11.09.2012, 17:18  von APA/AFP

"Griechenland hat für Fehler ausreichend bezahlt"

Karolos Papoulias / Bild: EPA/Thierry Roge

Griechenland-Krise. Der griechische Präsident Karolos Papoulias ist der Meinung, dass Griechenland genug Sühne getan hat. Jetzt müssten die EU-Staaten helfen.

Athen. Griechenland ist nach Ansicht seines Präsidenten Karolos Papoulias lange genug wegen seiner Schuldenpolitik "gnadenlos ausgepeitscht" worden. Nun müssten die Staaten der Europäischen Union Griechenland und anderen ihren angeschlagenen Partnerländern zur Hilfe kommen, sagte Papoulias am Dienstag. "Ich denke, wir haben für unsere Fehler ausreichend bezahlt."

Europa müsse verstehen, dass es nun Griechenland helfen muss, sagte der 83-jährige frühere Widerstandskämpfer während eines Treffens mit dem kanadischen Senatspräsidenten Noël Kinsella. "Und nicht nur Griechenland, sondern Spanien, Portugal und Irland, um die Wirtschaftskrise zu überstehen."

Wirtschaft am Boden

Griechenland ist nur durch milliardenschwere internationale Rettungsaktionen vor der Pleite bewahrt worden. Das Land musste darauf im Gegenzug ein Sparpaket nach dem anderen auflegen. Dies hat allerdings auch dazu geführt, dass die Wirtschaft des Landes eingebrochen ist - was neue Sparanstrengungen erschwert. Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras hat EZB-Chef Mario Draghi bei einem Treffen am Dienstag die Bereitschaft zugesichert, mit den tiefgreifenden Reformen und dem Sparkurs fortzufahren.

Derzeit muss Griechenland seinen Gläubigern ein neues Sparpaket im Umfang von mindestens 11,5 Milliarden Euro vorlegen, die Maßnahmen sind aber innerhalb der griechischen Koalition umstritten. Die Athener Regierung muss ihre Maßnahmen am Freitag auch beim Treffen der Euro-Finanzminister in Zyperns Hauptstadt Nikosia vorstellen.

In einer Mitteilung der EZB hieß es, Griechenland habe bereits signifikante Fortschritte gemacht, es blieben aber auch noch große Herausforderungen, denen sich das Land stellen müsse.

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1 Kommentare

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