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29.11.2012, 19:24 von Esther Mitterstieler
Es ist schon erstaunlich, wie sehr Eltern ihre Kinder plötzlich lieben, wenn es darum geht, im Unternehmen einen Vorwand zu finden, schneller die Arbeit niederzulegen. Aus empirischer Langzeitperspektive betrachtet würde ich sagen: Egal, ob Menschen Kinder haben oder nicht: Ihre Arbeitseinstellung ändert sich nicht, zumindest nicht gravierend.
Auf gut Deutsch: Wer vor dem Kind ein Arbeitsvermeider war, bleibt es danach - und umgekehrt. Es ist eine reine Charakterfrage, wie sehr sich Mitarbeiter für ihr Unternehmen engagieren. Und auch - es mag arrogant klingen - eine Frage des Intellekts. Wer mit vollem Elan arbeitet, der hat auch zumeist ziemlich viel Spaß daran. Und trägt dazu bei, dass die Firma prosperiert und also der eigene Job erhalten bleibt.
Unfassbare Trägheit
Doch die Gesellschaft ist auch nach jahrtausendelanger Erfahrung unfassbar träge in ihrem Änderungswillen. Wir bejammern, dass es zu wenige Kinder gibt. Bei der Infrastruktur, die wir um uns haben: Wundert es uns? Mitarbeiter - das sei hier wie vorher geschlechtsneutral angeführt - müssen oft um 16 Uhr weg, weil die Kindergärten oder Horte um 17 Uhr schließen, was noch spät ist. Das ist doch ein Witz. Als ob alle Menschen sich noch in solche Arbeitszeiten einzwängen ließen. Journalisten waren es im Übrigen noch
nie, gehören doch Abendtermine fast zu ihrem täglich Brot.
Das Angebot an elternfreundlichen Kinderstätten muss endlich verbessert werden, dann können arbeitsscheue Mitarbeiter - und wieder sei es geschlechtsneutral betrachtet - keine Ausrede haben, sie müssen weg. Als ob ihre Single-Kollegen nicht auch endlich raus sollten, um vielleicht einen Partner zwecks späterer Familiengründung zu finden.
Hören wir doch auf mit dieser scheinheiligen Familiensaga. Die heilige Familie, die uns gerne verkauft wird, gibt es längst nicht mehr, so es sie je gegeben hat. Hallo! Es gibt Patchworkfamilien, gleichgeschlechtliche Partnerschaften und keinen Beweis dafür, dass die Lebensform von Menschen im Job ersichtlich ist. So viel Privatleben sollte sein.
Wenig originell ist dabei, dass Frauen immer noch bei Vorstellungsgesprächen gern gefragt werden, wie es mit der Familienplanung aussieht. Leider haben wir diese Diskriminierung auch der Gesetzgebung zu verdanken, die es möglich macht, dass Frauen mit Kind bis zum Alter von sieben Jahren de facto unkündbar sind. Haben wir das verdient?
Das war ein Schuss ins Knie für alle Frauen. Besonders in Krisenzeiten kann man John F. Kennedys Bekenntnis für ethisches Handeln („Was kann ich für den Staat tun?") auch auf sein Unternehmen übertragen. Hält man dieses Motto hoch, tut man am allermeisten für sich selbst. Dann braucht man auch seine Kinder nicht als Vorwand zu missbrauchen. Eltern ohne Job sind auch nicht lustig.
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21.05.2013, 17:56
21.05.2013, 17:55
20.05.2013, 18:52
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Kommentare
22 Kommentare
Gast: erstaunt meint
Vor allem, wenn man bedenkt, wem die Styria gehört.
verfasst am 08:54 24.01.2013
Gast: elncdln meint
Alles in allem ein sinnloser Beitrag ohne große Aussage.
(ich gebe ihnen schon recht, ich habe ja auch darauf reagiert - also aufgeregt hat es allemal)
verfasst am 13:42 03.12.2012
Gast: schwer enttäuscht meint
Soviel zum Thema wer sich einsetzt wird auch seinen Job behalten. Sie sollten nachdenken bevor sie die Finger auf die Tastatur legen. Aufregen ist gut und schön, aber diese unbedachte Untergriffigkeit ist GANZ ein anderes Thema.
Und gerade in dieser Zeit in der Styria, und vorallem in einer Führungsposition, sollte man hier etwas Feinfühligkeit an den Tag legen. Ich bin schwer enttäuscht. Das spiegelt anscheinend das Engagement der Firmenleitung wider.
