14.11.2012, 19:45  von Sissi Eigruber

Her mit der Frauenquote

Bild: WB/Eizinger

Beobachtet. In Österreich liegt der Frauenanteil in den Geschäftsführungen der 200 umsatzstärksten Unternehmen bei fünf Prozent, in den ­Aufsichtsräten bei elf Prozent.

Ja, es ist unbequem. Ja, es mag mit größerem Aufwand verbunden sein, wenn man bei der Suche nach geeigneten Kandidaten für bestimmte Positionen auch noch darauf achten muss, dass es sich um eine Frau handelt. Ja, das Geschlecht alleine sagt nichts über die Qualifikation einer Person aus. Aber mit Verlaub, die Zeit der Ausreden ist vorbei.

In Österreich liegt der Frauenanteil in den Geschäftsführungen der 200 umsatzstärksten Unternehmen laut Arbeiterkammer bei fünf Prozent, in den ­Aufsichtsräten bei elf Prozent. Das ist doch nicht in Ordnung, meine Damen und Herren!

Eigene Töchter

Immerhin geht es dabei auch um die Zukunft Ihrer Töchter. Und es geht um nichts weniger als die faire Aufteilung von Macht und Geld. Erschreckenderweise befindet sich Österreich mit dem geringen Anteil an Chefinnen in großen Unternehmen in guter Gesellschaft: Laut EU-Daten gibt es nur in zwölf der insgesamt 27 EU-Staaten Frauen an der Spitze der größten Unternehmen. In dieser Erhebung gehört Österreich zu den Ländern mit Null-Frauenquote.

Auf nationaler Ebene geht offenbar zu wenig weiter, daher ist es höchste Zeit, dass die EU mit entsprechenden Vorgaben zum Handeln zwingt. Die österreichischen Vorgaben für den öffentlichen Dienst und staatsnahe Betriebe sind definitiv zu wenig.

Reizend, wenn unsere Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek die Maßnahmen der EU-Kommission begrüßt, aber sie selbst hätte schon längst mehr unternehmen müssen, um diesen Zustand zu ändern. Freiwillige Verpflichtungen sind da leider zu wenig - das haben die vergangenen 100 Jahre gezeigt. Andere Länder wie Norwegen und Frankreich haben ­bereits entsprechende Quoten-Gesetzgebungen verabschiedet, die Sanktionen beinhalten.

Und wenn wir schon dabei sind, gleich noch eine unangenehme Wahrheit: Es ist einfacher, Karriere zu machen, wenn man sich um so banale, aber zeitraubende Dinge wie Haushalt und Kinderarzt-Termine nicht kümmern muss - oder nur zur Hälfte...

 

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Kommentare

6 Kommentare

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rolli1950 meint

absolut !!! - auch dort - wo heute keine frauenverpflichtung vorgesehen ist !!

verfasst am 18:04 17.11.2012

Gast: daxi meint

Liebe Leserinnen und Leser, auch bin eine Frau in einer Führungsetage aber dieses schwachsinnige Emanzengeschwafel der "emanzipierten Politikerinnen" geht mir langsam auf die Nerven. Haben die die nicht Besseres zu tun. Immer alles schön regulieren mittels Gesetzes damit sich keiner mehr auskennt. Ich habe Chefinnen gehabt die waren sogar noch skrupelloser als ihre männliche Kollegen. Und habe bereits mehrere Chefinnen hinter mir.

verfasst am 12:49 17.11.2012

Gast: AndiKr meint

Liebe Fr. Eigruber,
Eine tolle Idee haben sie da. Bravo! Hauptsache die leistungsunbegründete Bevorzugung gleich in ein Gesetz zu gießen. Besser wäre noch der Verfassungsrang. Fr. Eigruber, sie und ähnliche Brutalo-Emanzen werden nicht ruhen, bis Männern endlich eine Gebärmutter zwangsweise eingesetzt wird. Ich war bisher im Berufsleben auf Gleichberechtigung eingestellt und habe das auch so gelebt. In Zukunft heißt es in den Geschlechter-Krieg zu ziehen. Man(n) kann und wird sich wehren!

