jahr ist man halt nicht konkurrenzund lebensfähig. Dazu fehlen Schuhe und Bindung, um als Skifirma ernst genommen zu werden. Zu schlechter Letzt: Vom Kästle-Schicksal hat man auch nichts gelernt, sondern toppt dessen Sturz noch.

Und was sagt Kneissl-Eigen tümer Al Jaber? Er schweigt. Dafür will er gerüchteweise 1, 2 Millionen €in die Kneissl-Rettung buttern. Zahlt er? Darauf können Sie sich selbst einen Reim machen: In vier Wochen beginnt die Ispo in München, die wichtigste Sportmesse der Welt, wo Ski-Neuheiten der nächsten Saison vorgestellt werden. Kneissl ist nicht dabei. Noch Fragen?

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