Na dann! Ists vielleicht besser dieses Unternehmen erhobenen Hauptes verlassen zu können.
PS: Auch ich habe diese "heile Familie" zu Hause... denn ohne die wäre die Arbeit SO nicht möglich gewesen.
verfasst am 12:46 03.12.2012
Gast: nachgedacht meint
verfasst am 13:25 02.12.2012
Gast: Mia meint
Danke,
Mia
verfasst am 13:14 02.12.2012
Gast: Observer003 meint
verfasst am 20:11 01.12.2012
Gast: Startup meint
verfasst am 10:00 01.12.2012
Gast: Frau Mama meint
Übrigens hängt der Kündigungsschutz nicht am Geschlecht, sondern an der Elternteilzeit die auch von den Vätern (ja sogar von beiden Eltenteilen gleichzeitig) in Anspruch genommen werden kann.
verfasst am 08:11 01.12.2012
Gast: WirtschaftsBlatt-Leserin meint
verfasst am 20:06 30.11.2012
Gast: analyst meint
verfasst am 10:30 01.12.2012
Gast: Beobachter meint
verfasst am 18:33 30.11.2012
Mitterstieler meint
mit besten Grüßen und alles Gute den Kindern, Esther Mitterstieler
verfasst am 17:28 30.11.2012
Gast: Danke! meint
verfasst am 15:14 30.11.2012
Mitterstieler meint
verfasst am 11:58 30.11.2012
Gast: gast1 meint
Natürlich macht es einen Unterschied ob man eigene Erfahrungen, über das Thema von dem man berichten möchte, hat oder nicht! Davon abgesehen passen sich die Antworten der Qualität obigen "Geschreibsls" an, und - so ehrlich muß man sein - da kann man eben nicht allzuviel erwarten.
Insgesamt empfiehlt es sich die eigene Leserschaft nicht für (allzu) blöd zu verkaufen: Der plumpe Versuch "Orwell`scher-Umerziehung" in einen neoliberalen Werte- u. Gesellschaftskontext nach angelsächsischem Vorbild mag bei Ihren Auftraggebern gut ankommen, - die geneigte Leserschaft ist hingegen "not amused".
Versuchen Sie die Befehlsausgabe beim Herrn Leitl etwas seriöser zu interpretieren!
Schönen Tag noch.
verfasst am 17:11 30.11.2012
Gast: AndiKr meint
Sehen sie, sie können ja schreiben was sie wollen. Nur mit der Realität hat das nix zu tun. Kinder eigenhändig zu erziehen und gleichzeitig in zeitlich starren Jobs zu arbeiten geht einfach nicht unter einen Hut. Das ist Realität!
Und die heile Familie gibt es schon noch (wir haben so eine), auch wenn uns medial die Homo- und Patchwork-Familien schon jahrelang schöngeredet werden.
Noch etwas: Wenn "Frau" zuhause ist und sich um die Erziehung kümmert dann macht sie den wichtigsten Job der Welt. Sie erzieht Kinder zu mündigen Bürgern und gleicht somit nach Kräften die Versäumnisse der Medien aus, die seit Jahrzehnten genüsslich mit der "Politik der Dummheit" paktieren.
verfasst am 15:31 30.11.2012
Gast: Gast 37 meint
Sie haben recht wenn Sie sagen die Bevölkerung ist träge! Aber die Kinder haben zu Hause auch noch was zu tun und brauchen auch Freizeit!
Ich gehe bei Ihrer Argumentation davon aus dass Sie keine Kinder haben und bei Ihrer sonstigen Erfahrungsvielfalt in diesem Punkt auf fremde Erfahrungen zurückgrifen müssen.
Ich habe übrigens 2 Kinder und arbeite im Durchschnitt 60 bis 70 Stunden die Woche.
verfasst am 09:54 30.11.2012
freigeld meint
verfasst am 09:34 30.11.2012
Gast: pk meint
Engagement, aber immer fest sudern.....
verfasst am 09:26 30.11.2012
Gast: eva meint
verfasst am 09:15 30.11.2012
Gast: gast1 meint
verfasst am 09:02 30.11.2012
Gast: AndiKr meint
Eine einzige Frage Frau Mitterstieler: Haben sie Kinder? Ich bitte um ein ehrliches Ja oder Nein!
verfasst am 20:46 29.11.2012