20.02.2013, 19:55  von Edith Lackner

Lufthansa: Ohne Dividende besser verhandeln

Edith Lackner / Bild: WB

Beobachtet. Die Lufthansa streicht die Dividende. Die Aktionäre direkt in das Sanierungsprogramm miteinzubeziehen, ist ein guter Schachzug vor den anstehenden Lohnverhandlungen.

Lufthansa-Chef Christoph Franz verfestigt gerade sein Image als harter Sanierer, der seine taktischen Spielräume zu nutzen weiß. Dienstagabend überraschte er die Medien vorzeitig mit den Geschäftszahlen für 2012. Bei dieser Gelegenheit vergraulte er auch gleich die Aktionäre: Zum ersten Mal seit 2010 soll die Dividende gestrichen werden. Der Kurs der Aktie sackte tags darauf um über fünf Prozent ab.

Verhandlungspoker

Natürlich wird der Entfall der Ausschüttung hinlänglich begründet mit dem schlechten operativen Ergebnis und den Kosten für Sparmaßnahmen. Aber der vorgerückte Zeitpunkt der Bekanntgabe lässt noch andere Hintergründe vermuten. Kommende Woche stehen schwierige Verhandlungen über kürzlich abgelaufene Tarifabschlüsse ins Haus. Die Lufthansa-Mitarbeiter müssen bis 2015 mit 150 Millionen € am Konzernsparplan mithelfen. Im Vorjahr streikte deswegen sogar das als besonnen geltende Kabinenpersonal. Durch das Kappen der Dividende geht das Management mit gestärktem Rücken in die neuen Verhandlungen. Die Gewerkschaft kann nun schlecht mit dem Profit der „bösen Aktionäre“ argumentieren.

RBI hält Aktionäre bei Laune

Die Lufthansa hat in den vergangenen Monaten keine Konfrontationen gescheut, um ihr Kostensenkungsprogramm durchzusetzen – was die Aktionäre langfristig freuen sollte.
Weniger konfliktfreudig verfährt derzeit die heimische Raiffeisen International: Trotz Gewinnrückgang wird die Dividende erhöht. Die RBI hat zwar keine Lohnverhandlungen anstehen, doch das Geschäft in den CEE-Ländern wird durch die flaue Wirtschaftsentwicklung in der Eurozone auch nicht gerade gestärkt.

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

11.02.2016, 10:42

Ooops!

10.02.2016, 21:28

Wir leben in unsicheren Zeiten

10.02.2016, 14:18

So wählt man keinen Präsidenten

Kommentare

0 Kommentare

09.02.2016, 06:14

So werden die Bargeld-Fans sukzessive mürbegemacht

Die Proteste gegen die Eindämmung von Bargeldzahlungen sind heftig. Dennoch wird sich die andere Seite durchsetzen, denn die Weichen dafür sind längst gestellt.

08.02.2016, 18:26

Das Euro-Budget gehört allein ins Parlament

Hinter dem Ruf nach einem Euro-Finanzminister aus Deutschland und Frankreich versteckt sich ein tief sitzendes Misstrauen gegenüber den Parlamenten. Die Befürchtungen der größten Gläubiger Eurolands können auch ohne neuem Technokratengremium besänftigt werden.

08.02.2016, 06:48

Eingriff in bürgerliche Freiheiten

Die Diskussion um die Bargeldobergrenze in Deutschland kann als ein weiterer Angriff auf bürgerliche Freiheiten verstanden werden.

07.02.2016, 09:35

Eine Fis-taugliche Skipiste wäre für Wien ein Gewinn

Schröcksnadel will ein Fis-Skirennen in Wien, auch wenn „das Thema momentan auf Sparflamme kocht", wie er sagt

Die Redaktion empfiehlt

Umfrage

  • Wie bewerten Sie das österreichische Bildungssystem?
  • sehr gut
  • gut
  • befriedigend
  • genügend
  • nicht genügend