31.01.2013, 17:50  von Esther Mitterstieler

Pure Angst ums Wasser

Bild: Peroutka

Zur Sache. Es ist eine regelrechte Hysterie vom Boden- bis Neusiedlersee ausgebrochen, weil schließlich das Wasser uns gehört.

Halb leer oder halb voll ist das Glas Wasser derzeit, wenn es um den viel beschworenen Ausverkauf des heimischen Wassers geht. Es ist eine regelrechte Hysterie vom Boden- bis Neusiedlersee ausgebrochen, weil schließlich das Wasser uns gehört. Und wer hat das je angezweifelt?

Zum Hintergrund: Die EU hat eine Richtlinie erlassen, über die Konzessionsvergaben in Infrastrukturfragen - auch das Wasser gehört dazu - transparenter gemacht werden sollen. Das heißt auch, dass nicht nur Betriebe vor Ort mitbieten können, wenn es Konzessionen gibt.

Ein Stum der Entrüstung geht's durchs Boulevardland. Den Ausverkauf des Wassers will man in der Verfassung festgeschrieben sehen, was rechtlich umstritten ist.

Ausverkauf?

Man mag das einschätzen wie man will. Das sind Kampagnen, deren Inhalte verfälscht wiedergegeben werden Ausverkauf heißt Privatisierung für den gelernten Österreicher. Von einer zwingenden Privatisierung kann keine Rede sein. Nur im Fall einer Privatisierung gelten neue Regeln. Aber einer gibt vor, und die anderen plappern nach. Manchmal geht der Schuss für den Boulavard auch daneben, wie beim Volksbegehren. Man mag auch zur Atomkraft stehen, wie man will. Europa könnte derzeit ohne nicht auskommen. Da mag man sich noch so sehr davor fürchten oder dagegen sein.

Es ist ein Faktum. Und auch hier machen sich die üblichen Scheuklappen auf: Es gibt Leute, die tatsächlich glauben, Österreich sei atomstromfrei. Mitnichten. Natürlich läuft über die Leitungen jede Form von Strom durch, egal aus welcher Quelle er stammt.

Auch hier fragt man sich, warum die Leute nicht mehr darüber nachdenken, was Realität ist als sich vom Boulevard Nachrichten servieren lassen, die leider der Realität nicht standhalten. Nur eine Seite zu beleuchten, ist nicht genug. Daher ist die Diskussion ums Wasser auch müßig. Es ist ganz einfach: Das Wasser wird im Land bleiben, die Konzessionen wohl großteils auch. Und Mauscheleien, die besonders im lokalen Bereich gerne florieren, werden hoffentlich besser verhindert.

Mündige Bürger.

Franz Fischler, ehemaliger Landwirtschaftsminister und EU-Agrarkommissar und nunmehr Präsident des Forums Alpbach, ist bei Gott qua Lebenslauf über jeglichen Verdacht erhaben. Er kann der aktuellen Panikmache nichts abgewinnen. Trotzdem hat der Boulevard wieder ein dankbares Thema gefunden, und wer als Politker etwas auf sich hält, springt hinterher, weil es für ihn Wasser auf seine Karrieremühlen bedeutet.

Das Leben ist ein fortwährender Fluss. In Zeiten der Digitalisierung ist es relativ einfach geworden, Inhalte auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Die Frage ist wirklich: Warum nutzen wir das nicht besser und bleiben mündige Bürger?

 

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    Kommentare

    4 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    Der Text ist unlogisch, die Anschlüsse der einzelnen Passagen funktionieren nicht. Boulavard? Die Scheuklappen machen sich auf? Abgesehen davon, dass die Autorin nicht verstanden hat, worum es geht. Mauscheleien florieren? Wasser auf seine Karrieremühlen? Der Artikel ist unterirdisch.

    verfasst am 21.02.2013, 23:05

    Gast: Pat meint

    "Das Leben ist ein fortwährender Fluss. In Zeiten der Digitalisierung ist es relativ einfach geworden, Inhalte auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen."

