21.01.2016, 19:01  von Günter Fritz

Heta-Abwicklung auf der Kippe

Günter Fritz / Bild: WB/Alexandra Eizinger

Diese Nachricht haben wir gerade noch gebraucht.

Nach all den Problemen rund um Konjunktur- und Investitionsschwäche, steigende Arbeitslosigkeit, Börseneinbrüche, Terrorbedrohung und die aus dem Ruder laufende Flüchtlingskrise wird jetzt noch die ehemalige Hypo Alpe Adria – und nunmehrige Heta – zu einem echten und immer teureren Klotz am Bein. Der Gläubigerpool, der mehr als die Hälfte der noch offenen und mehr als zehn Milliarden € schweren Anleihen mit Kärntner Landeshaftung vertritt, hat das jüngste Angebot des Landes, die Papiere mit Abschlag zurückzukaufen, abgelehnt. Die angebotenen 7,8 Milliarden € entsprechen einer Quote von 75 Prozent des Nominalwerts für Senior Bonds und 30 Prozent für nachrangige Anleihen, doch das ist den Gläubigern zu wenig. Sie haben zwar über Jahre gute Renditen kassiert, pochen jetzt aber auf 100 Prozent. Das ist ihr gutes Recht, auch wenn es mit dem Risiko langwieriger und teurer Prozesse verbunden ist.
Letzteres gilt auch für Kärnten, sollten die Gläubiger bei ihrem Nein bleiben und es sich bis 11. März nicht doch noch anders überlegen. Das Land wird dann keine andere Möglichkeit haben, als die Forderungen zu bestreiten und den Gerichtsweg zu beschreiten. Auch wenn das keine Lösung ist, wäre auf diese Weise zumindest die unmittelbare Pleitegefahr gebannt. Denn mehr als die direkt angebotenen 1,2 Milliarden sind laut Aussage des Landes weder zu heben noch zu holen. Sollte es mehr werden, müsste wohl zwangsläufig der Bund einspringen.
Mehr als fraglich ist auch, ob die weiteren 6,6 Milliarden € des Angebots an die Gläubiger tatsächlich aus der Verwertung der Heta-Assets wieder hereinkommen. Auch hier wird wohl ebenfalls der Bund gefordert sein. Womit es auf der Hand liegt, dass auf Kosten der Steuerzahler, die schon bisher für die Hypo in unzumutbarem Ausmaß geblutet haben, weitere Milliarden für die Heta aufgewendet werden müssen. Und das ist auch ein Rückschlag für Finanzminister Hans Jörg Schelling und dessen Abwicklungsstrategie.

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

24.06.2016, 09:26

Brexit: Wer trennt sich da von wem?

24.06.2016, 06:45

So schützen sich Anleger vor dem Schreckgespenst

24.06.2016, 06:13

Auch Mieter brauchen eine Eigentumswohnung

Kommentare

1 Kommentare

biker meint

Wer derart stümperhaft und blauäugig in einer ernsten Krisensituation agiert, wie die in diesem Fall auf Seiten der österreichischen Bundesregierung handelnden Personen, darf sich am Ende nicht wundern, wenn es ein Schuss in den Ofen wird. Garantie heißt Garantie, und wenn der Garant ein österreichischen Bundesland ist, ist allein der Gedanke, nicht zahlen zu wollen, schon verwerflich, da fährt einfach die Eisenbahn drüber. Der Finanzplatz Österreich hat schon genug Schaden genommen, jetzt ist Zahltag!

verfasst am 22.01.2016, 08:31

24.06.2016, 06:03

Ein neues Wirtschaftswunder

Was eh jeder gewusst hat, haben wir jetzt amtlich: Wenn man den Österreicher mehr Geld im Börserl lässt, dann geben sie es aus und die Wirtschaft wächst. Jetzt sollten wir dasselbe Experiment auch noch bei den Unternehmen starten. Wetten, dass es funktioniert?

23.06.2016, 18:27

Versagt, mal wieder

23.06.2016, 06:39

Wenn wir alle Briten wären ...

Am Donnerstag entscheiden die britischen Wähler über ihre Zukunft innerhalb oder außerhalb der EU – eine Entscheidung, die auch für den Rest Europas (und sogar die Weltwirtschaft) von Bedeutung ist. Wie würden wir wohl entscheiden, wenn wir gefragt würden?

22.06.2016, 21:16

Warum Geistesblitze Oliven mögen

Grexit, Brexit, Nexit, Bremain- Wer erfindet so etwas?

22.06.2016, 18:41

China kriecht im Schneckentempo voran

Nach der Stabilisierung der chinesischen Konjunktur seit Beginn des Jahres kam es zuletzt bei den nicht staatlichen Unternehmen aber praktisch zum Stillstand der Investitionen.

Umfrage

  • Warum gehen Väter seltener in Karenz als Frauen?
  • Karrierenachteile
  • Angst vor Imageverlust
  • Finanzielle Einbußen
  • Keinen Rückhalt vom Chef
  • Es gehen genug Männer in Karenz

Bilder des Tages