verfasst am 20:33 16.11.2012

Die tolle Idee der Quote muss nicht nur auf die tollen hochbezahlten Jobs beschränkt werden. Warum nicht auch Frauenquote bei Müllabfuhr, Bauarbeit und im Bergwerk? Schon im alten Testament stand Auge um Auge. Also weiter so. Machen Sie den gleichen Fehler unserer männlichen Vorfahren in umgekehrter Richtung. Ich will das nicht. Denn Gleichberechtigung und Quoten sind ein Widerspruch in sich. Denken wir nicht nur an unsere Töchter sondern auch an unsere Söhne. Die haben nämlich zu den Ungerechtigkeiten der letzten 100 Jahre auch keinen Beitrag geleistet.

verfasst am 08:43 16.11.2012

"Geschlecht sagt nichts über Qualifikation" - eben! Wenn eine Frau die richtige Kandidatin ist, bitte melden. Abgesehen davon ist die Personalistenliga in Frauenhänden. Wenn etwas "nicht in Ordnung" erscheint, dann muss man nach Gründen suchen, bevor nach Änderung gerufen wird. Für die Zukunft meiner Tochter sorgt, dass sie eine solide Ausbildung erhält und selbstverständlich wird darauf geachtet, dass sie heute schon mit den Leuten spricht, in deren Branchen sie einmal unterkommen kann (von Vet-Med über Bank bis Intellektuelle und Journalisten). Zahlen sind lediglich Zahlen. Wer mit Budgets hantiert, weiß, dass sie für sich alleine nichts aussagen. Es bleibt dabei: Her mit den Kandidatinnen! Pfeif auf Quote! Zu ihren 100 Jahren - wovon reden sie eigentlich? - ist es nicht endlich Zeit, neue Realitäten anzuerkennen? Ist es nicht Zeit zu sehen, dass nicht alles so simpel ist, wie es oberflächliche Geschichtslesung vermeint? Weg mit der Propaganda! Her mit Fakten! Wer will welche Jobs? Wer hat welche Qualifikationen? Warum melden sich für einen feinen Job 15 Männer und keine Frau? Warum muss nach Frauen aktiv geworben werden? Liebe Frauen, tut endlich, was eure feministischen Freundinnen von euch verlangen!

verfasst am 22:19 14.11.2012

Geschätze Frau Eigruber,
Ihre Art des Journalismus verstehe ich nicht. Sie führen im ersten Absatz Ihres Artikels gute Gründe gegen eine Quotenregelung an und stellen diese dann mit der Aussage selbst in Frage "die Zeit der Ausreden ist vorbei". Was nun? Wollen Sie provozieren oder ein Thema ordentlich beleuchten. Und - by the way - diese Regelung trägt nichts, aber schon gar nichts dazu bei, die Zukunft meiner Tochter abzusichern. Da mache ich mir ehrlich gesagt mehr Sorgen, ob das Pensionssystem für meine Tochter noch funktionieren wird. Wenn Sie weiters glauben, dass diese Regelung hilft, Macht und Geld fairer "aufzuteilen", dann muss ich Sie enttäuschen. Regelungen haben in der Historie niemals dazu beigetragen diese beiden Punkte zu "regeln". Abschliessend wünsche ich Ihnen, dass Sie im Falle einer lebensnotwendigen Operation nicht von einer Quotenfrau sondern von der besten verfügbaren Person operiert werden.

verfasst am 21:43 14.11.2012

18.06.2013, 18:06

Auf Sand gebaute Alpine-Sanierung

Beobachtet. Bei der Sanierung des Salzburger Baukonzerns werden genau diejenigen Investoren verärgert, die man mittelfristig wieder braucht - die Anleihenkäufer.

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18.06.2013, 10:18

Soko Saubermann frisst ihre Kinder

Beobachtet. Noch nie mussten in Tschechien so viele Politiker wegen Korruptionsaffären den Hut nehmen.

17.06.2013, 17:43

Ein Mann einigt seine Nation

Leitartikel. Die Protestbewegung gegen Erdogan reicht von ganz links bis ganz rechts.

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