    Sie stellen die falschen Fragen.

    1.) Leben wir in der Zeit von Dschungelcamp und Co. - ich werde das gar nicht weiter ausführen

    2.) Ist die EU für die meisten Desinteressierten (viele) sowie viele Interessierte eine Black Box. Die EU hat eine Richtlinie erlassen, die den Bürgern der EU ANGST macht. Mit Angst konnte man die Massen immer schon für sich gewinnen. Die Medien haben das natürlich ausgeschlachtet, denn eine demokratisch unterlegitimierte Institution wie die Leute in Brüssel eine betreiben, erweckt nicht sonderlich viel Vertrauen.

    3.) Die richtige Frage wäre also: Wieso äußert sich eine Organisation, deren Macht so groß ist, dass sie Richtlinien und Verordnungen für alle EU Staaten erlassen kann, nicht besser zu ihrer Arbeit? Ist Information eine Bring- oder eine Holschuld? Die Antwort ist: Beides. Das Marketing der Absichten der EU ist schlecht - das mag in Unternehmenskreisen anders sein, die gefühlt mehr Mitentscheidungsmöglichkeiten wie die Bürger haben, und genau das lässt die Menschen in der EU aufhorchen und sich fragen: "Für wen arbeiten die eigentlich?"

    Kurz: Angst hat man gefälligst ernst zu nehmen. Auch, wenn man in der EU sitzt und glaubt, man thront über allem, denn das ist der Eindruck, der von dort ausgeht.

    verfasst am 03.02.2013, 11:42

    Gourmet meint

    Mit Verlaub
    Die Idee des bisherig gegangenen Weges in seiner Form weiter zu verfolgen ist Schwachsinn. Und mit Schwachsinn meine ich, dass es mit ziemlicher Sicherheit Schwachsinnig ist, bisherige Fehler weiter zu verfolgen. Schon alleine der Umstand der abstrusen Wasserversorgung der Bevölkerung in weiten Teilen der Welt zeigt ein konfuses Zivilisationsverständnis. Ich frage mich überhaupt auch, wie man auf eine Privatisierung kommt, wenn es einer Kommune gehört?

    Und zum Thema "wichtige Atomkraft"

    Was ist Atomkraft wirklich?
    Eine Kettenreaktion sich zerstörender Atome. Und damit treibt man dann eine Dampfmaschine an. OK.
    Man könnte auch behaupten, wir hätten das Feuer etwas weiter entwickelt.

    Schon alleine wenn man die Kräfte von Magnetismus und Gravitation betrachtet kommt einem der "Atomstrom" irgendwie seltsam vor. (Als ob der Mond einen Atomantrieb hätte?)

    ------
    man kommt sich bei einige Blendgranaten aus Brüssel und der Wirtschaft regelrecht gefrotzelt vor.
    (ich glaube, das musste mal gesagt werden)

    verfasst am 01.02.2013, 18:33

    So einen blöden Artikel hab ich noch nie gelesen. Natürlich geht es hier nur um wirtschaftliche Interessen. Jeder weiß, das die Kommunen und Länder hoch verschuldet sind und irgendwann verkaufen müssen. Und der s.g. Herr Fischler ist so unnötig wie ein Kropf und hat uns bereits Milliarden gekostet.

    verfasst am 01.02.2013, 13:20

    23.04.2014, 06:50

    Gerechtigkeit für alle

    Der Mindestlohn ist eine relative Angelegenheit.

    17.04.2014, 19:54

    Sanktionen halten Moskau nicht auf

    Eine Abstimmung der Ukrainer über die Föderalisierung ihres Landes könnte den Konflikt abkühlen

    17.04.2014, 09:40

    Ein gerechtes Mietrecht für alle

    Von einer Deckelung der Mieten würden nur wenige profitieren.

    15.04.2014, 19:20

    Abschlussprüfer, seid mutig!

    Beratungsmandate dürfen bei der Prüfung keine Rolle spielen.

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