13.09.2012, 17:02

Opel peilt bis Ende Oktober neues Sparpaket an

Bild: DPA/Frederik Erichsen

Auto. Mit den Arbeitnehmern möchte man sich bis Ende Oktober auf ein neues Sparpaket einigen. Die kolportierten 1000 Kündigungen sollen ein Gerücht sein.

Hamburg. Die hohe Verluste schreibende GM -Tochter Opel will sich bis Ende Oktober mit den Arbeitnehmern auf Grundzüge eines neuen Sparpakets einigen. "Es gibt Bestrebungen, das bis zu diesem Zeitpunkt hinzubekommen", sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag in Rüsselsheim. Ähnlich äußerten sich der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel und der IG-Metall-Bezirk Frankfurt.

Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug wies unterdessen einen Medienbericht zurück, wonach Opel als Teil der angestrebten Vereinbarung 1000 Stellen in der Verwaltung im Stammwerk Rüsselsheim streichen will. Der US-Mutterkonzern will am 31. Oktober Quartalszahlen präsentieren und sieht sich unter Erfolgsdruck bei der Sanierung des Europa-Geschäfts mit den Marken Opel und Vauxhall, weil das Thema auch im US-Wahlkampf eine Rolle spielt.

Obama ließ sich feiern

Das US-Finanzministerium ist noch mit 26 Prozent an GM beteiligt. Die US-Regierung hatte den Autokonzern in der Finanz- und Wirtschaftskrise mit 52 Milliarden Dollar vor dem Kollaps bewahrt. Nach der Blitzinsolvenz kehrte GM vor zwei Jahren an die Börse zurück und kämpfte sich später an die Weltmarktspitze zurück. Präsident Barack Obama hatte sich für die Rettung von GM feiern lassen.

Das Thema hatte in den USA erneut für große Aufmerksamkeit gesorgt, als die US-Investmentbank Morgan Stanley jüngst General Motors riet, sich von dem Verlustbringer Opel zu trennen. Der US-Autokonzern bekräftigte daraufhin seine Absicht, das Europa-Geschäft zu sanieren. Dazu wurde ein Plan mit dem Namen "Drive Opel 2022" auf den Weg gebracht, der Milliarden-Investitionen in neue Modelle vorsieht.

Das Tauziehen dauert an

Parallel verhandelt Opel mit den Arbeitnehmern über Kostensenkungen. Bis Ende Oktober stunden die Arbeitnehmer die in der Branche ausgehandelten Lohnerhöhungen, um das von Schließung bedrohte Bochumer Werk zu retten. Ob dies in den Verhandlungen gelingt, steht allerdings in den Sternen. "Wir wollen zu einer guten Lösung kommen, um Opel in Deutschland und ganz Europa wetterfest zu machen", hatte der neue Opel-Finanzchef Michael Lohscheller vergangene Woche im Reuters-Interview gesagt. Durch Kurzarbeit drosselt Opel derzeit die Produktion, weil in Südeuropa kaum neue Autos verkauft werden. Opel leidet besonders unter der Absatzkrise und hat seit Jahresanfang weit mehr als eine halbe Milliarde Dollar Verlust angehäuft.

In den Verhandlungen wollen Betriebsrat und IG Metall erreichen, dass Opel den bis Ende 2014 geltenden Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen verlängert. "In den Gesprächen geht es ausschließlich um eine Perspektive für alle deutschen Werke über 2016 hinaus", betonte Einenkel. Werksschließungen seien kein Thema.

Gesamtbetriebsratschef Schäfer-Klug wies einen Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Donnerstagausgabe) über einen Abbau von 1000 Verwaltungsstellen am Stammsitz in Rüsselsheim als "falsch" zurück. Das Unternehmen selbst hatte sich am Vortag auf Anfrage von Reuters nicht direkt zu den Plänen äußern wollen, bekräftigte aber die Absicht, die Personalkosten zu senken.

 

(Reuters)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

22.07.2014, 18:10

IWF: Euro-Krisenstrategie nur begrenzt erfolgreich

22.07.2014, 17:47

Nächster Berlusconi-Intimus vor Verhaftung

22.07.2014, 14:48

Arbeitskosten in Deutschland legen zu – Unterschiede zwischen Ost und West eklatant

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    22.07.2014, 13:55

    EZB-Stresstest – "Vor allem spanische und österreichische Banken erwägen, sich frisches Kapital zu beschaffen"

    Deutsche Banken machen sich einer Umfrage von Ernst & Young zufolge in Europa die wenigsten Sorgen, wie ihre Branche beim derzeitigen Bilanzcheck und im Stresstest durch die europäischen Bankenaufseher abschneidet. Anders offenbar die Österreicher...

    22.07.2014, 11:19

    Mehr Schulden für Europa

    Der öffentliche Schuldenstand ist im ersten Quartal 2014 sowohl in der EU als auch in der Eurozone angestiegen. Und in Österreich sowieso.

    22.07.2014, 09:26

    Baumärkte: Nach der Praktiker-Pleite ist vor der Marktbereinigung

    Der Einzelhandelskonzern Tengelmann (Obi, KiK) rechnet auch nach der Praktiker-Pleite mit einer weiteren Marktbereinigung bei Deutschlands Baumärkten.

    22.07.2014, 08:14

    Flug MH17 – Separatisten übergeben Malaysia Black Box

    Flug MH17: Die Flugschreiber der in der Ost-Ukraine abgestürzten Passagiermaschine sind von pro-russischen Separatisten an eine malaysische Delegation in der Ukraine übergeben worden.

    21.07.2014, 20:21

    Deutsche Lebensversicherer steigern Anlagen auf 900 Milliarden Euro

    Damit wurden Ende 2013 von den deutschen Lebensversicherern und Pensionskassen um vier Prozent mehr Mittel verwaltet als ein Jahr zuvor.

    Umfrage

    • Soll das Binnen-I in der Rechtschreibung erhalten bleiben?
    • Ja
    • Beides vollständig ausschreiben
    • Abschaffen
    • Nur weibliche Schreibung - inkludiert Maskulinum

    Die Redaktion empfiehlt