17.02.2016, 16:38  von Reuters

EU-Staaten fehlen Milliarden für AKW-Entsorgung

Der Abriss der alten Atommeiler wird die EU-Staaten in Summe 118 Milliarden Euro kosten. / Bild: (c) WB/Jindrich Foltin

In den EU-Staaten klaffen einem Arbeitspapier der EU-Kommission zufolge Milliarden-Lücken bei den Geldern für den Abriss von Atommeilern und die Entsorgung strahlenden Mülls.

Brüssel. Insgesamt fehlten in den betroffenen EU-Ländern über 118 Milliarden Euro, allein in Deutschland etwa 7,7 Milliarden Euro, heißt es in dem EU-Papier, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag.

In der EU gibt es 16 Länder, in denen Atomkraftwerke betrieben werden. Nur in Großbritannien seien dabei ausreichend Rückstellungen gebildet worden, geht aus dem Papier hervor. In Frankreich klaffe dagegen etwa eine riesige Lücke - Rückstellungen von 23 Milliarden Euro stünden erwarteten Kosten von knapp 75 Milliarden Euro gegenüber. Über das Dokument hatte zuvor auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet. Insgesamt beliefen sich die zu erwarteten Kosten für eine Beseitigung der Folgen der nuklearen Energiegewinnung auf rund 268,3 Milliarden Euro, in den Staaten sei aber nur Vermögen von rund 150 Milliarden Euro gebildet worden.

In Deutschland sind die Energieriesen E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall von den nationalen Plänen für einen Atomausstieg betroffen. Die vier Betreiber haben insgesamt Rückstellungen von rund 39 Milliarden Euro gebildet, etwa die Hälfte für den Abriss und die Stilllegung, die andere für die Müllentsorgung. Unklar ist, ob die Summe ausreicht, oder ob der Steuerzahler einspringen muss.

In Deutschland soll dies eine Experten-Kommission der deutschen Bundesregierung herausfinden und klären, wie Abriss und Entsorgung geregelt werden. Deutschland hatte nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima 2011 die Abschaltung aller Atomkraftwerke bis zum Jahr 2022 beschlossen.

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

20.07.2016, 13:24

Brüssel will CO2-Ausstoß von Lkw und Bussen begrenzen

17.07.2016, 10:25

"Ich halte die These der 'All Electric Society' für begründet"

11.07.2016, 15:06

In Österreich: Neuzulassungen für Elektroautos mehr als verdoppelt

Kommentare

0 Kommentare

11.07.2016, 10:39

In Österreich: Neuzulassungen für Elektroautos mehr als verdoppelt + Video

In Österreich wurden im ersten Halbjahr 2016 insgesamt 226.990 Fahrzeuge (+6,5 Prozent) neu zugelassen. Auch der steuerbegünstigte Elektro-Pkw legte deutlich zu.

06.07.2016, 10:53

Wirtschaft fordert Lösung für umstrittenen Lobautunnel

Mit Beginn des Baustellensommers heißt es auf den Straßen wieder warten. Beim größten Problem – einer fehlenden Außenringautobahn – verliert die Wirtschaft aber langsam die Geduld.

06.07.2016, 10:41

Neues Gesetz für Offshore-Windenergie in Deutschland

Die deutsche Koalition hat die Details zum weiteren Ausbau der Windenergie auf See und Ausnahmen für stromintensive Unternehmen festgelegt.

04.07.2016, 15:17

Seltene Erden: Der Kampf um Hightech-Metalle wird härter werden

Zuletzt sind die Preise für Seltene Erden bzw. den daraus gewonnen Rohstoffen zwar wieder gesunken, bis 2035 soll sich der Bedarf allerdings verdoppeln. Mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen.

03.07.2016, 12:46

Vattenfall verkauft Lausitzer Braunkohle an EPH - Greenpeace schlägt Alarm

Der Verkauf der Braunkohle-Aktivitäten in der Lausitz an die tschechische EPH und PPF Investments ist besiegelt. Ein schwarzer Tag für den Klimaschutz, heisst es bei Umweltschützern.

Grüne Business- Ideen für eine nachhaltige Zukunft

    • Bis zum 20.12.2015 konnten Business-Ideen bei greenstart eingereicht werden.

      Die Start-up-Initiative des Klima- und Energiefonds unterstützt Start-Ups damit in der Entwicklung von der Idee zum ausgereiften Business-Konzept und bringt die EinreicherInnen mit potentiellen PartnerInnen, InvestorInnen und inspirierenden Persönlichkeiten zusammen.

    • Mehr Informationen zur Initiative

Rückblick vom Auftakt-Event

Weitere Informationen zum Wettbewerb:

Alle Berichte zur Verleihung 2014

Genießen Sie hier die Impressionen der Preisverleihung 2014