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14.01.2013, 17:51 von Isabell Widek
Was haben wir nicht gelacht, wenn der „Ö3 Callboy" wieder einmal versucht, einem erwachsenen Menschen den Namen des Bundespräsidenten oder gar des Kanzlers zu entlocken. Und es gelingt ihm nicht.
Nur: In der Realität ist es noch weitaus schlimmer ums Allgemeinwissen bestellt. Ein Rundruf des WirtschaftsBlatt unter führenden Unternehmen des Landes zeigt, dass diese auf solcherart „Spezialwissen" gar keinen Wert mehr legen. Die korrekte Zahl der Bundesländer sowie Kenntnis der vier Grundrechnungsarten reichen vollkommen aus, um einen Lehrplatz zu bekommen.
Dabei sind es nicht die Unternehmen, die mit der Zeit genügsam geworden sind. Ganz im Gegenteil. Doch leider ist der Bildungsniveau in diesem Land so, dass es bis zu 70 Prozent der Bewerber für Lehrstellen von vorneherein ausschließt. Der Rest der Lehrlinge - der, der den Job bekommt - kann einfach nur mehr genau das: Rechnen, Schreiben, Lesen. Den Namen des eigenen Landeschefs zu kennen, gilt da schon als Zusatzqualifikation.
Die Betriebe tun also mehr, als sie eigentlich müssten. Viele erzählen davon, dass sie bis zu einem Jahr der Lehrzeit dafür aufwenden, ihre künftigen Aushängeschilder „fit für die Gesellschaft" zu machen. Sprich, sie bringen ihnen bei, zu grüßen oder nicht auf den Boden zu spucken. Ein trauriges Bild.
Dabei ist nicht einmal ein reiner Akt der Nächstenliebe, sondern pure Notwendigkeit im Geschäftsleben. Der schlechte Zustand der Bildung unseres Nachwuchses betrifft uns nämlich alle.
Gut, wer schlechte Noten in der Schule hat, wem alles egal ist und wer sich auch noch schlecht benimmt, wird wenig Chancen auf einen Lehrplatz und noch weniger Chancen auf einen Job mit gutem Verdienst haben. Aber auch die Betriebe suchen händeringend qualifizierten Nachwuchs, um ihren Pool an Facharbeitern auffüllen zu können. Fehlen die, müssen Aufträge abgelehnt werden. Und das zeichnet sich in weiterer Folge in den Kennzahlen eines Unternehmens ab. Also: Keine Bildung, kein Job, keine Aufträge, kein Gewinn, keine Dividende.
Es liegt also an uns, unser aller Wohlergehen zu sichern. Wenn der gestern präsentierte nationaler Bildungsbericht also zwar überdurchschnittliche Schulausgaben pro Kopf, aber auch unterdurchschnittliche Netto-Unterrichtszeiten aufzeigt, ist nur ein Beweis mehr, das vieles im Argen liegt. Österreichs Bildungssystem braucht eine Reform - und zwar jetzt und nicht erst eine, die erst für die nächste Generation wirkt.
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Kommentare
3 Kommentare
Gast: dummkopf meint
verfasst am 20:12 15.01.2013
Gast: marcelus meint
verfasst am 15:02 15.01.2013
Gourmet meint
Ist ein Schuss ins Knie
vielleicht sollte man Aktien in Psychopharmaka anlegen.
Lebendige Tote. echt krass
verfasst am 04:54 15.01.2013