06.09.2012, 13:51

Rom verschärft Kampf gegen Steuerhinterziehung

Italien vor dem Bargeld-Bann / Bild: Dpa/dpaweb/Frank May

Schattenwirtschaft. Ab Mitte 2013 sollen drakonische Richtlinien den Bargeldverkehr in Italien drastisch einschränken.

Rom. Die Regierung Monti will scharfe Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Steuerhinterziehung um. Ab Juli 2013 werden Zahlungen für Beträge über 50 Euro lediglich mit Kredit-oder Bankomatkarten erfolgen können, beschloss die Regierung nach Angaben der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" am Donnerstag. Damit soll der Bargeldumlauf in Italien stark reduziert werden.

Italien verschärft somit einen Kurs, den die Regierung Monti bereits in den vergangenen Monaten unternommen hatte. Seit Juli können in Italien lediglich Beträge unter 1.000 Euro mit Bargeld bezahlt werden. Zuvor lag die Grenze noch bei 2.500. Geldflüsse über 1.000 Euro können nur noch per Kreditkarten, Banküberweisung oder Scheck erfolgen.

Ein Zeichen, dass in Italien viel Geldwäsche betrieben wird, ist der starke Bargeldumlauf. Nur zehn Prozent der Italiener zahlen mit Kreditkarte oder Bankomat, im Rest Europas sind es über 30 Prozent. Der Prozentsatz der Bargeldzahlungen beträgt 59 Prozent in Frankreich und 78 Prozent in Deutschland. In Italien sind es 90 Prozent.

Großer Schatten-Sektor

Schattenwirtschaft und Geldwäsche grassieren in dem von der Rezession schwer belasteten Italien. Nach Angaben der Banca d' Italia stammen zehn Prozent des italienischen Bruttoinlandprodukts (BIP) aus illegalen Aktivitäten, das entspricht einer Rekordsumme von 160 Mrd. Euro. Die Schattenwirtschaft profitiere von dem globalen Markt und habe kaum die Auswirkungen der Wirtschaftskrise gespürt, heißt es in einem Bericht der Notenbank. Geldwäsche sei eine Brücke zwischen der Kriminalität und der legalen Wirtschaft.

Damit würde sich vor allem das organisierte Verbrechen die Mittel beschaffen, um in das Wirtschaftssystem aufgenommen und integriert zu werden. "Denn illegal erwirtschaftetes Geld ist an sich nicht besonders liquide, es kann nur innerhalb eines illegalen Netzes verwendet werden. Nur mit Geldwäsche können diese Summen in die legale Wirtschaft einfließen", heißt es im Bericht.

26.09.2016, 16:27

Audi verliert vierten Entwicklungschef in vier Jahren

26.09.2016, 16:09

Mehr E-Autos bedeuten nicht automatisch bessere Luft

26.09.2016, 16:00

Zeitungsverleger warnen vor Facebook

Kommentare

3 Kommentare

Schade, dass das Wirtschaftsblatt mit der obigen Pressemeldung nur demonstriert, dass sie schlampigen Journalismus verkauft. Hätte die Redaktion ihren Job gemacht, hätte sie die nachweisliche FALSCHMELDUNG der La Republica nachgeprüft und als falsch befunden. Was jedoch war ist, ist der Umstand, dass Italien vor einiger Zeit das Barzahlungsverbot von 1000 Euros einführte und dass Hollandes Frankreich derzeit ebenfalls diese Barzahlungsgrenze von 3000 auf 1000 Euro senken möchte. Beide ist ein Zeichen für massivsten Liquiditätsverlust der Geschäftsbanken. Denn Kreditkartengeld ist ein Zahlungsversprechen der Geschäftsbanken in Euro, nicht jedoch wirkliches Giralgeld. De fakto ist das ein Zeichen für den in Bälde bevorstehenden Kapitalmarktzusammenbruch in der Eurozone. Die Banken schieben das Desaster mit solchen Maßnahmen noch etwas heraus. Vermutlich bricht das System jedoch noch vor der Merkelianer-Wahl 2013 zusammen.

verfasst am 16.02.2013, 10:38

Würde der Staat, das Volk, wie es ihm eigentlich zustände, sein Geld selber aus der Luft schöpfen, und dieses ungerechtfertigte Monopol nicht den Privatbanken überlassen, hätte der Staat keine Schulden.

