02.02.2013, 11:04

Der Solarschlauch wird salonfähig

Heliovis startet mit Anlagen im großen Stil / Bild: (c) WB/Jindrich Foltin

Innovation. Die niederösterreichische Firma Heliovis AG baut neuartige solarthermische Kraftwerke und dringt in neue Dimensionen vor.

Wiener Neudorf. An Stelle eines herkömmlichen Sonnenlichtkonzentrators aus Stahl und Glasspiegeln setzt Heliovis auf einen aufblasbaren Schlauch aus marktüblichen Kunststofffolien, ¬ die HELIOtube. Mit Ende Februar 2013 wird eine erste größere Testanlage in der Stadt La Solana im zentralspanischen Kastillien in Betrieb gehen, meldet nun der Niederösterreichische Wirtschaftspressedienst. Wolfram Krendlesberger, Vorstand von Heliovis, hebt hervor, dass mit dieser Leichtbautechnik bis zu 50 Prozent der Gesamtkosten eines Solarfeldes eingespart werden können.
"Wir haben uns für La Solana bei Ciudad Real, 200 Kilometer südlich von Madrid entschieden, da dort für unsere Tests bezüglich der Sonneneinstrahlung hervorragende Verhältnisse herrschen und die Kooperation mit der dortigen Gemeinde äußerst gut ist², so Krendlesberger. Diese Anlage ist rund 80 Meter lang und sechs Meter hoch, geht aber noch nicht ins Netz.

Großprojekt ab 2014

Für 2014 ist das erste Testkraftwerk entweder in den USA, in Spanien oder auf der arabischen Halbinsel, geplant. Dabei sollen mehrere, jeweils etwa 100 Meter lange und sechs Meter hohe aufgeblasene HELIOtubes zusammengeschlossen werden. Die thermische Leistung beträgt drei Megawatt. In weiterer Folge ist die stufenweise Entwicklung von Schlauchgrößen mit einer Länge von rund 200 Metern und einem Durchmesser von rund 13 Metern geplant. Die Produktion für die ersten internationalen Anwendungen soll am Standort Wiener Neudorf erfolgen.

Liefern, aufblasen, produzieren

Im Gegensatz zu herkömmlichen Sonnenlichtkonzentratoren für große thermische Solarkraftwerke kann der Folienschlauch nach der Produktion flach aufgerollt und somit platz- und transportkostensparend an den jeweiligen Standort gebracht werden. Erst dort wird er installiert und aufgeblasen. Das erspart aufwendige Stahl-, Glas und Betonkonstruktionen und ist äußerst ressourcen- und klimaschonend. Eine innen liegende Spiegelfolie dient als Sonnenlichtkonzentrator, der das einfallende Sonnenlicht entlang der Längsachse bündelt und, wie bei den herkömmlichen Systemen, ein Spezialöl erhitzt. Diese Wärmeenergie kann direkt für industrielle Prozesse verwendet oder mit üblichen Turbinen in Strom umgewandelt werden.

Staat statt privat

Diese Technologie ist derzeit mit über fünf Patentfamilien in allen wichtigen Märkten geschützt.
Wermutstropfen ist für Krendlesberger, dass Frühphasen-Risikokapital in Österreich für junge Forschungs- und Entwicklungsunternehmen im internationalen Vergleich nur sehr schwer zu finden sei, aber dass der Staat und die Länder bislang zur Korrektur dieses Marktversagens einspringen würden.

(NÖ Wirtschaftspressedienst/ekh)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

16.01.2013, 09:58

Sechs Firmen für Staatspreis Innovation nominiert

01.07.2011, 06:37

Heliovis geht in neue Finanzierungs-Runde

28.07.2015, 07:50

US-Regierung verpflichtet Apple, Coca-Cola und Co. für Kampf gegen Klimawandel

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    22.07.2015, 11:07

    Deutsche Energiewende wird noch teurer

    Die deutschen Steuerzahler müssen für die Energiewende weiter tief in die Tasche greifen.

    22.07.2015, 10:49

    Erneuerbare decken 2030 die Hälfte des Strombedarfs in Europa

    Eine neue Studie liefert nicht nur beeindruckende Zahlen, sondern fordert auch die stärke Integration der Strommärkte und -systeme in Zentraleuropa um die Kosten für die Energiewende zu dämpfen.

    22.07.2015, 10:21

    Deutsche Offshore-Windenergie im Plan

    Deutschland dürfte bis Jahresende den halben Weg zum Ausbauziel für Offshore-Windkraft bis 2020 schaffen.

    22.07.2015, 10:08

    Und jetzt die Energie-Revolution von unten

    Speicher für Sonnenstrom im eigenen Haus sind auf dem Vormarsch. Das Geschäftspotenzial scheint enorm, das Bedrohungspotenzial für die Stromriesen ebenfalls.

    17.07.2015, 17:33

    Deutsche Firmenbosse fahren vor allem PS-Protze

    Gerade einmal sechs Prozent der deutschen Firmenchefs fahren laut Deutsche Umwelthilfe einen umweltfreundlichen Dienstwagen.

    Umfrage

    • Würden Sie privat Flüchtlinge bei sich aufnehmen?
    • Ja, sofort
    • Ja, mit staatlichen Zuschüssen
    • Nein, ist Staatsaufgabe
    • Nein, Österreich sollte keine Flüchtlinge aufnehmen
    • Weiß nicht

    Die Redaktion empfiehlt