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20.12.2012, 09:20 von Günter Fritz
Die Diskussion um die Sicherheit auf der Schiene, die der Chef der Eisenbahnergewerkschaft, Roman Hebenstreit, losgetreten hat, mag manchen vielleicht überzogen erscheinen. Schließlich ist Österreich ein Eisenbahnland mit hohen Standards und nicht mit Entwicklungsländern zu vergleichen, wo es auf Grund technischer Mängel oder menschlichem Versagen immer wieder zu Zugsunfällen mit zahlreichen Toten kommt.
Dass Unternehmen, Politik und Wirtschaftskammer aber gleichzeitig keine Diskussion aufkommen lassen wollen und den Bedarf nach Einführung einer Eisenbahnpolizei überhaupt nicht sehen, macht stutzig. Da braucht es nicht die barbarische Vergewaltigung in der Wiener U6, um aufzuzeigen, dass "Kameras keine Menschen schützen, sondern nur Menschen Menschen schützen", so Hebenstreit. Immerhin sind auch 30 Prozent der ÖBB-Züge in Nahverkehr unbegleitet unterwegs.
Eine Diskussion wert
Aufsichtsorgane, die in ausreichendem Maß vorhanden sind, haben auf Gewalttäter eine abschreckende Wirkung - das zeigt die Erfahrung von New York bis zur Westbahn. Denn auch dort lassen sich betrunkene und randalierende Fußballfans nur mit Hilfe Uniformierter bändigen.
Eisenbahnpolizisten, die sowohl für die technische als auch die menschliche Sicherheit auf der Schiene sorgen, sind zumindest eine Diskussion wert. Das Thema kann jedenfalls nicht hoch genug eingestuft werden - und so sollte es auch von allen Beteiligten behandelt werden.
(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2012-12-20)
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