Die Politiker fürchten den Zusammenbruch des jetzigen Geldsystems wie der Teufel das Weihwasser. Aus gutem Grund. Ist nämlich erst mal das Geldschöpfungsmonopol von den Privatbanken zum Staat gewandert, bräuchten wir alle keine Steuern mehr zu bezahlen.

Diese Umstellung auf ein anderes Geldsystem wäre für die Menschheit so enorm wichtig, bedeutet es doch eine Abkehr von Willkürherrschaft, Machtmissbrauch und sinnloser Kriege.
Wir könnten dann nämlich mit unserem Geld eine wirklich lebenswerte Welt erschaffen.

Über diese Tatsache traut sich niemand sprechen, schon gar nicht, wenn er ein von Banken abhängiger Politiker ist. Unsere Ökonomen sind damit völlig überfordert. Investoren und Anleger wollen sich weiterhin dem Hütchenspielen hingeben.

Die Medien, die darüber schweigen, degradieren sich damit zu Lohnschreibern und Pressehuren. Nicht umsonst sind Liz Mohn und Friede Springer die Duzfreundinnen von Angela Merkel.

Für Unternehmer des Mittelstands sind die Steuern nichts anderes als "Schutzgeldzahlungen" an die Finanzmafia.

verfasst am 14.11.2012, 22:23

Es geht nicht nur um Verringerung von Steuerhinterziehung & Geldwäsche, sondern vielmehr um noch mehr Kontrolle aller Bürger. In den USA kann man schon keine größere Anschaffung (Auto) mehr vornehmen, wenn man keinen "Kreditstatus" hat, also vorher wie blöde alles ums Verrecken auf Pump gekauft hat. Das ist das (Teil-)Ziel, nicht auszudenken, was hier noch alles so kommt.. Solange die Schlafschafe unter uns weiterhin alles mit sich machen lassen!

verfasst am 09.09.2012, 17:25

26.09.2016, 13:20

Immo-Blase: Deutscher Markt wandelt auf Spuren des US-Desasters

Der Vorstandschef des Wiesbadener Gewerbeimmobilienfinanzierers Aareal Bank, Hermann Merkens, warnt erneut vor Übertreibungen auf dem deutschen Immobilienmarkt.

26.09.2016, 11:30

Nach Here-Übernahme: Daimler, BMW und Audi setzen nächsten Schritt

Nach dem Kauf des Nokia-Kartendienstes Here bringen Audi, BMW und Mercedes-Benz die Daten von Sensoren in ihren Fahrzeugen zusammen, um die Fahrer besser über das Verkehrsgeschehen zu informieren.

26.09.2016, 10:10

Optimismus in Deutschlands Chefetagen - Ifo-Index steigt

Trotz des schwierigen weltwirtschaftlichen Umfelds hat sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Firmen im September deutlich verbessert.

26.09.2016, 08:50

Im Dr. Oetker-Konzern schwelt der Nachfolgestreit

Seit dem Tod von Rudolf-August Oetker im Jahr 2007 wird bereits um eine längerfristige Nachfolge gerungen. Die Suche nach dem neuen Topmanager gestaltet sich als schwierig, auch eine externe Lösung ist nun im Gespräch.

26.09.2016, 07:50

Brexit-Treiber Johnson hat beim Ausstieg viel Zeit

Großbritannien hat nach den Worten von Außenminister Boris Johnson noch viel Arbeit vor sich, bevor es den Antrag auf Austritt aus der EU stellen kann.