13.02.2013, 18:10  von Günter Fritz

Im Urlaub sitzt der Euro locker

Bild: WB/Eizinger

Beobachtet. Die Österreicher lassen sich von den Konjunkturprognosen den Urlaub nicht verderben. Die Tourismuswirtschaft kann sich so über einen Rekord freuen.

Verhaltene Konjunkturprognosen hin, steigende Arbeitslosenzahlen her - wenn es um das Thema ­Urlaub geht, lassen sich die Österreicher davon nicht beeindrucken. Nachdem erst vor Kurzem die heimische Tourismuswirtschaft über ein All-Time-High von mehr als 130 Millionen Nächtigungen ­jubelte, reichen nun auch die heimischen Reiseveranstalter Positivmeldungen nach. So berichtet etwa der Chef der TUI Austria Holding, Klaus Pümpel, von Geschäftszuwächsen in allen Bereichen.

Unabhängig von etwaigen wirtschaftlichen Unsicherheiten kommt es für Herrn und Frau Österreicher nicht infrage, auf den wohlverdienten Urlaub zu verzichten. Sie sind vielmehr bereit, dafür tief in die Tasche zu greifen. Nach oben gibt es bei der Preisen keine Grenze. Wer Geld hat, ist auch bereit, viel Geld fürs Reisen auszugeben.
3500 bis 5000 € sind bei besseren Angeboten der Schnitt und für wirklich Gehobenes werden nicht selten 7500 € und mehr bezahlt. ­Voraussetzung ist natürlich, dass die gebotene Qualität passt - auch wenn man sie sich vielleicht nicht leisten kann.

Luxusbleibe. Dazu passt hervorragend ein unabsichtlich am Wochenende auf einer Kärntner Skihütte mitgehörtes Gespräch, bei dem es neben der Autofinanzierung mittels Leasing vor allem um die Planung des nächsten Weihnachtsurlaubs ging: Der günstige Flug nach Thailand ist vom offenbar nicht übermäßig begüterten Jüngling bereits gebucht, doch nun gilt es eine adäquate Bleibe für ihn und seine Holde zu finden. 240 € koste die Nacht mit Frühstück im Luxusressort, doch wenn alles passe, sei er bereit, dies zu zahlen - auch wenn es schon sehr teuer sei. Dazu muss man wissen, dass Thailand eine Billigdestination ist, in dem ansprechende Unterkünfte für einen Bruchteil der genannten Summe zu haben sind.

Für die Tourismusindustrie sind solche Kunden natürlich ein gefundenes Fressen. Beim Urlaub handeln viele Zeitgenossen so, als gebe es kein Morgen. Ein Trost ist nur, dass bei all dem Geld, dass da mit vollen Händen ausgegeben wird, ein Gutteil im Urlaubsland Österreich landet.

 

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

21:00

Mehr Mut zur Euro-Integration, Frau Merkel!

20:01

Standort Österreich: Vom Spitzenplatz zum Underdog

09:27

Der geteilte Osten

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    1 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    Ich bin nicht sicher, ob dies eine so erfreuliche Meldung ist.

    Ausgaben fuer Urlaubsreisen sind eine vollstaendig diskretionaere Ausgabe. Dies heisst, dass es gaenzlich im Ermessen des Einzelnen ist, ob diese Ausgabe anfaellt oder nicht. Wenn der Durchschnittsoesterreicher vor einer angespannten Finanzlage nicht erkennt, dass Ausgaben fuer den Urlaub eingespart werden koennten, gehen die Kosten zu Lasten anderer Ausgabenposten. Dies verhindert u.a. einen langfristig angelegten Vermoegensaufbau.

    Weitere Perspektiven finden Sie unter

    http://responsiblepersonalfinance.blogspot.co.at/

    verfasst am 16.02.2013, 13:46

    09:24

    Der Brutkasten: Das Start-up für Start-ups

    Vor mittlerweile knapp zwei Jahren haben wir im WirtschaftsBlatt mit einer Start-up-Serie begonnen, in der es um Tipps und Ratschläge für Gründer geht sowie um Berichte über erfolgreiche Neugründungen.

    26.05.2015, 09:40

    Den Förderdschungel durchforsten

    Eigentlich ist Österreich in puncto Forschung top.

    25.05.2015, 08:42

    Shinzo Abes dritter Pfeil fehlt auch in Europa

    Der expansiven Geld- und Budgetpolitik sollten jetzt endlich die versprochenen Strukturreformen folgen, rät der IWF der japanischen Regierung. Nur den Japanern?

    22.05.2015, 06:37

    Mit Aussitzen muss Schluss sein

    Das klassische österreichische Aussitzen von Problemen mit eingezogenem Kopf ist möglich. Das zeigt sich besonders deutlich am Beispiel des Rechnungshofes.

    21.05.2015, 21:24

    Auch der höchste Turm hat viele kleine Stufen

    Der niederösterreichische Konzern Umdasch hat sich mit Leuchtturmprojekten längst einen Namen gemacht. Um vom Unternehmen zu lernen, muss man aber genauer hinschauen.

    Die Redaktion empfiehlt

    Umfrage

    • Sollen Hoteliers Flüchtlinge, ohne die Zustimmung der Bürgermeister, aufnehmen dürfen?
    • Ja
    • Nein
    • Weiß nicht