01.12.2012, 17:04

Fekter nach ESM-Abstufung gegen Aufstockung

Maria Fekter: "Genug Feuerkraft" / Bild: APA HELMUT FOHRINGER

Rating. Von der Bestnote Aa1 wurde der ESM auf Aaa herab gestuft. Auch eine weitere Herabstufung droht. Finanzministerin Maria Fekter schließt eine Aufstockung nun aus.

Berlin. Die Ratingagentur Moody's hat dem Euro-Rettungsschirm ESM die Bestnote entzogen. Die Bonitätswächter stuften den ESM am späten Freitagabend um eine Note auf Aa1 von zuvor Aaa herab. Der Ausblick blieb negativ, womit als nächster Schritt eine weitere Herabstufung droht. Grund für die Senkung des Ratings sei die jüngste Herabstufung von Frankreich. Auch das Euro-Schwergewicht muss bei Moody's auf das begehrte Aaa verzichten. Damit schürte Moody's Anfang vergangener Woche Sorgen vor einer Ausweitung der Schuldenkrise. Zwar liegt der Fokus oft auf dem von der Pleite bedrohten Griechenland oder dem seit Monaten auf den Rettungsschirm schielenden Spanien. Doch Frankreich als zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone gilt als heimliches Sorgenkind des Währungsraums. Das Land kämpft gegen steigende Arbeitslosigkeit und einen Niedergang des Industriesektors an. Auch den Vorgänger des ESM, den zeitlich befristeten Rettungsfonds EFSF, stufte Moody's auf Aa1 von Aaa herab.

Die Entscheidung sei nicht nachzuvollziehen, erklärte der Chef von ESM und EFSF, Klaus Regling. Moody's trage dem außergewöhnlichen festen institutionellen Rahmen, der politischen Rückendeckung sowie der Kapitalstruktur nicht ausreichend Rechnung.

Frankreich sei der zweitgrößte Unterstützer beider Instrumente, hieß es in der Begründung der Ratingagentur. Die Kreditwürdigkeit von ESM und EFSF seien stark abhängig von der Kreditwürdigkeit ihrer größten Unterstützer. Deutschland als größte Volkswirtschaft der Euro-Zone hat weiter die begehrte Bestnote Aaa, allerdings auch mit einem negativen Ausblick.

Mit einer schlechteren Bonitätsnote sind oft höhere Zinsen für den Schuldner verbunden. Moody's verwies jedoch darauf, dass beide Rettungsfonds noch sehr hoch bewertet seien.

Fekter schließt Aufstockung aus

Österreichs Finanzministerin Maria Fekter (V) hat nach der Abstufung des permanenten Euro-Rettungsschirms ESM eine Kapitalaufstockung ausgeschlossen. "Der ESM hat genug Feuerkraft", sagte Fekter der Tageszeitung "Österreich" laut Vorausmeldung vom Samstag.

Die Abstufung des ESM durch die Ratingagentur Moody's von der Bestnote Aaa auf Aa1 nannte Fekter "bedauerlich". Sie habe damit zu tun, dass Frankreich sein Triple-A-Rating verloren habe. "Ich hoffe, es schlägt sich nicht auf das Zinsniveau nieder. Das wäre zum Nachteil jener Länder, die Hilfe vom ESM brauchen", sagte die ÖVP-Politikerin.

Zur Stabilisierung der Eurozone zeigte sich die Finanzministerin insgesamt optimistisch. Spaniens angeschlagene Banken bräuchten weniger Hilfe als befürchtet, die Krisenstaaten Portugal und Irland würden wieder Fuß fassen. "Die Krise ist zwar noch nicht vorbei - inklusive Griechenland-Rettung haben wir die Eurozone auf stabilen Boden gestellt", meinte Fekter.

 

 

(Reuters/APA)

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

19:39

Angebliche Ukraine-Aufteilung: Ex-Außenminister Radoslaw Sikorski hat sich "vergaloppiert"

17:43

Lufthansa: Neue Streiks drohen - vielleicht schon diese Woche

16:31

Ermittlung nach Tod von Total-Chef - Schneepflug-Fahrer betrunken + Video

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    3 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    wenn Spanien, Frankreich und Italien dazu kommt, will Fekter doch die Erhöhung, gell?

    verfasst am 03.12.2012, 16:30

    Na, geh Frau Fekter. Plötzlich verlässt sie der Mut?

    verfasst am 02.12.2012, 10:10

    Gast: klausi meint

    Mensch Klausi, daß Du das nich nachvollziehen kannst, is verständlich. hast halt den Dummschwätzer bei Humboldt gemacht. Mit Gehaltserhöhung

    verfasst am 01.12.2012, 12:53

    15:59

    Deutscher Satellit auch mit Verteidigungsaufgaben

    Erstmals nach 17 Jahren soll 2019 wieder ein ausschließlich in Deutschland entwickelter und gebauter Kommunikationssatellit ins All starten.

    10:29

    Schweizer so reich wie nie zuvor

    Die Schweiz ist so reich wie nie zuvor - rund 170.000 Franken (rund 141.000 Euro) erwirtschaftete jede berufstätige Person in der Schweiz vergangenes Jahr im Schnitt.

    09:25

    Lufthansa-Piloten weiten Streik aus + Video

    Der Streik der Lufthansa-Piloten geht weiter. Die Langstreckenflugzeuge werden heute auf dem Boden bleiben.

    06:54

    Total-Chef bei Flugzeugunfall in Moskau getötet

    Der Chef des französischen Mineralölkonzerns Total, Christophe de Margerie, ist bei einem Flugzeugunfall in Moskau ums Leben gekommen.

    20.10.2014, 22:06

    EU-Parlament nahm sich die letzten beiden Kommissare zur Brust

    "Ich habe keine direkte Antwort parat" - ehrlich hat sich am Montagabend die nachgerückte EU-Kommissarskandidatin Violeta Bulc bei ihrer Anhörung vor den Mandataren des EU-Parlaments präsentiert.

    Umfrage

    • Wie stehen Sie zu dem Handelsabkommen TTIP?
    • TTIP sollte abgeschlossen werden
    • Zustimmung nur nach Entschärfung riskanter Punkte
    • Generell dagegen