13.02.2016, 19:13  von André Exner

Etikettenschwindel mit Crowdfunding

Kommende Woche startet die dritte Crowdfunding-Plattform für Immobilienprojekte. Die Nachfrage ist enorm: Etwa ein Sechstel des gesamten Crowdfunding-Volumens entfiel im Vorjahr auf Immobilien. Werthaltiges Investment, sichere Wohnprojekte in Österreich und Deutschland, attraktive Zinsen: Klingt fast zu schön, um wahr zu sein, denken sich viele Anleger.

Allerdings: Was zu schön klingt, um wahr zu sein, ist meist auch nicht wahr. Auch in diesem Fall. Crowdfunding für Immobilien ist nichts anderes als der – vollkommen legale – Versuch, riskante Großprojekte quasi an der Prospektpflicht vorbeizuschummeln und völlig unbesicherte Nachrangdarlehen als sicheres Immobilieninvestment zu verkaufen. Der Totalverlust ist nicht ausgeschlossen. Auf dieses Risiko weisen die Anbieter auch explizit hin – mit der Begründung, dass Immobilienprojekte auch scheitern können. Ja, das können sie, aber einen Totalverlust haben Anleger nicht einmal bei Immo-Anlegerskandalen wie Meinl European Land oder MPC erlitten. Und während es dort zumindest über den Rechtsweg Chancen auf Wiedergutmachung gab und gibt, fehlt diese Möglichkeit beim Crowdfunding komplett.

Anleger sollten bedenken: Wenn das über Crowdfunding in Immobilienprojekte investierte Geld futsch ist, ist es auf Nimmerwiedersehen futsch. Und wenn wie versprochen Zinsen fließen, gibt es keinen automatischen KESt-Abzug – vielmehr muss man die Gewinne in die Steuererklärung aufnehmen, ansonsten begeht man Steuerhinterziehung. Da klingen vier oder sechs Prozent Zinsen pro Jahr gar nicht mehr so toll – zumal die Entwickler für das Eigenkapital bei der Bank 15 Prozent zahlen müssten.

Mit klassischem Crowdfunding hat das Ganze übrigens gar nichts zu tun: Etablierte Immobilienentwickler sind keine Start-ups

4 Tipps, die Gründer unbedingt berücksichtigen müssen:

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  1. Businessplan erstellen
  2. Sich über die größten Hürden beim Gründen informieren
  3. Die richtigen Förderungen & Unterstützungen finden
  4. Beratung von Dritten einholen

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Kommentare

2 Kommentare

- Bitte definieren Sie die Unterschiede zwischen Crowdfunding, Crowdinvesting und Crowdlending und differenzieren Sie in Zukunft
- Wer sagt, dass CrowdINVESTING in Immobilien etwas mit CrowdFUNDING für Startups gemein hat? Niemand...siehe Definitionen.
- Wie wollen Sie pauschal sagen können, ob eine Investition gut oder schlecht ist? Wie? Haben Sie sich alle Immobilienprojekte gründlich angeschaut? (Verkaufspreise der Region, Mikro- und Makrodaten, Erfahrung des Entwicklers, etc pp) - Oder was ist für Sie bei der Bewertung einer Geldanlage wichtig? Das Vehikel? Nur das Vehikel? Geht es nicht um das Anlageobjekt und die Aussicht darauf, mit diesem Anlageobjekt positive Erträge zu erwirtschaften?
-Totalverlust: Ja, es gibt ihn. Sie tun so, als gäbe es bei Immobilien nur alles oder nichts. Das ist doch vollkommener Blödsinn...es muss jedoch auf den Totalverlust hingewiesen werden. Und das ist auch gut so! Schauen Sie mal in Immobilienfonds, etc....da steht überall Totalverlust.
- Was hat Ihr Absatz über den Nicht- oder Abzug der Steuer für eine Aussage? Es sind steuerpflichtige Kapitalerträge, herzlichen Glückwunsch! Und diese Steuer wird von den 4-6 % abgezogen? Oh nein...das ist ja unglaublich. Wie ist das denn bei anderen Geldanlagen? Wirbt irgendjemand mit einer Rendite nach Steuern? Nein - wäre auch gar nicht möglich, weil die Höhe der Steuern von der individuellen Situation des Anlegers abhängt. "...ansonsten begeht man Steuerhinterziehung." Natürlich, wo ist der Punkt?!

verfasst am 10.02.2016, 14:29

azederbauer meint

- Der Autor glaubt also, dass Investitionen in Start Up Unternehmen (7 von 10 schaffen die ersten 5 Jahre nicht) "sicherer" sind als solche in Immobilien?
- Wenn Projekte schief gehen, dann sind Nachrangdarlehen eben nachrangig, das soll auch immer klar gesagt werden. Aber bitteschön dann ist es wurscht in welches Projekt investiert wurde.
- Der Autor glaubt auch, dass Crowdfunding als innovatives Finanzierungsinstrument ausschließlich den Start Up Unternehmen vorbehalten sein soll. Auch darin irrt er. Sowohl von Seiten der Absicht der Gesetzgeber, als auch aus dem Blickwinkel internationaler Entwicklungen.
- Zur steuerlichen Beurteilung kann man nur sagen, dass sie falsch ist.
- Schade dass mit diesem Artikel der Boden objektiver Berichterstattung verlassen wurde.

verfasst am 11.02.2016, 12:25

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